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Die Jagd nach dem gelben Luftballon

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25/04/2017
 

Das Continental GripTeam hat die nächste Herausforderung gemeistert: Beim HAJ Hannover Marathon liefen viele Teammitglieder zum ersten Mal in ihrem Leben die klassische olympische Langstrecke. Dabei erlebten sie einige Überraschungen…


Bei Kilometer 15 wird's komplex für Frank Schumann. Zum einen filmt er sich selbst mit der Kamera, als er durch den markanten gelben Continental-Torbogen läuft. Parallel muss er den Straßenrand scannen und seine Freunde im bunten Marathon-Publikum ausfindig machen. Die will er dann im Vorbeilaufen noch schnell abklatschen. Nebenbei muss er seinen Laufrhythmus im Blick haben, seinen Atem, die möglichst harmonischen Armbewegungen – und sich 50 Meter weiter an einer Versorgungsstation mit Wasser eindecken. Koordination für Fortgeschrittene. Doch Frank Schumann meistert das alles wie ein Profi. Filmen, High-Five, Wasser trinken – und weiter geht es auf dem langen Lauf durch Hannover. 


Frank Schuhmann ist Mitglied des Continental GripTeams, einer Gemeinschaft von neun Lauf-Enthusiasten, die der Reifenhersteller vergangenes Jahr ins Leben rief. Ein Jahr lang werden die neun Hobby-Läufer aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands, die in einem aufwändigen Auswahlverfahren ausgesucht wurden, von ihrem Training und ihren Wettkämpfen berichten. Und von ihren Erfahrungen mit Continental-Technik an den Füßen: In Kooperation mit Adidas entwickelt Continental auch Sohlen für Laufschuhe, mit denen die weltbesten Marathonläufer bereits manchen Welt- oder Streckenrekord gelaufen sind. Nun gehen damit die Mitglieder des Continental GripTeams an den Start. Im Lauf-Jahr ihres Lebens: Im Herbst begann es mit dem Hannoveraner Hindernislauf Steelman, der Hannover-Marathon nun ist der Höhepunkt des Frühjahrs, und am Ende wartet das großes Finale mit der Teilnahme am Berlin-Marathon.

Frank Schumann wird unterwegs von Team-Kollege Sven Eglinski angefeuert. Foto: Wesselhöft

 

Für die meisten Mitglieder des GripTeams ist der Hannover-Marathon der erste Wettbewerb über die klassische olympische Langstrecke. Nur zwei haben zuvor bereits Erfahrungen über die magische Distanz der 42,195 Kilometer sammeln können: Der 28-jährige Alexander Koerfer, Controller aus Düsseldorf, tritt in Hannover tatsächlich zu seinem 34. Marathon an. Für Ingenieur Frank Schumann, 52, ist es der bereits siebte Marathon-Start. Für alle anderen ist die Marathon-Strecke Neuland. Entsprechend groß ist am Start die Aufregung. Andrea Schnell, im Alltag Mutter von zwei Töchtern und Angestellte der Stadt Osterode im Harz, hat in der Nacht zuvor nur wenige Stunden geschlafen. "Hauptsache ankommen", gibt sie wenige Minuten vor dem Start zu Protokoll. "Ich laufe einfach nach Gefühl und Wellenschlag – mal sehen, wie weit mich die Beine tragen." Damit die Beine nicht vor der Ziellinie schlapp machen, ist sie in den Wochen vor dem großen Wettkampf immerhin 50 bis 60 Stunden in der Woche gelaufen. Welche Zeit sie aber nun erreichen wird? "Das ist mir total egal", sagt Andrea Schnell.


Beim Thema Zeit sind nicht alle Mitglieder des GripTeams so entspannt. Egal, ob sie in Hannover wie Andrea Schnell über die ganze Distanz gehen oder für den Halbmarathon gemeldet sind, die meisten wollen eine bestimmte Zeit unterbieten. Frank Schumann will "unbedingt unter vier Stunden" bleiben. Denn bei jedem seiner bisherigen Marathonläufe ist er jeweils nur wenige Minuten drüber geblieben. Auch Christian Grell, Immobilien-Manager aus Hannover, will die vier Stunden knacken. In seiner Heimatstadt will der Vater von drei Kindern es sich beweisen und gleich bei seinem ersten Marathonstart ebenfalls unter der in Hobby-Läufer-Kreisen als magisch angesehenen Vier-Stunden-Grenze unterbieten. Dafür hat er sich, wie Frank Schumann, hinter dem "Mann mit dem gelben Ballon" anreiht: Zur besseren Orientierung laufen erfahrene "Pace-Maker", Tempo-Macher also, im Feld mit. Jeder hat eine lange Leine am Hosenbund, an deren Ende ein großer, gelber Ballon schwebt, auf den die jeweilige Ziel-Zeit gepinselt ist. Will man also die vier Stunden unterbieten, sollte man irgendwann den Pace-Maker mit dem "4:00"-Ballon überholen.

