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Löw plant den Umbruch bei deutscher Mannschaft

UEFA Euro 2016

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28/09/2016
 

Der Start in die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 ist mit dem 3:0 gegen Norwegen in Oslo gelungen. Vor der WM-Turnier 2018 in Russland, wo der in Brasilien gewonnene Titel verteidigt werden soll, plant Bundestrainer Joachim Löw einen Personalwechsel.


Die Phase nach einem großen Turnier verläuft für die Fußballprofis gewöhnlich ähnlich schwerfällig wie für einen Angestellten der erste Arbeitstag nach dem Urlaub. Die Vorfreude auf das nächste Highlight ist noch nicht in Sicht, die Gedanken sind noch beim kürzlich erst erlebten Event. So hatte die deutsche Nationalmannschaft nach dem glorreichen WM-Triumph von Rio de Janeiro vor zwei Jahren auch einige Mühe, wieder in die Spur zu finden. Joachim Löw rügte sein Team dafür zwar nicht – auf eine Wiederholung in der Post-EM-Zeit wollte er aber dringend verzichten.

Brandt vs Norwegen

Julian Brandt, 20 Jahre alter Stürmer, ist einer der jungen Spieler, mit denen Joachim Löw künftig plant. Beim 3:0 gegen Norwegen wurde der Leverkusener eingewechselt. (Foto: Imago)

Nilkas Süle vs Finnland

Der Hoffenheimer Niklas Süle, gerade erst 21 geworden, gab 11 Tage nach dem Silber-Gewinn in Rio beim 2:0 gegen Finnland sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. (Foto: Imago)

 

Und wieder einmal gehorchte ihm seine Mannschaft. In den ersten Spielern nach dem Turnier in Frankreich zeigte der EM-Halbfinalist gute Leistungen und überzeugte sowohl beim 2:0 gegen Finnland als auch zum Auftakt der WM-Qualifikation, als Norwegen souverän 3:0 bezwungen wurde. Beide Spiele stellten den Auftakt für eine lange Reise dar, an deren Ende der Weltmeisterschaftstitel verteidigt werden soll. Bis zur WM 2018 in Russland sind es zwar noch zwei Jahre, da im nächsten Jahr aber die Generalprobe Confederations Cup ansteht, bietet sich für die Vielzahl junger, aufstrebender Spieler immerhin die Chance auf eine Turnierteilnahme. Zumal mit Bastian Schweinsteiger (32) und Lukas Podolski (31) die Helden der Aufbruchsgeneration ihre Plätze im DFB-Kader durch ihre Rücktritte freigemacht haben.

Viele junge Spieler, die die Weltmeister ablösen könnten

Löw begrüßte die Entscheidungen – es gibt genügend Hochtalentierte, die ins deutsche Aufgebot drängen. Löw lobte seine Perspektivspieler zuletzt öffentlich und verdeutlichte, dass er ihnen tragende Rollen zutraut – so wie sie Joshua Kimmich (21) vom FC Bayern München jetzt schon in der Nationalelf ausfüllt. Es ist das erklärte Ziel des Bundestrainers, weitere „junge Spieler mit Perspektive heranzuführen“.


Neben Rekordtransfer Leroy Sané (20/Manchester City) und den in der Bundesliga längst bekannten und bereits zuvor für die A-Mannschaft nominierten Spielern wie den Leverkusenern Julian Brandt (20) und Jonathan Tah (20) sowie dem Dortmunder Juwel Julian Weigl (21) nutzten in der Sommerpause vor allem die Mitglieder des Olympia-Teams die Chance, auf großer Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Der nach dem Turnier vom FC Arsenal zu Werder Bremen gewechselte Serge Gnabry (21) wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig und traf für Werder auch schon in der Bundesliga. Löw bestätigte, intern bereits mehrfach über den Außenstürmer gesprochen zu haben.

Goretzka vs Polen

Joachim Löw sagt, er sei ein „Fan“ von Leon Goretzka. Der 21 Jahre alte Schalker gab im Mai 2014 gegen Polen (0:0) sein Debüt im DFB-Team. Weitere Einsätze sollen folgen. (Foto: Imago)

 

Auch die beiden Hoffenheimer Silbermedaillengewinner Niklas Süle (21) und Jeremy Toljan (22) gelten als zukünftige Stützen des DFB-Teams. Süle debütierte nach den Olympischen Spielen gegen Finnland bereits im A-Team und erhielt Lobeshymnen von allen Seiten, Klubkamerad Toljan wurde auf einer Pressekonferenz von Joachim Löw geadelt. Der Bundestrainer nannte „die beiden Außenverteidiger“ des Olympiateams als zukünftige Kandidaten für eine Nominierung – und entfachte somit auch beim Leipziger Lukas Klostermann (20) große Hoffnungen auf ein baldiges Debüt. Beide sind extrem schnell und passen hervorragend zur Philosophie des Bundestrainers, für den die Außenverteidigerpositionen in den vergangenen Jahren immer Problemzonen waren. Allerdings zog sich Klostermann kurz danach einen Kreuzbandriss zu und wird wohl erst 2017 wieder spielen können.

Löw ist ein „Fan“ des Schalker Goretzka

Auch die Schalker Max Meyer (21), der bereits 2014 sein erstes A-Länderspiel absolvierte, und Leon Goretzka (21), der sich bei Olympia in Brasilien verletzte, werden in Zukunft zum festen Stamm der Nationalmannschaft gehören. Vor allem Goretzka steht bei Löw hoch im Kurs: „Ich bin ein großer Fan von ihm. Er hat ein Riesenpotenzial.“


Bis zum Jahresende werden einige der in der Bundesliga konstant starken Perspektivspieler Chancen bekommen, auf internationalem Top-Niveau weiter Eigenwerbung zu betreiben. Das Nationalteam um den neuen Kapitän Manuel Neuer tritt im Oktober gegen den schärfsten Rivalen der Qualifikationsgruppe C um das direkte WM-Ticket an. Am 8. Oktober empfängt der Weltmeister das Nachbarland Tschechien in Hamburg. Drei Tage später ist EM-Teilnehmer Nordirland am dritten Qualifikationsspieltag in Hannover zu Gast. Bis zum Ende des Jahres stehen dann noch das Quali-Duell in San Marino (11. November) und das abschließende Testspiel am 15. November in Mailand gegen Italien an.


Dass er die jungen Nachrücker in diesen Partien nicht bloß zum Ausprobieren einlädt, sondern ihnen große und vor allem schnelle Entwicklungssprünge zutraut, verdeutlichte der Bundestrainer in seiner Zielsetzung für die kommenden Monate: „Dieses Mal will ich nicht so eine durchwachsene Qualifikation erleben. Wir wollen einige Dinge entscheidend verbessern.“

Schweinsteiger Abschied

Das letzte Spiel des Kapitäns: Die Kollegen lassen Bastian Schweinsteiger nach seinem letzten von 121 Länderspielen „hoch leben“. In Mönchengladbach siegte das DFB-Team 2:0. (Foto: Imago)