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No BREXIT bei der EURO 2016!

UEFA Euro 2016

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23/06/2016
 

36 Spiele sind bestritten, das Feld der 24 EM-Mannschaften wurde für die Achtelfinalpartien auf 16 reduziert. Zur Zwischenbilanz der Europameisterschaft 2016 nach den Gruppenspielen gehören folgende Erkenntnisse: Die Favoriten taten sich schwer, vier der fünf Neulinge kamen weiter, es fielen im Schnitt noch nie so wenig Tore. Thomas Müller, Offensivkraft von Weltmeister Deutschland, hat das Motto ausgegeben: „Das Turnier beginnt jetzt erst.“


Als die Bürger Großbritanniens am Donnerstag zur Abstimmung schritten, ob ihr Land die EU-Mitgliedschaft beenden soll, war bei der EURO 2016 die Entscheidung gefallen: „No BREXIT!“ Großbritannien gehört im europäischen Fußball zur Spitze, alle drei britische Teams schafften den Einzug in das Achtelfinale. Wales und Nordirland treffen nun in der ersten K.o.-Runde aufeinander. Die Waliser um ihren Topstar Gareth Bale hatten das Kunststück fertiggebracht, sich in der Gruppe E als Erster vor England zu platzieren. England spielt nun um den Viertelfinal-Einzug als Gruppenzweiter gegen Island, das sensationell in der Gruppe F den zweiten Rang erkämpfte. Es sieht also gut aus, dass zwei Teams aus dem Vereinigten Königreich die Runde der besten acht Mannschaften aus Europa erreichen werden.

Mario Gomez (rechts) beim 1:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen die nordirischen Verteidiger Craig Cathcart (vorne links) und Gareth McAuley (Nr. 4). (Foto: Imago)

 

Flankiert wurde der überraschende Einzug der drei Briten-Teams noch von Irland, das im allerletzten Moment mit dem 1:0 gegen Italien in der Gruppe E in die K.o.-Runde einzog und Gastgeber Frankreich ausschalten müsste, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Die Iren grenzen sich natürlich von den Briten ab, der Nationalstolz beruht auf der komplizierten Historie der beiden Nationen. Doch fußballerisch ist Irland natürlich ganz eng angelehnt an England. Alle Spieler des EM-Kaders stehen bei englischen Profiklubs unter Vertrag, und zwar zwölf in der Premier League und zehn in der sogenannten Championship, der zweiten Liga. Ausnahme ist Robbie Keane, der 35 Jahre alte Rekordnationalspieler von „Eire“, der nach seiner Premier-League-Zeit schon seit fünf Jahren die Schuhe für Los Angeles Galaxy in der MLS schnürt.

Das sind die Achtelfinalspiele im Überblick:

Schweiz - Polen (Samstag, 15 Uhr, St. Etienne)

Kroatien - Portugal (Samstag, 21 Uhr, Lens)

Wales - Nordirland (Samstag, 18 Uhr, Paris)

Deutschland - Slowakei (Sonntag, 18 Uhr, Lille)

Ungarn - Belgien (Sonntag, 21 Uhr, Toulouse)

Italien - Spanien (Montag, 18 Uhr, Saint-Denis)

Frankreich - Irland (Sonntag, 15 Uhr, Lyon)

England -Island (Montag, 21 Uhr, Nizza)


Der komplizierte Modus zur Zusammensetzung der Paarungen stieß auf Kritik. „Wir spielen zwei Wochen lang und haben gefühlt immer noch acht mögliche Gegner im Achtelfinale. In zwei Wochen werden 36 Spiele gemacht, damit nur acht von 24 Mannschaften ausscheiden“, wunderte sich Toni Kroos nach dem 1:0-Sieg der Deutschen gegen Nordirland. Nicht nur der Champions-League-Sieger von Real Madrid fand das System kurios. Für Weltmeister Deutschland stand der nächste Gegner Slowakei im letzten Moment am Mittwoch fest. Erst mit den Schlusspfiffen am letzten Gruppen-Spieltag, als Irland den schon feststehenden Gruppensieger Italien durch ein Tor in der Schlussphase mit 1:0 bezwang und Belgien ebenfalls durch ein Tor Schweden mit 1:0 besiegte, war alles klar. Permanent veränderten sich die Konstellationen, nicht nur für die Deutschen, die am Mittwochabend zwischenzeitlich auch noch davon ausgehen mussten, auf Albanien zu treffen. Doch die Osteuropäer schieden schließlich als einer der beiden schlechteren Gruppendritten aus, wie auch die tief enttäuschten Türken. Für die viertplatzierten Teams der Gruppen war die Sache klarer: Zur EM-Halbzeit reisten Rumänien, Russland, die Ukraine, Tschechien, Schweden und Österreich nach Hause.

