Neue gesetzliche Regelungen könnten ab 2010 zu Sicherheitseinbußen führen:
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14.10.2008 EU bereitet umfangreiche Vorgaben für Reifen vor |
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Hannover / Jeversen, 13. Oktober 2008. Seit 2006 müssen alle Pkw in Deutschland, die bei typisch winterlichen Straßenverhältnissen gefahren werden, laut StVO mit Winterreifen bestückt sein. |
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Doch die Änderungen, die auf Deutschlands Autofahrer zukommen, gehen noch weiter: Die EU-Kommission plant, ab 2012 ein Label für Bremsleistung und Rollwiderstand zu vergeben sowie die bestehenden Geräusch-grenzwerte weiter zu verschärfen. Fachleute warnen daher vor den möglichen technischen Auswirkungen der Regelungen: Gerade die Aquaplaninggefahr könnte bei der Umsetzung schärferer Geräuschregelungen aufgrund bestehender Zielkonflikte bei der Reifenentwicklung wieder steigen, Bremswege auf nasser Straße, Schnee oder Eis könnten sich verlängern. Continental als führender europäischer Hersteller warnt daher vor möglichen Risiken für die Verkehrsteilnehmer. Hilfreicher, so der Konzern, wäre die zwingende Einführung von ESC, Reifendruckkontrollsystemen und Spurhalte-Assistenzsystemen als Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit und der gleichzeitigen Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Hier können Sie sich die Pressemitteilung als Word-Datei herunterladen (62 KB). Die Entwicklung von modernen Reifen, egal ob für einen Kleinwagen oder einen Hochleistungssportler, ist immer ein Kompromiss, der auf möglichst hohem Niveau gelöst werden muss. Je nach dem, an welcher „Stellschraube“ in der Konzeption gedreht wird, ändern sich die Eigenschaften des Produktes. Eine Entwicklung auf einen bestimmten Punkt hin ist daher immer zwangsläufig mit Einbußen bei anderen Reifeneigenschaften verbunden. EU: Reifenkennzeichnung zu Bremsleistung und Rollwiderstand ab 2012 geplant |
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Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr mit einer neuen Vorlage an das EU-Parlament ab 2012 neue Regelungen zur Zulassung von Reifen festschreiben. Bereits bei der Vorstellung des ersten Entwurfs für die neuen Regelungen durch die EU-Kommission hatten Fachleute vor der einseitigen Auslegung zugunsten eines niedrigen Rollwiderstandes gewarnt. |
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In Deutschland werden beispielsweise rund 12 Prozent des CO2-Ausstoßes durch Pkw verursacht (ADAC motorwelt 8/2008), der Reifenanteil hierbei liegt bei einem fünftel – also nur gut zwei Prozent der gesamten CO2-Emissionen. Ein um zehn Prozent abgesenkter Rollwiderstand würde dagegen rund zwei Prozent des Schadstoffausstoßes eines Pkw verringern. Allerdings: Der Bremsweg eines Pkw würde sich durch die einseitige Auslegung des Reifens auf nasser Straße um rund 8 Meter verlängern (Bremsen auf nasser Straße aus 100 km/h). |
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„Mit der Nassbremsleistung und dem Rollwiderstand will die EU-Kommission eine Reifenkennzeichnung einführen, die sowohl Sicherheits- als auch Umweltaspekte berücksichtigt. Das ist in jedem Fall aussagekräftiger als eine einseitige Kennzeichnung des Rollwiderstands, die auch im Gespräch war“, so Alexander Lührs, Pressesprecher von Continental. Dabei sollen bestimmte Klassen für beispielsweise sehr kurze Bremswege, mittlere oder gerade noch ausreichende Bremswege eingeführt werden – für den Verbraucher wäre dabei ein Reifen, der sehr kurze Bremswege mit niedrigem Rollwiderstand kombiniert, eine sichere und den Verbrauch reduzierende Alternative. |
![]() Alexander Lührs |
