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Auf den Weltmeister wartet ein „heißer Herbst“

UEFA Euro 2016

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26/08/2015

Am 6. Juni 2003 trat Deutschland (mit Torsten Frings) letztmals in Glasgow gegen die Schotten (mit Paul Lambert) an. 1:1 endete das Spiel der EM-Qualifikation. (Foto: Imago)

Erstmals seit der Weltmeisterschaft in Brasilien steht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder vor entscheidenden Wochen. In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich beginnt im September der „heiße Herbst“ - und nach dem durchwachsenen Start in die Gruppe D steht der Weltmeister in den verbleibenden vier Spielen ein wenig unter Druck. In den Partien gegen Polen (Frankfurt/4. September), in Schottland (7. September), in Irland (8. Oktober) und gegen Georgien (Leipzig/11.Oktober) darf sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw keinen Ausrutscher erlauben, um den fest eingeplanten Gruppensieg und den Start beim Turnier nicht zu gefährden.

Die Partie in Warschau am 11. Oktober 2014 war sehr umkämpft, wie diese Strafraumszene zeigt. Am Ende holte Polen mit dem 2:0 gegen Deutschland den ersten Sieg im 19. Duell. (Foto: Imago)

Bundestrainer Joachim Löw (links) mit Günter Netzer beim Sport Bild Award 2015 im August. Löw bekam den Sonderpreis der Chefredaktion der großen Wochen-Sportzeitschrift. (Foto: Imago)

Mit 13 Punkten aus sechs Spielen steht Deutschland nur auf dem zweiten Rang. Der berechtigt zwar zur direkten Qualifikation - aber die Schotten liegen auf Platz drei - der in die Relegation führt - nur zwei Zähler hinter dem DFB-Team, das wiederum einen Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Polen hat. Obwohl der stärkste Konkurrent, der das Hinspiel in Warschau mit 2:0 gewann, durch einen Sieg im direkten Duell enteilen könnte, geht Löw zuversichtlich in die finale Phase. Das Vertrauen in seine Mannschaft ist groß, auch wenn sie sich im Umbau befindet. Ausreden duldet der 55-Jährige deshalb nicht, an der Zielvorgabe lässt er keine Zweifel: „Wir müssen für klare Verhältnisse sorgen“, sagte Löw bei der Verleihung der SportBild-Awards am 17. August. Aus den beiden wohl schwierigsten Spielen gegen Polen und in Irland fordert er zwei Siege: „Das ist die einzige Marschroute.“

 

Löw über sein Team: „Wir müssen uns neu erfinden“

Den Kader für den ersten von zwei verbleibenden Qualifikations-Doppelpacks wird Löw am 28. August benennen - und damit erste Aufschlüsse für seine personellen Planungen für die EM-Endrunde geben, die vom 10. Juni bis zum 10. Juli nächsten Jahres stattfinden wird. Nach dem Gewinn des WM-Titels in Rio de Janeiro hatte Löw viel ausprobiert und erneuert - es sollte bloß nicht der Eindruck entstehen, man ruhe sich auf dem Erfolg aus. Allerdings verlor der Weltmeister durchaus auch die zuvor gezeigte Dominanz und Souveränität. Löw nimmt das bewusst in Kauf. Der Respekt vor der Konkurrenz ist groß. Er ist überzeugt, dass einige Kontrahenten sein Team schnell überholen könnten, wenn man untätig bliebe. „Wir müssen uns wieder ein bisschen neu erfinden, weil der Fußball schnell vorangeht und eine rasante Entwicklung nimmt. Die dürfen wir nicht verschlafen“, erklärte Löw zu seinem personellen und auch taktischen Erneuerungskurs.

Bei der Endrunde in Frankreich werden erstmals 24 statt wie zuletzt 16 Nationen antreten. 1996 war die Teilnehmerzahl bereits von acht auf 16 erhöht worden. In Frankreich wird in sechs Vierergruppen gespielt, aus denen sich die Gruppenbesten und -zweiten direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Die Runde der besten 16 Teams komplettieren die vier besten Gruppendritten. Durch den neuen Modus gibt es in dem nun vierwöchigen Turnier 51 Partien - und damit 20 mehr als bislang. Obwohl in der Vorrunde wohl einige weniger starke Gegner auf die Favoriten warten, ist Löw nicht sonderlich angetan von der Vergrößerung des Turniers - an dem immerhin 24 von 54 möglichen Ländern teilnehmen.

Erstmals 24 Nationen bei der EM - Für Löw sind es acht zuviel

Schon bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen im Februar 2014 hatte Löw kein Blatt vor den Mund genommen: „Als Trainer halte ich die Aufstockung des Teilnehmerfeldes bei einer Europameisterschaft für fragwürdig.“ Allerdings ist im ebenfalls kritisierten neuen Qualifikationsmodus eine befürchtete Änderung ausgeblieben: Die Spannung ist enorm, die Gruppen sind ausgeglichen.


In der Sommerpause spielte Joachim Löw selbst Fußball. Der Ex-Stürmer traf beim Khedira-Benefizspiel auf Nationalspieler Jerome Boateng (im Hintergrund Christian Gentner). (Foto: Imago)

 

Somit verkommen die verbleibenden vier Duelle für die Nationalelf nicht zu lockeren Testspielen - das DFB-Team muss in neuer Ordnung endlich funktionieren. In den bisherigen Auftritten nach der WM war das nur bedingt der Fall, mehrfach hatte es sogar Pfiffe für die deutschen Spieler gegeben. Obwohl seine Mannschaft noch nicht einmal die EM erreicht hat, dienen Umbaumaßnahmen der vergangenen zwölf Monate aber bereits einem weiteren, momentan noch fernen Ziel des Bundestrainers: der Titelverteidigung bei der WM in Russland. „Wir beschäftigen uns ständig mit dem Fußball von morgen und übermorgen und überlegen uns, was wir können müssen, wenn wir 2018 Weltmeister sein wollen.“