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Endspurt durchs Brandenburger Tor

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27/09/2017
 

Von Krämpfen in den Beinen bis zu Kämpfen im Kopf - die Läufer des Continental GripTeams gaben beim finalen Rennen, dem 44. Berlin Marathon, noch einmal alles. Und feierten einen krönenden Abschluss.


Während der erste Herbstregen des Jahres gegen die Fenster des italienischen Restaurants in Berlin Mitte prasselt, sitzt das gut gelaunte Continental GripTeam drinnen und fachsimpelt über den nächsten Tag. „Bloß kein Dauerregen“, ist die Hoffnung. „Was ziehst du an?“, eine der vielen Fragen. Denn der nächste Tag wird ein besonderer sein. Nicht nur wegen der Bundestagswahl. Vor allem nämlich markiert der 24. September für das GripTeam den krönenden Abschluss eines turbulenten Laufjahres: Um 9:15 geht es zum letzten Mal gemeinsam an den Start in den orange-schwarzen Continental-Jerseys. Für die meisten ist der Berlin Marathon das Highlight des Jahres, das Rennen durch die Bundeshauptstadt ist schließlich einer der beliebtesten Marathonläufe der Welt. 43.852 Läuferinnen und Läufer sind gemeldet. Darunter etliche Berlin-Debütanten, auch im GripTeam.

Am Tag vor dem Marathon besucht das GripTeam den Continental-Stand auf der Berlin Vital Messe. Das Motto „Get your Grip“ bekommt am regnerischen Sonntag nochmal große Bedeutung.

 

Im Restaurant wurde inzwischen die Pasta serviert. Kohlenhydrate ist das Stichwort. Davon kann man praktisch nicht genug bunkern, wenn man 42,195 Kilometer in Bestzeit laufen möchte. Und davon träumen natürlich alle im Team. Etwa Alexander Koerfer aus Düsseldorf, 28 Jahre alt und einer der Erfahrenen im Team. Der Berlin Marathon ist sein 39. Lauf mit einer Länge von mindestens 42 Kilometern. Im April stellte er beim Hannover Marathon mit 3:13:29 Stunden eine neue persönliche Bestzeit auf. „Die will ich natürlich unterbieten, ganz klar“, sagt Koerfer im Vorfeld. Und für Höchstleistungen muss alles stimmen, beginnend bei der Vorbereitung. „Könnte ich bitte direkt noch eine Portion haben, vielleicht etwas größer?“ fragt Koerfer also die Bedienung, als er den ersten Teller Pasta Bolognese verzehrt hat. Später, als sich die anderen im Team bereits zufrieden über den Bauch fahren, sitzt Koerfer immer noch vor einem Berg Nudeln. Er hat schließlich ein ehrgeiziges Ziel vor Augen.

 

Finnja Kietzke aus Hamburg ebenso, allerdings wird sie in Berlin zu ihrem ersten Marathon über die volle Distanz antreten. Sie reiste extra aus Spanien an, wo sie gerade ein Auslandssemester absolviert. Ob sie ausreichend vorbereitet ist? „Das kann ich leider gar nicht so genau sagen.“ Die Wohnungssuche in Spanien, der Umzug und dann auch noch die Reisestrapazen – trotzdem ist sie natürlich hoch motiviert. „Ich bin sehr gespannt. Trainieren konnte ich nur bei rund 30 Grad, da muss ich mich jetzt irgendwie akklimatisieren“, sagt sie und blickt durch das Fenster in den regnerischen Berlinder Abend. Ähnlich geht es Sven Eglinski, der von einem „mulmigen Gefühl“ berichtet. „Mein Knie war außerhalb des Trainings etwas instabil und schmerzte zu oft.“ Dennoch peilt der Münchener eine Zeit von knapp 4:15 Stunden bei seinem ersten Marathon an. 

Früh am Sonntagmorgen werfen Finnja Kietzke, Andrea Schnell und Sven Eglinski einen Blick auf die Zielgerade am Brandenburger Tor

 

Der nächste Morgen, das meteorologische Bild ist unverändert. Grauer Himmel und Regen, doch sonnige Stimmung im GripTeam. Hoch oben versteckt sich der Berliner Fernsehturm im Nebel, unten wartet ein Meer aus Menschen, die fast alle blaue Müllsäcke als Regenschutz übergestreift haben, auf das Startsignal. Die Straße des 17. Juni, wo sich sonst Touristen und Berliner beim sonntäglichen Spaziergang treffen, ist wuselig. Zuschauer, freiwillige Helfer und Marathoni in einem riesigen Gewimmel. Wer kann bei diesem Schmuddelwetter gewinnen? Wird ein neuer Weltrekord aufgestellt? Hält die Continental-Sohle des GripTeams auf den nassen Straßen durch? Das sind nur ein paar der Fragen, die für Spannung auf Aufregung auf und neben der Strecke sorgen.