Radja Naingolan (rechts), Belgiens Torschütze zum 1:0-Sieg gegen Schweden, im Duell mit Emil Forsberg (vorne). Kim Källstörm (hinten) schaut gespannt zu. (Foto: Imago)

 

Portugal, der dreimalige Halbfinalist, stand knapp vor dem Knockout, aber in dem spektakulärsten und torreichsten Turnierspiel – dem 3:3 gegen Ungarn – war es Cristian Ronaldo mit zwei Treffern und einer Torvorlage, der entscheidend mithalf, die „Brasilianer Europas“ in die nächste Runde zu hieven. Die Sechs-Tore-Partie war eine Ausnahme in der von starken Tormangel geprägten Vorrunde. Denn es gab gleich vier 0:0-Ergebnisse, was entscheidend dazu beitrug, dass so wenig Tore im Durchschnitt wie noch nie in einer EM-Vorrunde fielen. Es waren nur 1,92 im Schnitt.

Ungarn mit Akos Elek (rechts) erreichte ein 3:3 gegen Portugal mit William Carvalho und erkämpfte den Sieg in Gruppe E. (Foto: Imago)

 

Ein anderer Trend: Die Favoriten taten sich schwer, die Neulinge machten ihre Sache sehr gut. Restlos konnte keiner der Titelanwärter in allen drei Gruppenspielen überzeugen. Zum ersten Mal seit 1996 erreichte keine Mannschaft die Maximalausbeute von drei Siegen in der Vorrunde. Dabei bemühten sich die Spitzenmannschaften, aber die Effektivität ließ zu wünschen übrig. 69 Torschüsse brauchte Portugal für seine vier Tore und war damit immerhin noch effizienter als England (65 Schüsse/3 Tore) und Deutschland (59/3).


In den Turnierprognosen hatte kein Experte vorausgesagt, dass gleich vier der fünf EM-Neulinge in die Runde der besten 16 Teams einziehen würde. Wales, Island, Slowakei und Nordirland rückten ins Achtelfinale vor, nur Albanien blieb auf der Strecke. Wenn man Einzelleistungen von Spielern bewertet, stößt man auf Vladimir Darida von Hertha BSC. Niemand rannte mehr als der Mittelfeldspieler, insgesamt 37,4 Kilometer legte er in den drei Gruppenspielen zurück, aber Tschechien schied dennoch aus. Aus dem deutschen Team war Thomas Müller mit 33,7 Kilometern der beste Langstreckenläufer. Dafür klappte es mit dem Torabschluss nicht. Zehn WM-Tore hat der 26-Jährige erzielt, aber noch keinen einzigen EM-Treffer. Das soll sich ändern, doch dieses Ziel haben auch die Offensivkräfte von Frankreich, England, Spanien, Italien, Belgien, Kroatien und allen anderen EM-Teams. „Das Turnier hat jetzt erst richtig begonnen“, sagt Thomas Müller. Bessere Spiele mit weniger defensiv eingestellten Mannschaften sollten eigentlich garantiert sein. Denn mit einem Remis, das mit einer massierten Abwehr erkämpft wird, kommt in der K.o.-Runde niemand mehr weiter. 

Italien mit dem Ex-Dortmunder Ciro Immobile (links) leistete sich, als der Gruppensieg schon feststand, ein 0:1 gegen Irland mit Jeff Hendrick. (Foto: Imago)