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1. Winterreifen: Die Faustregel lautet: Winterreifen zwischen O und O, also zwischen Oktober und Ostern. In dieser Zeit sinken die Temperaturen häufig unter 7 Grad, Sommerreifen verlieren dabei ihre guten Fahreigenschaften. „Nur Winterreifen haben die geeignete Gummimischung in der Lauffläche und ein Profil mit vielen Lamellen und Griffkanten, um bei winterlichen Straßenverhältnissen die größtmögliche Sicherheit zu bieten“, sagt Reifenexperte Björn Bolze vom Konzern-Kundendienst Reifen beim Hersteller Continental, der zum Beispiel mit dem ContiWinterContact TS 830 einen Sieger des aktuellen ADAC-Winterreifentests anbietet. „Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet schon bei Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt. Winterreifen hingegen bleiben weich und geschmeidig und halten so sicheren Kontakt zur Straße“, so Bolze. Er empfiehlt bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern, denn nur dann können sich die mehr als 2.000 Lamellen eines Winterreifens unter Belastung entsprechend aufspreizen und ihre Wirkung voll entfalten. Außerdem sollten Winterreifen „nicht länger als fünf bis sechs Winter“ gefahren werden, sagt Bolze. Denn mit den Jahren und durch den häufigen Wechsel zwischen Nutzung im Winter und Lagerung im Sommer kann sich die Laufflächenmischung des Winterreifens verhärten. Teilweise schreibt der Gesetzgeber Winterreifen sogar vor, zumindest bei entsprechender Witterung: In vielen europäischen Ländern gilt, die Ausrüstung des Autos den Wetterverhältnissen anzupassen. 2. Reifen lagern: Damit die Sommerreifen fit durch den Winter kommen, muss man sie entsprechend lagern. Am einfachsten ist es, sie beim Reifenhändler oder in der Werkstatt überwintern zu lassen. Wer seinen Reifen selbst ein Winterlager bereiten will: Vor der Demontage mit Kreide auf dem Gummi die Position vermerken (HL = hinten links, VR = vorne rechts…). Profil und Felgen reinigen, Kompletträder (also Reifen mit Felge) an Haken hängen oder auf einem Felgenbaum lagern. Reifen ohne Felge nicht stapeln oder hängen, sondern stehend (am besten auf Regalgestellen) einquartieren. Dabei ist wichtig, die Reifen alle vier Wochen zu drehen, weil sie sonst auf derselben Gummistelle ruhen. Das Gummi darf grundsätzlich nicht mit Öl, Fett oder Lack in Kontakt kommen, der Lagerraum sollte kühl und dunkel sein. 3. Inspektion: Kaum etwas ist so unerfreulich wie im Winter mit dem Auto liegen zu bleiben. Daher sollte man schon im Herbst die wichtigsten Vitalfunktionen seines Wagens überprüfen lassen, viele Werkstätten bieten einen entsprechenden Wintercheck für Batterie, Zünd-, Licht- und Scheibenwaschanlage sowie Bremsen an. 4. Rundumcheck: Zusätzlich zur Inspektion kann man seinem Wagen selbst etwas Gutes tun: Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage (das wird in Werkstätten bisweilen vergessen) mit einer Wirkung bis minus 25 Grad ist empfehlenswert. Danach ein paar Mal probewischen, damit sich alle Leitungen füllen – saubere Scheiben und gute Sicht sind im Winter bei trüben Wetterverhältnissen mitunter entscheidend! Außerdem sollte man kleine Lackschäden in der Karosserie jetzt ausbessern, damit Nässe und Salz nicht zu Rost führen. Die Gummidichtungen der Türen und der Kofferraumklappe kann man mit Talkum einreiben, damit sie nicht festfrieren. 