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Gruppe F: Portugal will glänzen, Island überraschen

UEFA Euro 2016

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26/05/2016
 

Portugal, Österreich, Ungarn, Island 


Die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo sind nicht nur hoher Favorit auf den Gruppensieg, sie gelten zudem inzwischen fast traditionell zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten. So vermessen ist in Österreich natürlich niemand, doch für die talentierte Mannschaft von Trainer Marcel Koller sollte der zweite Platz hinter den hoch gehandelten Portugiesen schon der Anspruch sein. Gefährlich werden könnten ihnen wohl nur EM-Debütant Island, die in ihrer Qualifikationsgruppe dafür sorgten, dass die Niederländer nun nur Zuschauer sind. Komplettiert wird die Gruppe F vom Außenseiter Ungarn. Die Magyaren sind, dank der Aufstockung auf 24 Teams, erstmals seit 1972 bei einer Europameisterschaft dabei und mit der Qualifikation für die EM-Endrunde mehr als nur im Soll.

 

Portugal: Letzte EM-Chance des Superstars

Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 auf der internationalen Bildfläche erschien, war er eine Verheißung. Der heute 31-Jährige ist längst ein Superstar des internationalen Fußballs: dreimaliger Weltfußballer, dekoriert mit Champions-League-Siegen, spanischen und englischen Meisterschaften – CR7 ist eine Marke und eine Legende. Einzig mit dem oft hoch gelobten portugiesischen Nationalteam hat es nie zu einem Titel gereicht – und nie kam er dem Triumph so nahe wie damals, als 19-jähriger EM-Debütant, als der Gastgeber im Finale sensationell gegen Griechenland verlor. Doch die Portugiesen sind echte EM-Spezialisten. Als einziges Land hat Portugal bei den fünf zurückliegenden Europameisterschaften immer zumindest die K.o.-Runde erreicht. Bei der letzten EM 2012 scheiterte Portugal im Halbfinale nach Elfmeterschießen an Europameister Spanien. Das Gerüst der Elf von Trainer Fernando Santos um die Defensivspieler Pepe, Ricardo Carvalho und Bruno Alves sowie die Angreifer Nani oder Ricardo Quaresma ist dabei deutlich in die Jahre gekommen, aber dafür mit internationaler Erfahrung gesegnet. Zudem könnte bei dieser EM der Stern eines neuen portugiesischen Stars aufgehen: Renato Sanches, Der 18-Jährige wurde soeben für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Bayern München transferiert und gilt als eines der größten Talente des europäischen Fußballs. In Frankreich tritt er nun auf die große Bühne.


Prognose: Viertelfinale 

Neuer Anlauf: Cristiano Ronaldo will mit den Portugiesen EM-Geschichte schreiben. (Foto: Imago)

 

Österreich: So gut wie lange nicht 

Bei der EM 2008 waren die Österreicher als Co-Gastgeber mit von der Partie, aber das Turnier in Frankreich wird die erste Euro sein, für die sich die Alpenrepublik auf sportlichem Wege qualifizieren konnte. Zur Europameisterschaft geführt hat die traditionsbewussten Österreicher dabei ausgerechnet ein Schweizer: Trainer Marcel Koller, in Deutschland bestens bekannt als Coach des 1. FC Köln und des VfL Bochum. Die Qualifikation glich einem Triumphzug: In der Gruppe mit den Kontrahenten Schweden und Russland setzte sich die Koller-Elf ohne Niederlage durch, gewann nach dem 1:1 gegen Schweden zum Auftakt alle neun weiteren Partien und wurde überlegen Gruppensieger. Kapitän der Elf ist der frühere Schalker Christian Fuchs, soeben sensationell englischer Meister mit Leicester City geworden. Der prominenteste Name aber ist ohne Zweifel Bayern-Profi David Alaba, der im Austria-Trikot im defensiven Mittelfeld aufläuft. Der 23-Jährige trifft dabei auf viele Bundesliga-Kollegen: 15 der 24 Spieler des vorläufigen EM-Kaders stehen in Deutschland unter Vertrag, darunter bekannte Namen wie Zlatko Junuzovic, Julian Baumgartlinger, Alessandro Schöpf oder Martin Harnik. Dazu kommen mit Marko Arnautovic, Kevin Wimmer und Sebastian Prödl noch Legionäre aus der Premier League, die einst in der Bundesliga dienten. Koller hat daraus ein Team mit schnörkellosem Fußball und Vorliebe fürs Pressing geformt. 