Hund beißt Marathon-Mann: Dieser Läufer lässt sich von einem Hunde-Luftballon jagen. Foto: Wesselhöft

 

Doch der Marathon hat seine eigenen Gesetze. Obwohl der Wettbewerb in Hannover dank seiner ebenen Streckenführung als einer der schnellsten Marathonläufe Deutschlands gilt, müssen die GripTeam-Mitglieder kämpfen. IT-Experte Sven Eglinski zum Beispiel muss vollkommen untrainiert an den Start gehen, er hatte lange mit einer Erkältung zu  tun und sich erst am Morgen des Wettkampftages entschieden, lieber auf die Halbmarathon-Distanz zu gehen. Am Ende plagen ihn "fiese Krämpfe", "auf der letzten Rille" überquert er schließlich die Ziellinie. Frank Schumann muss den 4:00-Stunden-Ballon ziehen lassen, bleibt knapp vier Minuten über seiner angestrebten Bestzeit. Andrea Schnell wiederum kommt strahlend mit einer Zeit von 4:17 Stunden über die Ziellinie und schwärmt: "Ich habe ein vollkommen neues Lebensgefühl erfahren, ich bin wahnsinnig glücklich!" Eine beeindruckende Leistung: Noch vor fünf Jahren saß sie nach einem Autounfall monatelang im Rollstuhl, musste sich zurück ins normale Leben kämpfen. Das Laufen, sagt sie, habe sie gerettet. Und der Marathon war nun der vorläufige Höhepunkt ihres neuen Lebensabschnitts.


Nach dem Lauf treffen sich die Mitglieder des GripTeams im großen "Continental-Dorf" neben der Strecke wieder. Hier, bei Kilometer 15 der Marathon-Distanz, hat das Unternehmen einen großen Treffpunkt mit Versorgungszelten und Samba-Band aufgebaut. Denn nicht nur das GripTeam lief mit, insgesamt gingen mehr als 1200 Continental-Mitarbeiter als Einzelläufer oder Staffeln an den Start. Bei (alkoholfreiem) Bier, Nudeln und Würstchen tauschen die GripTeam-Läufer ihre Erfahrungen aus. Wie sie vom Rückwärtsläufer Markus Jürgens überholt wurden, der in Hannover einer neuen Weltrekord in seiner speziellen Marathon-Disziplin aufstellte. Wie sie selbst jenen Läufer passierten, der sich einen aufblasbaren Hund hinten an die Hose genäht hatte. Wie Finnja Kietzke und Bettina-Maria Heiss fast mit einer Rentnerin zusammenstießen, die mit Rollator in Zeitlupe die Laufstrecke querte. Und wie sie alle Gänsehaut bekamen, trotz sommerlichen Sonnenwetters, angesichts der Begeisterung von 250.000 Zuschauern am Streckenrand.

Das Halbmarathon-Team: Bettina-Maria Heiss, Moritz Waldmann, Finnja Kietzke, Sven Eglinski Foto: Wesselhöft

 

Die Redaktion von Continental GripWorld gratuliert allen GripTeam-Mitgliedern zum großen Erfolg – denn ins Ziel kamen alle. Hier eine Auswahl von Kommentaren aus dem Zielbereich:


Andrea Schnell: "Wichtig ist, ich hab's geschafft! Ich bin einen Marathon gelaufen, und dann in dieser tollen Zeit, 4:17:20, ich kann es selbst kaum glauben. Mit den Adidas-Schuhen und der Conti-Sohle bin ich gelaufen wie der kleine Muck in seinen Schuhen. Mir ist etwas gelungen, von dem ich vor Jahren niemals zu träumen gewagt hätte. Marathon ist noch mehr als das Glücksgefühl am Ziel: Ich habe unendlich viel Selbstvertrauen, das sich bestimmt nicht nur aufs Laufen auswirkt, sondern sich hoffentlich in jedem Lebensbereich positiv bemerkbar macht."

