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Gruppe A: Der Gastgeber erwischt eine dankbare Gruppe

UEFA Euro 2016

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24/05/2016
 

Frankreich, Schweiz, Rumänien, Albanien


Frankreich gilt nicht nur in seiner Gruppe A als klarer Favorit; das Team von Trainer Didier Deschamps wird auch als einer der ersten Anwärter auf den EM-Titel angesehen – zumal „Les Bleus“ als Gastgeber auf den Heimvorteil bauen dürfen. Derlei Finalambitionen können bei den anderen drei Teams getrost verneint werden. Die Schweiz darf aufgrund ihrer gewachsenen Erfahrung bei internationalen Turnieren aber als aussichtsreichster Anwärter auf den zweiten Gruppenplatz und damit die sichere Achtelfinal-Qualifikation gelten. Für Rumänien dürfte es vermutlich darum gehen, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einzuziehen. Die beste Ausgangslage hat in gewisser Weise Albanien. Vom EM-Debütanten erwartet niemand etwas – eine Position, aus der schon manche Überraschungen gelangen. Völlig chancenlos im Rennen um Platz drei sind sie in dieser Gruppe sicher nicht.

Frankreich: Drittes Heimturnier, dritter Turniersieg?

Die These vom Heimvorteil mag abgedroschen klingen, oft genug hat sich die Gastgeberolle schließlich als Bürde erwiesen – für die Franzosen aber löst der Gedanke an ein Turnier im eigenen Land psychologisch viel aus. Bei der Europameisterschaft 1984 triumphierte Frankreich als Gastgeber. Bei der WM 1998 im eigenen Land triumphierte, genau, Frankreich. Übrigens: Die Franzosen sind das letzte Team, denen der Triumph als Gastgeber bei EM oder WM gelang. Bei der Euro 2016 wäre das Team von Didier Deschamps auch ohne Heimvorteil einer der ersten Titelanwärter. Mit Antoine Griezmann von Atletico Madrid, Anthony Martial (Manchester United), Olivier Giroud (Arsenal) oder Kingsley Coman (FC Bayern) verfügt das Team auch ohne den wegen einer Erpressungsaffäre ausgeschlossenen Karim Benzema über eine brillante Offensive. Dahinter ist die Equipe Tricolore mit Paul Pogba (Juventus), Lassana Diarra (Marseille), N'Golo Kanté (Leicester) oder Blaise Matuidi (PSG) mindestens ebenso erstklassig besetzt. Auch die Defensivreihe um Laurent Koscielny (Arsenal) oder Bacary Sagna (ManCity) genügt allerhöchsten Ansprüchen. Bei der WM 2014 scheiterte Frankreich im Viertelfinale am späteren Weltmeister Deutschland (0:1), überzeugte aber seitdem in zahlreichen Testspielen. Zuletzt wurde Russland mit 4:2 bezwungen.  


Prognose: Titelfavorit

Antoine Griezmann ist zum Topstar der Equipe Tricolore avanciert. Bei Atletico Madrid und in der französischen Nationalelf sind Freistöße eine Spezialität des Stürmers. (Foto: Getty Images)

 

Schweiz: „Deutschland II“ sammelte Turniererfahrung

Für Fans der Bundesliga ist die Schweiz ein Team alter Bekannter. Die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic ist - sorry, liebe Eidgenossen - quasi „Deutschland II“. Im Tor stehen Yann Sommer (M‘gladbach), Roman Bürki (Dortmund) und Marwin Hitz (Augsburg) zur Auswahl, für die Defensive stehen mit Johan Djourou (HSV), Nico Elvedi (M‘gladbach), Ricardo Rodriguez (Wolfsburg) oder Fabian Schär (Hoffenheim) ebenfalls vertraute Namen auf dem Zettel. Angeführt wird das Team vom Noch-Gladbacher Granit Xhaka, den es nach der EM zum FC Arsenal nach London zieht. Mit den ebenfalls Champions-League-erprobten Stefan Lichtsteiner (Juventus Turin) oder Philippe Senderos (früher Arsenal) verfügt die „Nati“ über jede Menge Erfahrung. Bei der WM 2014 scheiterte die Schweiz, damals noch unter dem deutschen Trainer Ottmar Hitzfeld, im Achtelfinale unglücklich am späteren Finalisten Argentinien (0:1 nach Verlängerung). Die Qualifikation zur Euro meisterte die Schweiz souverän als Zweiter hinter den Engländern. Eine Position, die sie auch in ihrer EM-Vorrundengruppe einnehmen dürften. Und im Achtelfinale muss noch nicht Schluss sein.


