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Vorfreude bei den deutschen Nationalspielern: Italien kann kommen

UEFA Euro 2016

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28/06/2016
 

Nach dem 3:0 (2:0) gegen die Slowakei im Achtelfinale der Europameisterschaft ist die Zuversicht in der deutschen Nationalmannschaft noch angewachsen, das Turnier erfolgreich abzuschließen. Im Viertelfinale am Samstag, 2. Juli, trifft der Weltmeister in Bordeaux auf Italien, das 2:0 gegen Spanien gewann. Italien ist der große Angstgegner der deutschen Nationalmannschaft, die noch nie ein Turnier-Duell gegen die „Azzurri“ gewinnen konnte. In den anderen Viertelfinals kommt es zu folgenden Paarungen: Polen-Portugal, Wales-Belgien und Frankreich-Island.


Sie saßen gebannt vor den großen TV-Schirmen, der Termin war Pflicht. Die deutschen Nationalspieler verfolgten am Montag live das spannende Viertelfinale der Topteams zwischen Italien und Spanien im „Hotel Ermitage“ in Evian-les-Bains. Sie konnten nach ihrer Topleistung beim 3:0 gegen die Slowakei am Vortag in Lille entspannt verfolgen, wer der Viertelfinale-Gegner würde. 2:0 hieß es am Ende für Italien. Spanien, der Doppel-Europameister von 2008 und 2012 Spanien, war gestürzt worden. Nun kommt es am Samstag in Bordeaux zum Duell der beiden viermaligen Weltmeister zwischen Deutschland und Italien. Die Zuversicht ist groß, dass der Negativserie gegen die „Azzurri“ bei EM- oder EM-Turnieren beendet wird. Im Testspiel nach Ostern in München konnten die Italiener zuletzt mit 4:1 besiegt werden.

Szene aus dem EM-Halbfinale 2012, das Italien mit 2:1 gegen Deutschland gewann: Mesut Özil (Mitte) kämpft gegen Giorgio Chiellini (links) und Daniele de Rossi. (Foto: Imago)

 

Nachdem feststand, dass Italien der nächste EM-Gegner sein würde, erlebten auch die deutschen Nationalspieler die größte Sensation bei der EURO 2016: Im Achtelfinale in Saint-Denis gewann Island gegen England 2:1. „Die Isländer sind super organisiert. Sie haben eine sehr gute defensive Struktur. Wie sie dann auch mutig nach vorne gespielt haben - das war schon klasse“, sagte Bundestrainer Joachim Löw zum möglichen Halbfinalgegner Island. Die Insulaner aus dem Atlantischen Ozean müssten allerdings in ihrem Viertelfinale Frankreich ausschalten, um noch eine Runde weiter zu kommen. Die Deutschen richteten ihren Fokus dann auch auf den nächsten Gegner, die große Fußball-Nation Italien, gegen die man zuletzt bei einem Turnier 2012 im Halbfinale von Warschau mit 1:2 verloren hat.

Joachim Löw freute sich beim 3:0 gegen die Slowakei über die gute Leistung des DFB-Teams. Er glaubt, dass Italien im Viertelfinale erstmals bei einem Turnier besiegt wird. (Foto: Imago)

 

Löw: „Das Verteidigen liegt den Italiener in Fleisch und Blut“

„Wir haben kein Italien-Trauma“, betonte Löw und sagte, dass in Bordeaux ganz andere Spieler spielen würden als bei den letzten Duellen. „Das ist für mich kalter Kaffee. Mit ist frischer Espresso lieber. Wir müssen schauen, dass er uns Samstag schmeckt“, sagte Löw und gab eine Prognose zum Spielverlauf: „Gegen die Italiener wird es ein unheimlich zähes Spiel. Das Verteidigen ist bei ihnen in Fleisch und Blut. Sie machen mit neun oder zehn Mann die Räume so eng, dass selbst eine Mannschaft wie Spanien Probleme bekommt.“ Das würde bedeuten, dass nach vier EM-Spielen, in denen die Gegner Ukraine, Polen, Nordirland und Slowakei um ihren Strafraum einen Wall von eigenen Spieler aufbauten, wieder mit einem total defensiven Widersacher zu rechnen ist. „Diese Mannschaft versteht es, die Räume eng zu machen, und ist zweikampfstark.“ Aber Löw warnte am Dienstag im Trainingsquartier in Evian-les-Bains auch vor der Offensive der „Azzurri“. „Das sind nicht die Italiener, wie man sie kennt. Sie sind nicht nur auf die Defensive fokussiert, sondern spielen auch gefährlich nach vorne. Sie haben auch tolle Offensivspieler, die schnelle Konter fahren.“ Dennoch ist Löw optimistisch: „Deutschland hat bei Turnieren immer gegen Italien verloren. Jetzt haben wir die Chance, das mal umzudrehen. Ich freue mich drauf. Ich erwarte ein heiß umkämpftes, interessantes, intensives Spiel.“


