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Gruppe D: Titelverteidiger in einer Gruppe ohne Außenseiter

UEFA Euro 2016

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25/05/2016
 

Spanien, Tschechien, Türkei, Kroatien


Nach der Auslosung in Paris gab es bei den Teilnehmern der Gruppe D kaum fröhliche Gesichter. Der Reiz einer sportlich äußerst attraktiven Gruppe wurde von der Sorge vor einem frühzeitigen Ausscheiden überdeckt: Keines der vier Teams fällt sportlich ab oder fällt in die Kategorie Außenseiter. Spanien als Sechster der FIFA-Weltrangliste ist zwar favorisiert, die Türkei (13.), Kroatien (23.) und Tschechien (29.) werden aber auch für den Titelverteidiger harte Proben – nicht zuletzt, weil die die Türkei und Tschechien in der Qualifikation niemand geringeren als den WM-Dritten Niederlande ausschalteten. Zumindest die neutralen Zuschauer dürfen sich aber freuen: Die Gruppe D verspricht hochklassige Duelle und spannenden Entscheidungen im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Und es lockt ein kleiner Bonus: Wer diese Gruppe übersteht, sollte für die K.o.-Runde mit einem Extra-Schub Selbstvertrauen ausgestattet sein. 

 

Spanien: Zurück zu altem Glanz nach dem WM-Debakel?

Zwei Jahre ist das Debakel her, das den spanischen Fußball die weltweite Vormachtstellung kostete und eine erfolgreiche Ära beendete: Bei der WM 2014 in Brasilien schied der damals amtierende Welt- und Europameister in der Vorrunde aus – nach zwei bösen Pleiten gegen die Niederlande (1:5) und Chile (0:2). In der darauffolgenden EM-Qualifikation zeigte sich „La Furia Roja" (die Rote Furie) aber bestens erholt vom WM-Schock und dominierte die Qualifikationsgruppe mit früherer Souveränität: Spanien feierte neun Siege in zehn Spielen und belegte mit deutlichem Abstand vor der Slowakei und der Ukraine den ersten Rang. Nur das 1:2 in der Slowakei war ein kleiner Makel. Trainer Vicente del Bosque überraschte im Anschluss bei der Nominierung seines vorläufigen Kaders für – indem er für die Mission, als erstes Land den dritten EM-Titel in Folge zu gewinnen, altbewährte Kräfte ignorierte. Unter anderem verzichtete der 65-Jährige auf zwei Spieler des FC Bayern München, Julio Bernat und Javi Martinez, zudem auf Fernando Torres vom Champions-League-Finalisten Atlético Madrid sowie Juan Mata von Manchester United. Verzichten muss er zudem auf Chelseas Stürmer Diego Costa (Oberschenkel-Verletzung). Zweifel an der Qualität seines Aufgebots gibt es dennoch nicht, die Ansammlung der Spieler aus den spanischen Top-Mannschaften Atlético (3), Real Madrid (3) und FC Barcelona (5) wird unter anderem durch Legionäre wie David de Gea (Manchester United), Thiago (FC Bayern), David Silva (Manchester City), Cesc Fabregas (FC Chelsea) und Alvaro Morata (Juventus Turin) ergänzt.


Prognose: Titelfavorit

Trainer Vicente del Bosque und die spanische Nationalmannschaft wollen nach dem WM-Desaster wieder aufstehen und um den Titel mitspielen. (Foto: Imago)

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Hoffen auf eine ähnlich starke Form wie während der Qualifikation: Vlarida Darida und das tschechiche Nationalteam. (Foto: Imago)

 

Tschechien: Selbstbewusster Stammgast 

Zum sechsten Mal in Folge hat sich Tschechien für eine EM-Endrunde qualifiziert. Der Vize-Europameister von 1996 löste das Ticket in der schweren Gruppe A überaus souverän: Sieben Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen sorgten für Platz eins vor den ebenfalls qualifizierten Mannschaften aus Island und der Türkei wie vor den sensationell ausgeschiedenen Niederländern. Allerdings dämpften die Tests nach der gelungenen Qualifikation die Euphorie ein wenig: In den drei Partien gegen Polen (1:3), Schottland (0:1) und Schweden (1:1) gelang kein Sieg. Vor allem gegen Polen blitzten dabei einige defensive Schwächen auf, die in der Qualifikation dafür gesorgt hatten, dass das Team die meisten Gegentore (14) aller qualifizierten Mannschaften hinnehmen musste. Dennoch überwiegen Vorfreude und Zuversicht im Team von Pavel Vrba (52), der im Tor auf Petr Cech (34/Arsenal) setzt und noch auf die Genesung seines an einer Oberschenkelverletzung leidenden Klub-Kameraden Tomas Rosicky (35) hofft. Aus der Bundesliga stehen der Berliner Spielmacher Vladimir Darida (25) und die beiden Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie (29/Bremen) und Pavel Kaderabek (24/Hoffenheim) im vorläufigen Aufgebot.