Prognose: Das Achtelfinale ist Pflicht, ein Viertelfinal-Einzug die Kür

Auf dem Höhenflug: Christian Fuchs wurde mit Leicester City englischer Meister, nun will er Österreich als Kapitän in die K.o-Runde führen. (Foto: Imago)

 

Ungarn: Zurück auf der großen Bühne 

Die große Zeit des ungarischen Fußballs liegt bekanntermaßen sehr lange zurück: In den 50er Jahren stellten die Magyaren um Ferenc Puskas und Nandor Hidegkuti eine „Wunder-Elf“, standen 1954 im WM-Finale und wurden Olympiasieger. In den 80er Jahren langte es für die Ungarn dann immerhin noch mehrfach zur Teilnahme an einer Weltmeisterschaft und mit dem 10:1 gegen El Salvador 1982 sogar zum höchsten Sieg der WM-Geschichte. Aber seit 1986 war Ungarn bei den großen Turnieren stets nur Zuschauer. Die Qualifikation zur Euro 2016 gelang als Gruppendritter (hinter Nordirland und Rumänien) erst über den Umweg der Playoffs mit zwei Siegen über Norwegen. Das Team besteht fast ausschließlich aus Spielern der heimischen Liga, einzig Adam Szalai (TSG Hoffenheim), Zoltan Stieber (Hamburger SV) und Laszlo Kleinheisler (Werder Bremen) dienen in einer Top-Liga. Im Tor allerdings könnte ein bekannter Ungar Geschichte schreiben: Sollte der frühere Hertha-Torwart Gabor Kiraly, inzwischen 40 Jahre alt, zwischen den Pfosten stehen, wäre er der älteste Spieler, der je bei einer EM aufgelaufen wäre. Die Entscheidung darüber fällen zwei Deutsche: Trainer Bernd Storck und sein Assistent Andreas Möller. Der Europameister von 1996 ist damit unumstritten das prominenteste Gesicht der ungarischen Delegation.


Prognose: Aus in der Vorrunde 

Nur Außenseiter: Die Ungarn um den Bremer Laszlo Kleinheisler und den jungen Adam Nagy (v.links). (Foto: Imago)

 

Island: Das Märchen von der Insel

Die Endrunden-Teilnahme der Isländer war die wohl größte Sensation dieser EM-Qualifikation. In der überaus schweren Gruppe mit den Niederlanden, Tschechien und der Türkei setze sich die Auswahl des Trainer-Gespanns Lars Lagerbäck und Heimir Hallgrimsson sogar vorzeitig durch. Es ist die erste Teilnahme des nur rund 330.000 Einwohner zählenden Landes an einem der großen Fußball-Turniere. Die selbsternannten Wikinger dürften für ihre Kontrahenten ein unangenehmer Gegner sein. Eine kampf- und laufstarke Auswahl, die in der Offensive auch gern mal auf die Standardsituationen baut.  Kopf, Herz und Seele des Teams ist der inzwischen 37-jährige Eidur Gudjohnsen. Der wohl beste isländische Fußballer der Geschichte gewann im Jahr 2009 mit dem FC Barcelona die Champions League und wurde mit dem FC Chelsea zudem mehrfacher Englischer Meister. Und Gudjohnsen, der derzeit beim norwegischen Erstligisten Molde spielt, schrieb Geschichte: Am 24. April 1996 wurde er beim Länderspiel gegen Estland eingewechselt – für seinen eigenen Vater Arnor. Ein Novum. 


Prognose: Das Achtelfinale, auch als Gruppendritter, wäre ein großer Erfolg. 

Im Jubelrausch: Die isländische Nationalelf ist die größte Überraschung dieser EM-Qualifikation. (Foto: Imago)

 

Die Spiele:

Dienstag, 14. Juni, 18.00 Uhr in Bordeaux: Österreich – Ungarn 

Dienstag, 14. Juni, 21.00 Uhr in Saint Etienne: Portugal - Island

Samstag, 18. Juni, 18.00 Uhr in Marseille: Island – Ungarn

Samstag, 18. Juni, 21.00 Uhr in Paris: Portugal - Österreich 

Mittwoch, 22. Juni, 18.00 Uhr in Lyon: Ungarn – Portugal

Mittwoch, 22. Juni, 18.00 Uhr in St. Denis: Island – Österreich