Bei den deutschen Spielern war der Respekt vor den Italienern, denen vor dem Turnier keine großen Perspektiven eingeräumt wurden, sehr ausgeprägt. „Italien wird uns individuell viel mehr fordern, die sind individuell sehr viel besser wie die vier Gegner, die wir hatten“, sagte Mario Gomez, der beim 3:0 gegen die Slowakei sein zweites Turniertor erzielte. Aus seinen zwei Jahren beim AC Florenz kennt er viele Italiener als Gegenspieler. „Italien wird auch defensiv spielen. Wir müssen einfach unser Spiel dem Gegner aufdrücken, wir müssen versuchen, mit dieser Begeisterung wie gegen die Slowakei zu spielen. Dann glaube ich daran, dass wir auch eine Runde weiterkommen“, erklärte der deutsche Mittelstürmer, der sich allerdings Spanien als nächsten Widersacher gewünscht hatte: „Ich kann ja schlecht Italien bevorzugen, was soll mein Papa dann denken?“

Mario Gomez erzielt das zweite Tor beim 3:0 gegen die Slowakei. Der Mittelstürmer ist wie alle deutschen Spieler zuversichtlich, auch Italien schlagen zu können. (Foto: Imago)

Julian Draxler war der überragende deutsche Spieler im Achtelfinale gegen die Slowakei. Italien werde als Gegner „ein dicker Brocken“ sein, sagte der Offensivspieler. (Foto: Imago)

 

Draxler: „Italien wird auf alle Fälle ein harter Brocken“

Jerome Boateng, dem gegen die Slowakei im 63. Länderspiel sein erstes Tor für das A-Team des DFB gelang, kennt die Stärken der „Azzurri“. „Die Italiener sind einfach taktisch super geschult. Das sieht man auch, da stimmen zentimetergenau die Abstände“, erklärte der deutsche Abwehrchef, der den Gegner in der Offensive weniger stark, aber gefährlich einschätzt: „Sie arbeiten als Team zusammen und setzen kleine Nadelstiche.“ Julian Draxler, der als bester deutscher Spieler gegen die Slowakei überragend auftrumpfte, das Gomez-Tor vorbereitete und selbst einen Treffer erzielte, formulierte seine Vorfreude auf das Duell: „Ich freue mich einfach sehr drauf. Ich weiß, Italien wird auf jeden Fall ein harter Brocken.“ 


Für Toni Kroos wäre es ein spezielles Erlebnis gewesen, im Viertelfinale auf seine Kollegen von Real Madrid zu treffen. Aber die Konstellation sollte nicht eintreten. Die Spanier kamen gegen Italien nicht auf Touren, nachdem sie schon das letzte Gruppenspiel gegen Kroatien verloren hatten. „Die Italiener haben wie die Spanier auf ihre Art herausragende Qualitäten. Ich hatte keinen Wunschgegner“, sagte der Mittelfeldspieler. Thomas Müller sah es ähnlich, ihm war es egal, ob Italien oder Spanien als nächstes geschlagen werden müsste, um dem vierten EM-Titel für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) näher zu kommen. „Es haben beide Mannschaften unterschiedliche Qualitäten, aber beide haben Qualitäten, die einem weh tun können. Wir werden sehen, ob uns die Italiener liegen“, sagte Müller. Am Samstag, ab 21.00 Uhr, geht es los mit dem vielleicht größten „Klassiker“ der Fußball-Geschichte.