Produkte für Industrie

Der Gummimacher

Gummi ist nicht gleich Gummi. Im Labor von Fred Waldner entstehen jedes Jahr mehr als 10.000 neue Mischungen. Nur die allerbesten landen in einem Conti-Reifen.

article_66w_image1

In großen, braunen Ballen kommt der rohe Naturkautschuk von den Kautschukbaum-Plantagen in Thailand, Indonesien und Malaysia. Im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Continental in Hannover stellt das Team um Fred Waldner daraus ausgefeilte Gummimischungen für Fahrzeugreifen her, nach immer neuen, immer weiter verfeinerten Rezepten. In den hohen Regalen und Schränken des Mischlabors warten mehr als 1.500 Zutaten auf ihren Einsatz: Natur- aber auch Synthetik-Kautschuk in verschiedenen Qualitäten, Füllstoffe wie Ruß oder Silica, Alterungsschutz- und Prozesshilfsmittel, Öle und Harze sowie diverse Vulkanisationschemikalien. 

Mindestens zehn verschiedene Komponenten stecken in einer Gummimischung, manchmal bis zu zwanzig. Erfunden werden die Rezepte von den Kollegen aus der Materialentwicklung. Waldners Team stellt die Mischung dann her, zunächst im Labormaßstab; die Proben werden dann nach allen Regeln der Kunst getestet. Jede Gummimischung ist für eine ganz bestimmte Stelle in einem ganz bestimmten Reifentypen gedacht. Und nur zwei Dutzend der 12.000 Proben, die Waldners Labor im Jahr anfertigt und durchtestet, landen tatsächlich auch in einem Reifen.


Kautschuk-Crossies
Eine der originellsten Erfindungen der Materialforscher forderte Waldners Team kürzlich besonders heraus: Naturkautschuk, der nicht aus Kautschukbäumen gewonnen wird, sondern aus dem Saft von Löwenzahnwurzeln. „Statt als großer Ballen kam der Löwenzahn-Kautschuk in der Größe von Choco Crossies, die in einem Wassereimer schwammen“, erinnert sich Fred Waldner schmunzelnd. Selbst getrocknet war das Material immer noch so weich, dass es sogar den Mischer lahm legte: „Es floss einfach überall hinein!“ Dennoch gelang es, im Labor daraus gutes Gummi herzustellen. Mittlerweile rollen bereits die ersten Löwenzahn-Reifen auf den Teststrecken des Contidroms bei Hannover.


Eine Wissenschaft für sich
Fred Waldner arbeitete lange selbst bei Continental als Materialentwickler für Lkw-Laufstreifen, bis er vor fünf Jahren den Bereich der physikalischen Materialprüfung übernahm. „Gummi ist eines der spannendsten Materialien, die es gibt“, findet der promovierte Chemiker noch immer. „Im Grundzustand  lässt er sich plastisch formen. Nach der Vulkanisation  wird er elastisch, lässt sich dehnen und springt danach wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Und das Gummi kann eher federnd  oder energieabsorbierend wirken – je nachdem, wie der Werkstoff zusammengesetzt ist.“ Die richtige Mischung hat daher einen enormen Einfluss auf die Funktionen eines Reifens. Zum Beispiel auf die Bremsleistung, die möglichst hoch sein soll für mehr Sicherheit; oder auf den Rollwiderstand, der möglichst niedrig sein soll, um den Kraftstoffverbrauch zu senken.

Auch privat begeistert sich Fred Waldner für Gummi. Der 43-Jährige ist passionierter Tischtennisspieler – „ein echter Hightech-Sport“, wie er sagt. Für die Schläger gibt es 150 verschiedene Gummi-Beläge, die sich alle unterschiedlich spielen: „Das ist eine Wissenschaft für sich.“  Zu der nun auch Continental beitragen wird: Gerade wurde eine Kooperation mit einem großen Belaghersteller geschlossen, gemeinsam will man ein neues Material entwickeln. Künftig dürfte es dann wohl öfter heißen: Punkt, Satz und Sieg – mit Conti! 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Ihre Meinung ist uns wichtig! Helfen Sie uns, unsere Website für Sie zu optimieren und nehmen Sie an unserer kurzen Online-Studie teil.

Als Dankeschön haben Sie die Möglichkeit an unserer Verlosung teilzunehmen: Gewinnen Sie einen von zehn Amazon-Gutscheinen im Wert von je 20 Euro! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Sollten Sie Fragen zu der Studie haben, schreiben Sie bitte an