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2. Spieltag: Spanien glänzt – Belgien zurück im Favoritenkreis

UEFA Euro 2016

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20/06/2016
 

Frankreich, Spanien und Italien erreichten bereits das Achtelfinale, Weltmeister Deutschland musste sich mit einem 0:0 gegen Polen zufriedengeben, mit Portugal droht einem der Mitfavoriten das frühzeitige Turnier-Aus, von den EM-Neulingen befinden sich weiterhin Ungarn und Island in guten Positionen, auch Nordirland schaffte eine Überraschung. Ein weiteres Fazit nach den zweiten Gruppenspielen lautet: Hohe Siege bleiben eine Seltenheit, bei der Europameisterschaft 2016 ist in der Vorrunde die Defensive der Trumpf vieler Teams.


Zum Auftakt des 3. Spieltags am Sonntag, den 19. Juni, schaffte auch die Schweiz mit dem 0:0 gegen Frankreich den Einzug in die K.o.-Runde, Albanien dürfte nach dem 1:0 gegen Rumänien ebenfalls eine Runde weiter sein.

Die höchsten und zugleich überzeugendsten Siege mit jeweils 3:0 errangen in den zweiten Gruppen-Partien Spanien gegen die Türkei und Belgien gegen Irland. Eindrucksvoll bestätigte der Europameister von 2008 und 2012, dass er in Frankreich durchaus zum Titel-Hattrick fähig sein könnte. Morata mit einem Doppelpack und Nolito erzielten die Tore in Nizza. Deutschlands Trainer Joachim Löw zog nach dem zweiten Sieg der Iberer, denen das 1:0 zum Auftakt gegen Tschechien in der Gruppe D schwerer gefallen war, den Hut: „Spanien ist seit sieben, acht Jahren eine Klassemannschaft. Das war sie auch bei der WM 2014, trotz der Niederlage gegen Holland und dem Ausscheiden in der Vorrunde.“ Natürlich sei Spanien ein Anwärter auf die Finalteilnahme am 10. Juli, betonte Löw. 

Andres Iniesta, der begnadete Regisseur des FC Barcelona, ist rechtzeitig zur EURO 2016 wieder in Topform und führte Spanien zum 3:0 gegen die Türkei. (Foto: Imago)

 

Im zweiten Spiel des zweiten Spieltages der Gruppe D trennten sich Tschechien und Kroatien in St. Etienne mit 2:2. Lange hatten die Kroaten durch Perisic und Rakitic mit 2:0 geführt, dann schlug der Halbfinalist von 2004 mit Toren von Skoda und Necid, der in der 93. Minute einen Handelfmeter verwandelte, zurück. Hässliche Szenen spielten sich auf den Rängen ab: Kroatische Fans entzündeten bengalische Feuer und warfen die Fackeln auf den Rasen.


Klar mit 3:0 gewann auch Belgien gegen Irland in der Gruppe E in Bordeaux und meldete sich damit nach dem 0:2 gegen Italien im Kreis der Favoriten zurück. Lukaku mit zwei Toren und Witsel trafen für die „Roten Teufel“. Doch Trainer Marc Wilmots war gar nicht zufrieden und schimpfte auf die belgischen Medien, die ihn nach der Start-Niederlage kritisiert hatten. „Nach vier Jahren des Erfolgs kommt diese Kritik. Das ist Manipulation“, sagte Wilmots wütend. „Ihr wollt mich wieder entlassen, aber macht Euch keine Sorgen. Daran habe ich mich gewöhnt.“


In der zweiten Partie der Gruppe E gelang Italien wie gegen Belgien wieder erst ein später Sieg. Der Vize-Europameister von 2012 besiegte Schweden mit 1:0. Das Tor in Toulouse schoss Eder, ein gebürtiger Brasilianer, in der 88. Minute. 

Der belgische Doppeltorschütze Romelu Lukaku feuert beim 3:0 gegen Irland einen Torschuss ab, bedrängt von John O´Shea (links). (Foto: Imago)

 

Ronaldo schoss einen Elfmeter an den Pfosten

Nach dem 0:0 gegen Österreich mit dem überragenden Robert Almer im Tor droht Portugal das Aus in der Vorrunde. Cristinao Ronaldo schoss in der 79. Minute einen Foulelfmeter an den Pfosten. Der Superstar ist nicht richtig fit. Der dreimalige EM-Halbfinalist agierte nicht schlecht, doch zunehmend nervös und schließlich führten Pech und Unvermögen dazu, dass gegen das Austria-Team im Pariser Prinzenparkstadion kein Treffer gelang. Weil Ronaldo mit einem Fan, der das Spielfeld gestürmt hatte, sich zu einem Handy-Foto in Positur stellte, nahm die Uefa Ermittlungen auf, um eventuell eine Strafe zu verhängen.