Prognose: Chancen auf das Achtelfinale

 

Türkei: Bester Dritter will ins Endspiel

Der grandiose Endspurt in der EM-Qualifikation hat der Türkei neues Selbstbewusstsein eingehaucht: Nachdem der Start in die Gruppe A völlig verpatzt wurde, besiegte die Mannschaft von Trainer Fatih Terim auf der Zielgeraden die direkten Konkurrenten und sicherte sich so neben der direkten Teilnahme als bester Gruppendritter auch ein hoch gestecktes Ziel: „Wir wollen ins Endspiel“, ließ der Trainer wissen. Die forschen Töne basieren auch auf einer stolzen Serie, die erst im bislang letzten Testspiel in England riss: Bis zum 1:2 auf der Insel blieb die Türkei mehr als ein Jahr lang ungeschlagen, nach der Qualifikation waren noch Erfolge gegen die EM-Teilnehmer Schweden (2:1) und Österreich (2:1) geglückt. Trotz des enormen Selbstbewusstseins und den zu erwartenden Fan-Massen muss das Team in der Vorrunde aber bereits an seine Leistungsgrenze gehen, um sich in der schweren Gruppe D durchzusetzen. In den vier europäischen Top-Ligen Deutschland, Spanien, England und Italien spielen aus dem EM-Kader nur Hakan Calhanoglu (Bayer 04 Leverkusen), Nuri Sahin (Borussia Dortmund), Arda Turan (FC Barcelona) und Yunus Malli (Mainz 05).


Prognose: Chancen auf das Achtelfinale

Arda Turan und die Türkei haben sich für die EM hohe Ziele gesetzt. (Foto: Imago) 

 

Kroatien: Chancenreich nach chaotischer Qualifikation

Obwohl das Ziel doch noch erreicht wurde, verlief die EM-Qualifikation für Kroatien chaotisch: Trainer Nico Kovac wurde zwei Spieltage vor Schluss durch Ante Catic ersetzt, die Partie beim späteren Gruppensieger Italien musste in der Hinserie wegen von kroatischen Fans geworfenen Rauchbomben unterbrochen werden. Zwischenzeitlich drohte sogar der Ausschluss von der Europameisterschaft: Im Rückspiel in Split vor leeren Rängen hatten die Heimfans vor dem Spiel ein gut sichtbares Hakenkreuz in den Rasen eingearbeitet. Als Strafe setzte es „nur“ weitere Geisterspiele, einen Punktabzug und eine Geldstrafe von 100.000 Euro, so dass sich Kroatien doch noch zum fünften Mal für eine EM-Endrunde qualifizierte. In Frankreich wollen die Kroaten die Negativschlagzeilen vergessen machen und sportlich für Furore sorgen. Das Talent reicht dazu aus, der Kader ist eine imposante Ansammlung von Top-Spielern aus den großen europäischen Ligen. Unter anderem kann Coach Catic auf Tin Jedvaj (Bayer Leverkusen), Darijo Srna (Shakhtar Donezk), Mateo Kovacic (Real Madrid), Luka Modric (Real Madrid), Marcelo Brozovic (Inter Mailand), Ivan Rakitic (FC Barcelona), Ivan Perisic (Inter Mailand) und Mario Mandzukic (Juventus Turin) zählen.

 

Prognose: Chancen auf das Halbfinale 

Kroatiens Kapitän Darjo Srna will mit seiner Mannschaft in Frankreich wieder durch Erfolge für Schlagzeilen sorgen. (Foto: Imago)

 

Die Spiele:

Sonntag, 12. Juni, 15 Uhr, Paris: Türkei – Kroatien 

Sontag, 13. Juni, 15 Uhr, Toulouse:  Spanien – Tschechien

Freitag. 17. Juni, 18 Uhr, Saint Etienne: Tschechien – Kroatien 

Freitag, 17. Juni, 21 Uhr, Nizza: Spanien – Türkei 

Dienstag, 21. Juni, 21 Uhr, Lens: Tschechien – Türkei 

Dienstag, 21. Juni, 21 Uhr, Bordeaux: Kroatien – Spanien