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Gleichzeitig unterstützt die Kommission mit dieser Initiative auch die European Road Safety Charta, die sich das hohe Ziel gesetzt hat, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in der EU bis 2010 auf 25.000 zu halbieren. „Wir haben als Continental-Konzern die Charta unterzeichnet und setzen uns intensiv für die Zielerreichung ein“, erläutert Lührs. „Dazu passt sehr gut, dass die Kommission ab 2012 auch über eine Pflicht für ESC, Spurhalte-Assistenzsysteme sowie die Ausstattung mit Reifendruckkontrollsystemen nachdenkt.“ „Durch falschen Luftdruck, mit dem erschreckend hohe 64 Prozent der Pkw in Europa fahren, können sich die Fahreigenschaften eines Pkw besonders in Kurven deutlich verschlechtern“, gibt Lührs zu bedenken. „Mit dem richtigen Luftdruck hat man dagegen optimale Seitenführung, kurze Bremswege und durch den niedrigen Rollwiderstand auch einen geringeren Kraftstoffverbrauch und damit einen niedrigen Schadstoffausstoß.“ Alleine in Deutschland kam es 2007 zu über 1.200 Unfällen mit Verletzten, die auf die Bereifung zurückgehen (Quelle: Stat. Bundesamt). Schleichender Luftdruckverlust ist eine der Hauptursachen für einen Reifenausfall, die mit einem Reifendruckkontrollsystem und einer entsprechenden Minderdruck-Anzeige leicht verhindert werden kann. Statt Geräuschvorgaben höhere Gewichtung der Sicherheit wünschenswert Skeptischer sehen Fachleute die geplante weitere Absenkung des Reifen- / Straßen-geräusches. Gerade in den deutschen Ballungsräumen könnte durch die Richtlinien-änderung kaum etwas bewirkt werden. „Den Löwenanteil des Geräuschpegels in den Städten machen Flickenteppiche statt glattem Asphalt, scheppernde Kanaldeckel, Brems- und Anfahrgeräusche aus“, gibt Lührs zu bedenken. Die gerade in Wohnstraßen beliebten Kopfsteinpflaster sind ein Ärgernis für die Anwohner, wenn Autos darüber fahren – und sie sind gefährlich: Selbst bei „Tempo 30“ werden sie bei Nässe oder Schneematsch schnell zu Rutschbahnen, die die Bremswege deutlich verlängern und Zweiradfahrer und Fußgänger gefährden. „Wer den Verkehrslärm in den Städten verringern will, muss auch bei den Straßen ansetzen“, fordert Lührs. „Die Reifen in die Pflicht zu nehmen, kann nur einer von mehreren Ansatzpunkten sein.“ Schließlich sei der leiseste Reifen ein Slick – doch alleine um die Traktion zu sichern, sind Profilsegmente, Abflusskanäle gegen Aquaplaning sowie im Winter Lamellen für mehr Haftung nötig. „Zu glauben, die Reifenindustrie könnte ohne Sicherheitseinbußen deutlich leisere Produkte anbieten, widerspricht den heute bekannten Zusammenhängen und Zielkonflikten.“ Schließlich könnte kein Autofahrer wie in der Formel Eins täglich den passenden Trocken-, Regen- oder Winterreifen montieren. „Reifen müssen Alleskönner sein“, erläutert er. „Ein einziges Kriterium zu stark zu betonen, ist automatisch mit Einbußen bei den anderen Eigenschaften verbunden.“ Das gelte auch für das Geräusch-verhalten: Gerade vor dem Hintergrund der European Road Safety Charta wäre stattdessen eine höhere Gewichtung der Sicherheitseigenschaften wünschenswert. Aus der Erfahrung mit der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, wie beispielsweise der situativen Winterreifenpflicht in Deutschland seit 2006, weist Continental darüber hinaus auf einen sehr praktischen Punkt hin: Es ist immer hilfreich, wenn bei der Einführung neuer Regeln auch Konsequenzen festgelegt werden, die Hersteller und / oder Händler erwarten, die Produkte verkaufen, die diese Vorgaben nicht erfüllen. Mitunter ist es erforderlich, Organisationen ins Leben zu rufen, die solche Verstöße ahnden und letztlich die entsprechenden Produkte aus dem Markt verbannen. Nur dann haben alle Marktteilnehmer den Anreiz, sich an die Regeln zu halten. Da üblicherweise die EU-Länder für die nationale Umsetzung der EU-Vorgaben zuständig sind, ist eine europaweit einheitliche und für die Autofahrer leicht verständliche Praxis leider wohl kaum zu erwarten. Die Reifen-Divisionen sind ein Offizieller Sponsor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.ContiSoccerWorld.de. |
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Kontakt:
Alexander Lührs Leiter Öffentlichkeitsarbeit Division Pkw-Reifen Rubber Group Continental AG Büttnerstr. 25 D-30165 Hannover Telefon: 0511 938-2615 Fax: 0511 938-2455 E-Mail: alexander.luehrs@conti.de _____________________________ Klaus Engelhart Pressereferent Rubber Group Continental AG Büttnerstr. 25 D-30165 Hannover Telefon: 0511 938-2285 Fax: 0511 938-2455 E-Mail: klaus.engelhart@conti.de _____________________________ Mediendatenank unter http://mediacenter.conti-online.com Zurück zur Übersicht |
