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Einblicke

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Vier Jahre Schweiß und Gummi

Reifenentwickler kämpfen mit Kundenwünschen, Vorschriften und physikalisch-chemischen Gesetzen. Die Quadratur des Kreises kann ihnen nicht gelingen – doch mit den neuen Hybrid-Reifenlinie ist Continental verdammt nah dran. 

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Andreas Härtwig streicht mit der Hand über das schwarze Stück Gummi, das auf seinem Schreibtisch liegt – ein Abschnitt vom neuen Conti Hybrid HD3. „Schauen Sie, das Profil ist sehr schlank“, sagt der ebenfalls schlanke Mann im Kurzarmhemd, „das senkt den Rollwiderstand.“ Härtwig zieht einen roten Schraubenzieher aus seinem Stifthalter, biegt damit eine schmale Lamelle im Profil des Reifenabschnitts auf. „Die eingeformten Ecken hier verbessern das Kurvenverhalten.“ Siljana Lietz, die sich mit Härtwig ein Büro teilt, zeigt auf eine andere Rille: „Das dünne Zickzackmuster dort erhöht die Griffigkeit, auch bei Schnee“, erklärt sie. 

Die beiden Produktentwickler von Continental Nutzfahrzeugreifen sind sichtlich stolz auf ihr neues „Baby“. Und das können sie auch sein. Denn die Conti-Hybrid-Reifenlinie für Lastkraftwagen vereint das Beste aus zwei Welten: Die Reifen eignen sich für lange Geradeausfahrten ebenso wie für Zulieferverkehr, wo sie beim Rangieren großen Belastungen ausgesetzt werden. Auf der Autobahn sparen sie Sprit, und in der Stadt nutzen sie sich nicht so ab wie „richtige“ Langstreckenreifen.


Die richtige Balance finden

So ein neuer Hightech-Reifen ist eine schwere Geburt. „Es dauert um die vier Jahre von der Idee bis zur Serienreife“, sagt Siljana Lietz. Am Anfang kommt der Auftrag von den Marketing-Kollegen: Die Kunden in einer Region brauchen ein Produkt mit den und den Eigenschaften. Im Fall des Conti Hybrid hieß das: Findet die optimale Verbindung von bester Laufleistung und geringstem Rollwiderstand! Eine harte Nuss für die Entwickler. „Wir wissen, was theoretisch gut ist, um einzelne Eigenschaften zu optimieren“, sagt Andreas Härtwig. „Aber was gut ist für wenig Abrieb, erhöht den Rollwiderstand. Es gilt, die richtige Balance zu finden.“

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Es sind hauptsächlich drei Stellschrauben, an denen die Entwickler drehen können: Die Konstruktion des Reifens, die Gummimischung für den Laufstreifen und die Form des Profils. In zwei Teams – das eine für die Antriebsachsreifen, das andere für die Reifen auf der Lenkachse und für die Anhänger – machten sie sich an die Arbeit für die neue Conti-Hybrid-Linie. Das Entwickeln eines Reifens folgt nicht nur den Vorgaben von Marketing und Physik. Reifen müssen auch gesetzliche Vorschriften erfüllen bezüglich Rollwiderstand, Haltbarkeit und Geräuschentwicklung. Eineinhalb Jahre dauerte es, bis die beste Materialmischung für die neuen Conti Hybrid gefunden war. Warum so lange? „In einer Gummimischung verarbeiten wir bis zu 20 Substanzen“, erklärt Siljana Lietz. „Da gibt es also viele Möglichkeiten für den perfekten Mix.“ Und jede neue Variante will chemisch wie physikalisch geprüft werden: Wie steht es um die Zugfähigkeit? Stimmt die Elastizität? 

Parallel zu den Arbeiten im Labor wird  das passende Profil entwickelt, zunächst am Computer. „Wie viele Rillen ein Reifen an welcher Achse braucht, wissen wir schon am Anfang recht genau“, sagt Andreas Härtwig, „wir haben ja viel Erfahrung. Es geht eher um Details: Sollen es 80 Einschnitte sein oder nur 75?“ Wenn die Computersimulationen zufriedenstellende Antworten geben, schlägt die Stunde der Schnitzer. Auch wenn einzelne Arbeitsschritte bereits von Robotern übernommen werden können, braucht es immer noch die Spezialisten, die per Hand mit extrem scharfen Messern und Laserstrahlen aus aalglatten Reifen Stücke herausschneiden, bis das errechnete Profil entsteht. Für einen einzigen Reifen braucht ein Schnitzer einen ganzen Tag – ein Prototyp aus echter Handarbeit.  


Traum vom perfekten Pneu

Deutlich länger dauern die Tests, denen die Prototypen unterzogen werden – mit Testmaschinen, im Labor, mit Röntgenstrahlen, Computertomografie und auch im Feldversuch an Fahrzeugen. Anhand der Testergebnisse wird nachjustiert, immer feiner. Für den neuen Hybrid-Reifen brütete das Entwicklerteam zum Beispiel lange über der Frage, wie das Profil  aussehen muss, damit sich die Lastwagenreifen auf Schotterpisten noch weniger Steinchen einfangen. Für den Laien mag ein Reifen aussehen wie der andere. Aber auch die kleinste Lamelle in einem Continental-Reifen hat ihren speziellen Sinn.

In der brandneuen Conti-Hybrid-Linie verbaut Continental neu entwickelte Gummimischungen. Auch das Profil ist besonders ausgeklügelt. Doch die Entwickler lehnen sich nach getaner Arbeit nicht zurück. Denn: Nach dem Reifen ist vor dem Reifen. Andreas Härtwig, der seit acht Jahren Produktentwickler ist, träumt vom perfekten Pneu. „Wenn in einem unserer Werke eine Neuentwicklung das erste Mal aus der Form purzelt – das ist schon toll“, sagt er und grinst. „Ich stehe dabei und gucke sofort nach, ob alles so umgesetzt wurde, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Kollegin Lietz weiß: „Es geht immer noch besser.“ Die gelernte Maschinenbauerin, die zudem einen Doktorhut in Materialwissenschaften hat, freut sich schon jetzt auf die nächste Generation der „Conti Hybrid“-Reifen – in etwa vier Jahren. 

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