Tabellenführer der Gruppe F nach zwei Spieltagen bleibt Ungarn, das sich in Marseille von Island mit 1:1 trennte. Island lag nach dem 1:1 gegen Portugal lange in Führung durch Sigurdssons Elfmetertor, doch mit dem Eigentor von Saevarsson zwei Minuten vor Schluss endete die Partie mit einem Remis. Beide Teams, Island wie Ungarn, behielten die Chance, ins Achtelfinale einzuziehen. Die Magyaren haben mit vier Punkten die Teilnahme fast schon sicher.


Sehr späte Tore benötigte auch Frankreich wie schon beim Auftaktsieg gegen Rumänien, um in der Gruppe A gegen Albanien wieder drei Punkte einzufahren. In Marseille trafen Griezmann in der 90. und Payet in der 96. Minute. Die Gruppenkonkurrenten Rumänien und die Schweiz hatten sich mit einem 1:1 in Paris getrennt. Stancu mit einem Foulelfmeter für die Osteuropäer, Mehmedi für die Eidgenossen erzielten die Tore.

Dimitri Payet (rechts), der Star der Franzosen bei der EURO 2016, beim Sieg gegen Albanien mit Burim Kukeli. (Foto: Imago)

 

„Kampf um Britannien“: England bezwingt Wales in der 93. Minute

In der Gruppe B errang England in Lens den ersten Sieg. Im „Kampf um Britannien“, wie das Duell gegen Wales auf der Insel bezeichnet worden war, siegte die Mannschaft von Trainer Roy Hodgson mit 2:1. Die Führung durch Bale erwiderten Vardy und Sturridge mit ihren Treffern. Das Siegtor fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit. Zuvor hatte in der Gruppe Russland mit 1:2 gegen die Slowakei verloren. Die Tore von Weiss und Hamsik bei einem Gegentreffer von Glushakow bedeuteten für die Russen fast schon das EM-Aus, wenn nicht am dritten Spieltag ein Drei-Punkte-Gewinn gegen Wales folgt. Lille war am Spieltag fast zur Hochsicherheitszone geworden, um nach den negativen Erfahrungen am ersten Spieltag in Marseille die russischen und britischen Fans zu trennen. Der kleine Spielort Lens liegt in unmittelbarer Nähe zur nordfranzösischen Metropole Lille, wo die verschiedenen Fangruppen aufeinandertrafen.  


In der Gruppe C tat sich Deutschland schwer gegen Polen. Das 0:0 in Saint-Denis war mit der polnischen Mannschaft ein Beispiel für die bei der EM oft praktizierte defensive Ausrichtung vieler Teams. Aus einer massierten Abwehr lauern die Mannschaften auf die Möglichkeit, durch Konter zu eigenen Torerfolgen zu kommen. Für die Polen ging das Rezept trotz ihres Supertorjägers Lewandowski nicht auf, allerdings schafften sie es, die deutsche Offensive in Schach zu halten. Im ersten Spiel der Gruppe C hatte Nordirland in Lyon recht unerwartet die Ukraine mit 2:0 geschlagen. McAuley kurz nach der Halbzeit und McGinn in der 96. Minute erzielten die Tore der Briten. Für die Ukraine bedeutete die zweite Niederlage fast schon das Turnier-Aus.

Mesut Özil (Mitte) beim 0:0 der Deutschen gegen Polen im Duell gegen Krzysztof Maczynski (rechts). Mit dabei: Grzegorz Krychowiak (links) und Mario Götze (verdeckt). (Foto: Imago)

 

Komplizierter Modus entscheidet über Achtelfinal-Teilnahme

Wie das Achtelfinale zusammengesetzt wird, hängt teilweise von einem recht komplizierten Modus ab. Da sich neben den Gruppensiegern und den Gruppenzweiten auch vier der sechs Gruppendritten für das Achtelfinale qualifizieren, muss ein Ranking für die Gruppendritten erstellt werden. Innerhalb der Gruppe zählt die Anzahl der erreichten Punkte, dann der direkte Vergleich, dann die Tordifferenz. Die sechs Gruppendritten werden folgendermaßen in eine Tabelle eingereiht: 1. höhere Punktzahl, 2. bessere Tordifferenz, 3. höhere Zahl erzielter Tore, 4. Fair-Play-Verhalten, das heißt, hier fließt die Zahl der gegen das Team verhängten gelben und roten Karten ein, 5. der UEFA-Koeffizient für Nationalmannschaften, der sich vielen Ergebnissen der vergangenen Jahre ergibt. Das komplizierte Verfahren liegt an der Ausdehnung des Turniers von 16 auf 24 Mannschaften. Ab dem Achtelfinale wird es dann wieder übersichtlich: Stehen Spiele nach 90 Minuten unentschieden, werden sie verlängert. Bleibt es beim Remis nach 120 Minuten kommt es zum Elfmeterschießen.