5. Ausrüstung an Bord: Ins Auto gehören ein funktionierender Eiskratzer, Starthilfekabel, Taschenlampe, Decke und Handschuhe. Der Türschloss-Enteiser allerdings bringt im Auto nichts, wenn die Tür nicht zu öffnen ist. Am besten griffbereit im Hausflur aufbewahren. 6. Fahrverhalten: Im Winter warten die verschiedensten Bewährungsproben für Autofahrer: Unvorhergesehene Wetterumschwünge, Schneetreiben, Blitzeis, Nebel, schlechte Lichtverhältnisse, Aquaplaning. „Kritische Fahrsituationen kommen im Winter mitunter sehr unvermittelt, das wird leider oft unterschätzt“, sagt Conti-Experte Björn Bolze. „Qualitäts-Winterreifen sind ein Hightech-Produkt und bieten in kritischen Situationen ein zusätzliches Sicherheitspolster. Aber sie sind kein Garant für absolute Sicherheit, wenn der Fahrer sich fahrlässig verhält.“ Daher sollte man im Winter besonders achtsam fahren und kritische Fahrsituationen nicht durch zu hohes Tempo oder zu dichtes Auffahren heraufbeschwören. Die physikalischen Gesetze gelten auch im Winter. 7. Sicher im Nebel: Vor allem in der kalten Jahreszeit ist mit Nebel zu rechnen, wenn Luft- und Bodentemperatur sich unterscheiden und Feuchtigkeit ins Spiel kommt. Nebelbänke können sehr plötzlich auftreten, auch bei strahlender Sonne. Dann heißt es Fuß vom Gas und auf Sicht zu den Rücklichtern des Vorausfahrenden bleiben. Doch ist derjenige zu schnell, sollte man sich nicht von diesem Sogeffekt mitziehen lassen. Eine Nebel-Fahr-Studie hat ergeben, dass ein sogenanntes „instabiles Kolonnenverhalten“ zu Unfällen führt, wenn die Autofahrer sich nur an den Rücklichtern des direkten Vordermannes orientieren und dementsprechend spät bremsen. Als Faustregel gilt daher: Tempo signifikant drosseln und mindestens „halber Tacho“ als Abstand zum vorausfahrenden Wagen. 8. Achtung, Aquaplaning: Heftige Regenfälle und Tauwasser sorgen im Winter und Frühjahr für nasse Straßen, auf denen die Gefahr des Aquaplanings lauert. Das bedeutet, dass sich Wasser vor und unter dem Reifen sammelt, das durch das Profil nicht mehr verdrängt werden kann: Der Reifen schwimmt auf. Wird die Lenkung also schwammig, geradeaus lenken, Fuß vom Gas, Kupplung treten und warten, bis der Reifen wieder Kontakt zur Straße hat. Gute Winterreifen wie der Continental ContiWinterContact TS 800 (der Sieger beim aktuellen Test von Stiftung Warentestgeworden ist) bieten aber auch in solchen Gefahrsituationen bestmöglichen Halt. 9. Vereiste Brücken: Gerade im Herbst stellen Brücken eine Gefahrenquelle dar. Während die Straße davor und dahinter trocken und eisfrei ist, kann eine Brücke unvermittelt zur Rutschbahn werden. Der Asphalt speichert keine Wärme wie der Boden unter festen Straßen, daher gefriert Luftfeuchtigkeit oder feiner Regen wesentlich leichter. Bei Brücken also besondere Vorsicht walten lassen. 10. Schneeketten: Winterreifen sind kein Ersatz für Schneeketten, wenn die Fahrt in die Berge führt. Auf verschneiten, steilen Passagen kommt man mitunter nur mit Schneeketten weiter. Auf vielen Strecken ist das Mitführen von Ketten sogar Pflicht, blaue Verkehrsschilder mit weißen Kettenreifen weisen darauf hin. Wichtig ist: Die richtige Größe der Schneeketten (dafür die ist exakte Dimensionsbezeichnung auf der Seite des Reifens ausschlaggebend), Ketten auf die Antriebsräder montieren (Handhabung rechtzeitig vor der Fahrt üben und dann im Ernstfall nicht bis zum letzten Moment am Hang warten), Ketten grundsätzlich nur auf Schnee fahren (gilt nicht für ein paar Meter schneefreie Fläche).
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