Prognose: Chancen auf das Viertelfinale 

Kraftvoll: Der Schweizer Haris Seferovic (l.) feuert einen Schuss ab. Der Ire Stephen Quinn kann nur staunend zugucken. (Foto: Imago)

 

Rumänien: Die Erben von Karparten-Maradona sind Defensiv-Spezialisten

Die große Zeit des rumänischen Fußballs liegt bereits mehr als eine Dekade zurück. Unter Superstar Gheorghe Hagi, Spitzname „Karpaten-Maradona“, erreichten die Rumänen bei Weltmeisterschaften dreimal in Serie (1990 - 1998) die K.o.-Runde, bei der Euro 2000 drangen die Rumänen sogar bis ins Viertelfinale vor. Danach verpassten die Südosteuropäer – mit Ausnahme der EM 2008 (ohne Sieg in der Vorrunde raus) - die Qualifikation für sämtliche Welt- und Europameisterschaften. Unter Trainer Anghel Iordanescu, der bereits das goldene Zeitalter Mitte der 90er Jahre prägte, ist das Team nun wieder bei einem großen Turnier dabei. Der Schwerpunkt des Teams liegt dabei aber nun auf einer kompakten Defensive. So überstanden die Rumänen die Qualifikation als Gruppenzweiter hinter Nordirland mit lediglich zwei Gegentreffern – die beste Bilanz aller teilnehmenden Nationen. Angeführt wird das Team vom 35-jährigen Kapitän Razvan Rat. Der Verteidiger in Diensten des spanischen Erstligisten Rayo Vallecano gehört ebenso zu den Stützen des Teams wie die beiden Italien-Legionäre Vlad Chriiches (SSC Neapel) und Torwart Ciprian Tatarusanu vom AC Florenz. Aus der Bundesliga bekannt: der Stuttgarter Alexandru Maxim.


Prognose: Spätestens im Achtelfinale ist Schluss

Durchsetzungsstark: Der Rumäne Bogdan Stancu (l.) kommt vor dem Spanier Pedro Rodriguez an den Ball. (Foto: Imago)

 

Albanien: Nicht nur der Sieg in Portugal  ist eine Warnung

Allein die Qualifikation für die Euro 2016 ist für das Land mit seinen 2,7 Millionen Einwohnern eine große Sensation. Noch nie hat das kleine Land in Südosteuropa an einer WM oder EM teilgenommen. Der größte Pflichtspielerfolg der Fußballgeschichte war somit viele Jahrzehnte lang wohl das 0:0 gegen den amtierenden Vize-Weltmeister Deutschland anno 1967, mit dem die DFB-Elf als Vizeweltmeister die EM-Teilnahme verspielte. In der aktuellen Euro-Qualifikation aber ließ das Team des italienischen Trainers Giovanni de Biasi immerhin gestandene Fußball-Nationen wie Dänemark oder Serbien hinter sich, löste mit 14 Punkten aus acht Spielen als Zweiter hinter Portugal das Ticket nach Frankreich.  Höhepunkt: der 1:0-Sieg zum Auftakt in Portugal. Es war eine Sensation, dabei ist das Team nicht so unerfahren: Angeführt wird der Kader von Lorik Cana (FC Nantes), dazu stehen mit Mergim Mavraj (1. FC Köln), Torwart Etrit Berisha (Lazio Rom) oder Elseid Hysaj vom SSC Neapel einige Legionäre aus den großen europäischen Fußball-Ligen im Kader. Und die Albaner sind bei ihren Klubs beileibe keine Exoten: Der 21-jährige Rechtsverteidiger Hysaj wurde mit den Neapolitanern in der abgelaufenen Saison Vizemeister – und bestritt 37 der 38 Spiele.


Prognose: Achtelfinale wäre eine Überraschung

Mergim Mavraj (links) verteidigt für Albanien so konsequent wie beim 1. FC Köln. Im Testspiel gegen Italien lieferte er sich Zweikämpfe mit Stefano Okaka. (Foto: Getty Images)

 

Die Spiele:

Freitag, 10. Juni, 21.00 Uhr, St. Denis:    Frankreich – Rumänien

Samstag, 11. Juni, 15.00 Uhr, Lens:        Albanien – Schweiz

Mittwoch, 15. Juni, 18.00 Uhr, Paris:       Rumänien – Schweiz

Mittwoch, 15. Juni, 21.00 Uhr, Marseille:  Frankreich – Albanien

Sonntag, 19. Juni, 21.00 Uhr, Lyon:        Rumänien – Albanien

Sonntag, 19. Juni, 21.00 Uhr, Lille:          Schweiz – Frankreich