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Gruppe B: Starke englische „Löwen“ wollen eine Trophäe

UEFA Euro 2016

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25/05/2016
 

England, Russland, Wales, Slowakei 


Ohne jeden Zweifel ist England der große Favorit der Gruppe B und ein hoch gehandelter Anwärter auf den EM-Titel. Denn die „Three Lions“ haben eine grandiose Qualifikation bestritten und in einem Test über Ostern beim Weltmeister Deutschland gewonnen. Die Konkurrenten in der Gruppe sind mit Russland, dem britischen Bruderland Wales und der Slowakei weniger stark. Die Russen wollen vor allem als Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft, einen guten Eindruck hinterlassen und dürften sich mit der Slowakei um den zweiten Platz streiten. Wales ist der Außenseiter der Gruppe, hat aber mit Real-Madrid-Stürmer Gareth Bale einen der Superstars des Weltfußballs in seinen Reihen. 

 

England: Offensive ist der neue Trumpf

Oft heißt es, die Premier League würde die Entwicklung der englischen Nationalmannschaft hemmen. Doch das kann kaum stimmen, wenn man die vergangenen beiden Jahre Revue passieren lässt. Nach dem Scheitern bei der WM in Brasilien legte das Team von Trainer Roy Hodgson eine beeindruckende Serie hin: Zehn Siege in den zehn Qualifikationsspielen gegen die Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen und San Marino, aber auch gute Testspiele ließen die Hoffnungen im Mutterland des Fußballs aufblühen, bei der EM mindestens das Halbfinale zu erreichen wie zuletzt bei der Heim-EM 1996. Vor allem die Offensive ist zum Trumpf der Engländer geworden: Tottenhams Harry Kane und Jamie Vardy von Meister Leicester erzielten in der Premier League jeweils mehr als 20 Tore. Und hinter dem Duo stehen weitere spielstarke Offensivkräfte wie Dele Alli (Tottenham). Lediglich Kapitän Wayne Rooney läuft nach einer komplizierten Saison bei Manchester United mit Verletzungsproblemen einer EM-Form hinterher. „Ich habe noch ein paar gute Jahre in mir“, sagte der 30-Jährige. Auch für ihn wäre eine Rückkehr Englands in Europas Spitze die Erfüllung eines Traums.


Prognose: Halbfinale ist möglich

Jamie Vardy gab im Juni 2015 sein Debüt für England und schoss im März 2016 in Berlin beim 3:2-Sieg gegen Deutschland sein erstes Tor mit einem Hackentrick zum 2:2. (im Bild). (Foto: Imago) 

 

Russland: Werbung als WM-Gastgeber 2018 

Russland ist der Nachfolger oder der Kern einer alten Großmacht des Fußballs, die Erfolge feierte wie den ersten EM-Titel 1960, die Finalteilnahme 1988 in Deutschland oder die Olympia-Goldmedaillengewinne (1956, 1988). Und auch vor acht Jahren lief es noch grandios, als die Russen unter der Regie von Trainer Guus Hiddink bei der EM in der Schweiz und Österreich großartig aufspielten, im Viertelfinale nach Verlängerung die Niederlande besiegten und erst im Halbfinale von Spanien gestoppt wurden. Auf den Niederländer Hiddink folgte 2010 nach der gescheiterten WM-Qualifikation sein Landsmann Dick Advocaat, der 2012 vom der Italiener Fabio Capello abgelöst wurde. Mit der Verpflichtung des erfolgreichen Startrainers stiegen die Ansprüche, doch bei der WM in Brasilien scheiterte das Team in der Vorrunde. Auch im Quali-Rennen zur EM 2016 gab es nach einem Auftaktsieg drei Spiele ohne Sieg. Capello geriet in die Kritik, schließlich verlor er sein Amt. Erst nach der Trennung vom umstrittenen italienischen Trainer trat unter dem Nachfolger Leonid Sluzki eine Besserung ein. Die „Sbornaja“ buchte das EM-Ticket hinter Gruppensieger Österreich, gegen den zweimal mit 0:1 verloren wurde. Das Team besteht aus Spielern, die fast alle in der russischen Premjer-Liga spielen und aus dem Artem Dzyuba von Zenit St. Petersburg herausragt, der acht Tore in der Qualifikation erzielte. Vor der EM stieß noch der Schalker Roman Neustädter zum Kader. Der Defensivspieler wurde zu Zeiten der UdSSR in der Ukraine geboren und nahm die russische Staatsbürgerschaft an.


