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Favoriten suchen noch nach ihrer Form

UEFA Euro 2016

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15/06/2016
 

Kein Favorit konnte in den ersten Spielen der Europameisterschaft voll überzeugen, England und Portugal mussten sich sogar mit einem Unentschieden zufriedengeben. Die Überraschungen waren die 2:0-Siege von Italien über Belgien sowie von Ungarn über Österreich.


Zum Abschluss des ersten Spieltages in allen sechs Gruppen erwischte es einen Mitfavoriten. Superstar Cristiano Ronaldo war total frustriert, meckerte, reklamierte und redete auf den türkischen Schiedsrichter Cüneyt Cakir ein. Es half alles nichts. Auch Ronaldo musste das 1:1 (1:0) seiner portugiesischen Nationalelf in der Gruppe F gegen EM-Neuling Island akzeptieren. Der Außenseiter habe vor den Strafraum „den Mannschaftsbus gestellt“, erklärte Ronaldo vergrätzt und meinte offenbar die vier schrankgroßen Verteidiger des Gegners.


Fernando Santos, Trainer des Vize-Europameisters von 2004, war deutlich selbstkritischer. „Wir sind selbst schuld, dass wir nicht mehr Tore erzielt haben“, sagte er. 66 Prozent Ballbesitz und 27:4 Torschüsse in Saint Etienne reichten nur zu einem Punkt. Die Isländer, begleitet von tausenden blau-rot gekleideten Fans, feierten das Remis wie einen Drei-Punkte-Gewinn. Tabellenführer vor dem zweiten Spieltag der Gruppe F ist damit sensationell Ungarn, den wenige Stunden zuvor in Bordeaux mit dem 2:0 (1:0) gegen Österreich eine große Überraschung gelungen war. „Wie konnte das passieren?“, fragte die „Kronenzeitung“ per Schlagzeile.


Die Favoriten taten sich schwer in ihren Auftaktspielen bei der Europameisterschaft 2016. Weltmeister Deutschland gewann noch mit einer gewissen Souveränität gegen die Ukraine mit 2:0 (1:0), ohne jedoch in Lille zu glänzen. Das hoch eingeschätzte Belgien strauchelte in Lyon gegen Italien mit 0:2 (0:1), womit die „Azzurri“ die skeptischen Prognosen widerlegten und von künftigen Gegner wieder sehr ernst genommen werden dürften. Spanien, der Europameister von 2008 und 2012, mühte sich in Toulouse zu einem 1:0 (0:0) gegen Tschechien. Das hoch eingeschätzte Team aus England kassierte in der Nachspielzeit in Marseille gegen Russland das Tor zum Endstand von 1:1 (1:0).  Und auch Gastgeber Frankreich musste im Eröffnungsspiel bis zur 87. Minute warten, ehe der erleichternde, intensiv umjubelte Treffer zum 2:1 (0:0) gegen Rumänien fiel.

Den Kopfball des Franzosen Antoine Griezmann versucht der Rumäne Vlad Chiricheș zu erreichen. (Foto: Imago)

 

Payet bewahrte Franzosen vor Enttäuschung – Russen droht Verbannung

Die beiden viermaligen Weltmeister Deutschland und Italien hinterließen noch den besten Eindruck. Und sie waren auch an zwei Spielen beteiligt, die unter den ersten zwölf Turnier-Partien die besten Spiel-Gesamtnoten verdient hatten. Aber ohne den emotionalen Höhepunkt, dass der in der 90. Minute eingewechselte Bastian Schweinsteiger nach einem langen Sprint in der Nachspielzeit den zweiten Treffer erzielte, wäre die Partie wohl schon in einigen Wochen als wenig markantes Spiel der Vergesslichkeit anheimgefallen. „Das war ein klassisches Auftaktspiel. Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen und zu Null gespielt haben. Beim Rest müssen wir uns steigern“, sagte Sami Khedira. Im ersten Spiel der Gruppe C zuvor hatte Polen den Turnierneuling Nordirland mit 1:0 (0:0) bezwungen.


Ab durch die Mitte: Mesut Özil (Mitte) beim 2:0 der deutschen Elf gegen die Ukraine gegen Artem Fedetskyi (rechts) und Jaroslaw Rakyzkyj. (Foto: Imago)

 

Italien überraschte Belgien in der Gruppe E durch Tore von Emanuele Giaccherini und Graziano Pellè, der in der Nachspielzeit die spannende Begegnung entschied. Italien bot mit einem Durchschnittsalter von über 31,5 Jahren das älteste Team auf, das jemals bei einer EM spielte. „Es war ein sehr gutes Spiel von unserer Seite. Das ist eine Mannschaft aus 23 guten Jungs, die Chemie im Team stimmt. Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Der Weg ist steil, doch der Teamgeist ist da“, sagte Trainer Antonio Conte. Im ersten Spiel der Gruppe E hatten sich in Saint-Denis Irland und Schweden mit 1:1 (0:0) getrennt.


Dimitri Payet, ein Mann aus der Übersee-Departement Réunion im Indischen Ozean, der bei West Ham United unter Vertrag steht, bewahrte die Franzosen vor einem Fehlstart. Denn ohne den Treffer des offensiven Mittelfeldspielers zum 2:1 gegen Rumänien in der 87. Minute wäre der Auftritt der „Equipe Tricolore“ im EM-Eröffnungsspiel im „Stade de France“ in Saint-Denis sehr enttäuschend gewesen. Die Schweiz gewann in der Gruppe A durch ein frühes Tor des Hoffenheimers Fabian Schär mit 1:0 (1:0) gegen Albanien in Lens. 


In der Gruppe B gelang Wales in Bordeaux ein 2:1 (1:0) gegen die Slowakei. Gareth Bale vom Champions-League-Sieger Real Madrid leitete mit seinem Freistoßtreffer den Sieg ein und heizte dann das Duell gegen England an, indem er auf die Frage, welcher englischer Spieler es von seinem Niveau in die Wales-Elf schaffen würde, frech antwortete: „Keiner.“ England spielte bei seinem EM-Start in Marseille sehr ansehnlich, ging durch einen Freistoß von Eric Dier in Führung, musste dann durch den russischen Verteidiger Vasili Berezutski (92.+2) den späten, insgesamt unverdienten Ausgleich hinnehmen.

Torschütze Eric Dier (links) beim 1:1 der Engländer gegen Russland mit dem Schalker Roman Neustädter. (Foto: Imago)

 

Mehr Schlagzeilen machten die schweren Ausschreitungen vor dem Spiel und direkt nach dem Abpfiff im Stadion, als russische Hooligans den englischen Zuschauerblock stürmten und gewalttätig wurden. Die UEFA reagierte mit einem klaren Signal: Russland spielt nur noch auf Bewährung bei der EURO 2016, bei einer Wiederholung der Vorfälle wird der Gastgeber der WM 2018 aus dem Turnier in Frankreich ausgeschlossen.


In der Gruppe D gewann Spanien mit 1:0 (0:0) gegen Tschechien. Auch in Toulouse fiel der Treffer spät, Barcelona-Verteidiger Piqué stellte in der 87. Minute mit einem Kopfball den verdienten Sieg gegen die defensiv eingestellten Tschechen her. Bei den Kontrahenten der Gruppe im Pariser Prinzenparkstadion entschied auch ein „Goldener Treffer“ die Partie. Luca Modric vom Champions-League-Sieger Real Madrid traf zum 1:0 (1:0) der Kroaten gegen die Türkei.

Großer Jubel bei den spanischen Spielern und den Fans der "Furia Roja" nach dem 1:0-Treffer. (Foto: Imago)