 

Finnja Kietzke: "Für mich ist es ein toller Moment, mein erster Halbmarathon! Meine Schuhe haben mich dabei bestens unterstützt. Die Strecke war fast durchgehend von Leuten besetzt, die einen mit Trommeln, Musik, Schildern und manchem High-Five unterstützt haben. Ich bin eine Zeit von 2:03 Stunden gelaufen, nächstes Mal möchte ich die Zwei-Stunden-Marke knacken. Mit Blick auf den Marathon in Berlin muss ich im Training noch etwas mehr laufen, auch mehr Intervalle und Bergläufe einbringen – auch wenn Berge in meiner Heimatstadt Hamburg schwer zu finden sind... Ich freue mich auf das, was mit dem Team noch kommt, es ist super, sich mit so unterschiedlichen Läufern auszutauschen."

Der deutsche Meister musste das Rennen aufgeben: Arne Gabius im Interview, gezeigt auf der großen Continental-Video-Leinwand. Foto: Wesselhöft

 

Frank Schumann: "Die Kälte am frühen Morgen habe ich genossen. Am liebsten wäre es mir, der restliche Tag wäre so kalt geblieben, denn ich liebe die Kälte und habe bei Wärme und direkter Sonne echt Probleme, und hier in Hannover war es später heiß wie im Hochsommer! Die Stimmung am Straßenrand war prima. Ich hatte mich vorher ja selbst tätowiert, mit einem Filzstift die Worte "ICH WILL", "Kraftvoll nach hinten treten", "Armbewegung" und "Füße achten" auf die Unterarme und Hände geschrieben. Das hat tatsächlich etwas geholfen: Ich habe mich ständig wieder erinnert, auf effektives Laufen und eine bessere Haltung zu achten. Komisch war, dass ich teilweise wirklich nachlesen musste, was ich da geschrieben habe. Meine Erinnerungs-Stichwörter hatte ich doch tatsächlich vergessen. Schon komisch, wie so ein Marathon die Denkleistung beeinträchtigt."

 

Sven Eglinski: "Ich habe gemischte Gefühle nach diesem Halbmarathon, wegen meines körperlichen Zustands. Ich war vorher wochenlang angeschlagen, das hat sich bemerkbar gemacht. Die ersten elf Kilometer war ich ganz gut unterwegs. Ab Kilometer 17 hatte ich dann mit fiesen Krämpfen zu kämpfen, aber aufgeben kenne ich nicht. Auf den letzten beiden Kilometern gab es von einigen Studenten eine ordentliche Bierverpflegung, das hat die Motivation gehoben. Ansonsten hat der Lauf echt viel Spaß gemacht, super Kulisse, geiles Wetter. Ich komme wieder!"

 

Moritz Waldmann: "Ich war ja zunächst etwas gekickt, da ich mich am Tag zuvor entschieden hatte, auf den Start beim vollen Marathon zu verzichten. Ich habe seit Tagen leichte Achillessehnen-Probleme. Das Tempo war dann auch beim Halbmarathon schneller als gedacht, die Sehne aber hielt und ich fühlte mich gut, darum bin ich am Drücker geblieben. Je länger es ging, umso mehr wollte ich dann doch noch die 1:14 im Ziel packen. Ab Kilometer 15 war es dann echt hart und ich musste mich ordentlich durchbeißen, aber das Fighten hat sich gelohnt, am Ende lag ich eine Sekunde drunter: 1:13:59 Stunden! Die super Unterstützung am Streckenrand hat dabei auch geholfen, ein klasse Publikum, das mich teilweise richtig getragen hat unterwegs!"



Und das ist der Zieleinlauf von Marathon-Sieger Allan Kiprono, gezeigt auf dem Videoboldschirm im Continental-Dorf. Foto: Wesselhöft

 

Alexander Koerfer: "Wahnsinn! Ich habe es tatsächlich geschafft und bin neue persönliche Bestzeit beim Hannover-Marathon gelaufen: 3:13:29. Meine ganze Vorbereitung war auf Hannover ausgerichtet, um hier unter 3:15:00 zu finishen. Nie habe ich in der Vorbereitung mehr Kilometer geschrubbt, die Hälfte davon im tiefster Dunkelheit im Winter, nie habe ich mehr Intervalltraining gemacht. Ich bin überglücklich, dass das geklappt hat. Und eine gute Erkenntnis nehme ich für die nächsten Rennen mit: Da ist noch mehr drin im Tank! Auf zur Unterbietung der 3:10:00."

 

Christian Grell: "Trotz gesundheitliche Maleschen war ich hochmotiviert an den Start gegangen, habe bei Kilometer 30 aber einen völligen Einbruch erlitten und wollte schon aufgeben. Mit dem Gedanken an das GripTeam habe ich dann alle Zähne zusammen gebissen und mich bis ins Ziel gekämpft. Meinen eigenen Grenzen bin ich wohl nie zuvor so nahe gekommen, und die 42,195 Kilometer am Ende gefinished zu haben, ist ein überwältigendes Erlebnis!"

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