Prognose: Mindestens Gruppenplatz zwei wird aus Moskau gefordert, spätestens im Viertelfinale ist Schluss.

Artem Dzyuba (rechts) ist seit vielen Jahren einer der torgefährlichsten Stürmer Russlands. Bei der EM wollen er und sein Team als Gastgeber der WM 2018 glänzen. (Foto: Imago)

Gareth Bale bewegt sich nicht nur im weißen Trikot der „Königlichen“ aus Madrid mit großer Klasse, sondern auch im roten Hemd der Nationalelf von Wales. (Foto: Imago) 

 

Wales: Bale, Bale, Bale 

Ian Rush, Ryan Giggs, Mark Hughes – das waren Fußballer, deren Namen nicht nur die englischsprachige Fußballwelt faszinierten. Aber diesen ehemaligen Topstars war es nie vergönnt, an einem großen Turnier teilzunehmen. Mit der walisischen Nationalmannschaft hatten sie nie eine reelle Chance, an einer EM oder WM teilzunehmen. Doch Gareth Bale schaffte es, der teuerste Spieler der Welt – Real Madrid zahlte an Tottenham 100 Millionen Euro Ablöse – trieb die Mannschaft zur Teilnahme mit nur einer Niederlage in der Qualifikation. Der drittälteste Fußballverband der Welt erlebt nun am 11. Juni seine EM-Premiere. Erstmals seit WM 1958 ist Wales auf der großen Bühne dabei, nach dem Auftaktspiel gegen Slowakei kommt es zur „Schlacht um Britannien“. So wurde das Bruderduell der Waliser gegen England in einigen Medien auf der Insel bezeichnet. Trotz einiger Premier-League-Profis wie Aaron Ramsey vom FC Arsenal steht Bale bei den Walisern absolut im Mittelpunkt. Sieben der elf Tore in der Qualifikation, in der das Team von Coach Chris Coleman nur eine Niederlage kassierte, schoss der schnelle Stürmer, der schon mit 16 Jahren in der Nationalelf debütierte.


Prognose: Mit typisch britischer Leidenschaft könnte das Achtelfinale erreicht werden.

 

Slowakei: Übung als Favoritenschreck 

Es gibt triumphale Siege in jüngerer Vergangenheit, die die Nationalmannschaft der Slowakei in den Fokus der Sportwelt beförderten. Das war das 3:2 gegen Italien bei der WM 2010, womit die Slowaken dazu beitrugen, dass der damalige Weltmeister in Südafrika frühzeitig entthront wurde. Da war zum Start der Qualifikation für die EM 2016 das 2:1 gegen Spanien, den Europameister von 2008 und 2012. Das Team von Nationaltrainer Jan Kozak blieb den Spaniern bis Schluss auf den Fersen, mit nur einem Punkt Abstand auf die Iberer erreichten die Slowaken als Gruppenzweiter ihre erste Teilnahme an einer EM-Endrunde. „Ich erwarte, dass wir ein harter Gegner sein werden“, sagte Kozak. Neben Marek Hamsik vom SSC Neapel, der in der EM-Qualifikation fünfmal traf, stehen vor allem Martin Skrtel vom FC Liverpool und Peter Pekarik von Hertha BSC im Fokus. Die Mannschaft agiert defensiv kompakt, doch in der Offensive hapert es oft. 


Prognose: Alles andere als das Vorrunden-Aus wäre eine Überraschung. 

Marek Hamsik ist die beste Offensivkraft der Slowakei. Mit 17 Jahren ging er nach Italien, seit 2007 spielt der 29-Jährige für den SSC Neapel. (Foto: Imago) 

 

Die Spiele:

Samstag, 11. Juni, 18.00 Uhr, Bordeaux: Wales – Slowakei

Samstag, 11. Juni, 21.00 Uhr, Marseille: England-Russland 

Mittwoch, 15. Juni, 15.00 Uhr, Lille:  Russland - Slowakei

Donnerstag, 16. Juni, 15.00 Uhr, Lens: England - Wales

Montag, 20. Juni, 21.00 Uhr, Saint-Etienne: Slowakei - England

Monat, 20. Juni, 18.00 Uhr, Toulouse: Russland - Wales