 

Schon früh zeichnet sich an diesem Sonntag ab, dass die 44. Auflage in Berlin kein normaler Marathon werden wird. Eigentlich ist die flache Strecke durch die Hauptstadt prädestiniert für Bestzeiten. Doch diesmal läuft vieles anders als geplant – für die Profis, aber auch für einige aus dem GripTeam. Während Lauf-Experten einen Dreikampf um den Sieg zwischen den Kenianern Eliud Kipchoge, Wilson Kipsang und dem Äthiopier Kenenisa Bekele erwartet hatten, schickt sich der junge Guye Adola aus Äthiopien an, den Favoriten die Stirn zu bieten. Dabei ist es für den Halbmarathon-Läufer der erste Versuch über die volle Distanz. Und es läuft auf Anhieb prächtig, er hält sich tapfer in der Spitzengruppe. Bekele wiederum verlassen schon nach halber Strecke die Kräfte, Kipsang scheidet bei Kilometer 30 aus. Damit ist der Weg frei für Eliud Kipchoge. Mit einem Lächeln auf den Lippen trabt der Kenianer als erster über die Ziellinie am Brandenburger Tor, eskortiert von einem Begleitfahrzeug und den letzten Nachzüglern des vorher gestarteten Handbike-Marathons. Mit einer Zeit von 2:03:34 holt er sich den Sieg, verpasst jedoch den Weltrekord von Dennis Kimetto (2:02:52). Debütant Adola wird mit 2:03:47 Stunden überraschend Zweiter. "Das war mein bislang härtester Marathon", berichtet der Sieger später in der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber ich habe jede Minute davon genossen."

 

Während sich Kipchoge und Adola bereits die Waden massieren lassen, kämpft das Gripteam auf der Strecke. „Ungefähr bei der Hälfte wurde es komisch, mein Körper wollte nicht mehr“, berichtet Frank Schumann später. „Ich dachte mehrmals ans Aufgeben, aber irgendwie habe ich mich durchgebissen.“ Nach 5:15:49 Stunden kommt er ins Ziel, er hatte schon bessere Tage. Doch unter diesen Umständen ist das Ankommen wie ein Sieg – der Stolz auf die eigene Leistung überwiegt. Auch für Sven Eglinski läuft es alles andere als rund. „Bei Kilometer 25 krampfte es“, wird er später berichten. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Gedanken auszusteigen, aber der Ehrgeiz war einfach zu groß.“ Mit einer Mischung aus Gehpausen, Dehnübungen und Laufen kämpft er sich ins Ziel. Das zwischenzeitliche Vorhaben, „etwas Schadensbegrenzung zu betreiben und unter fünf Stunden zu kommen“, verfehlt er nur knapp. Mit schmerzverzehrtem Gesicht und schweren Beinen überquert Eglinski mit einer Zeit von 5:00:43 Stunden die Ziellinie. Für Alexander Koerfer hingegen läuft fast alles nach Plan. In 3:10:51 Stunden erzielt er einen neuen persönlichen Rekord und bestätigt den Aufwärtstrend, der bei ihm während der vergangenen Rennen zu beobachten war. Dass er die ursprünglich angepeilte Zeit von unter 3:10 Stunden knapp verpasst, lächelt er weg. Was zählt, ist die neue Bestzeit. Für die anderen des GripTeams läuft es ebenfalls gut. Christian Grell (3:56:16) schafft den Marathon durch Berlin in weniger als vier Stunden und auch Andrea Schnell (4:14:07) und Finnja Kietzke (4:33:22) laufen beachtliche Zeiten. Und das Wichtigste: Die Sohlen trotzt dem nassen Asphalt, alle passieren die Ziellinie – allen gelingt ein krönender Abschluss!

Ein letztes Mal anstoßen. Frisch geduscht und ausgeruht trifft sich das GripTeam am Abend in der Hotelbar. Auf das GripTeam!

 

Am Sonntagabend ist die Stimmung entsprechend ausgelassen. Beim gemeinsamen Abendessen berichten die GripTeam-Mitglieder von den Erfahrungen auf der Strecke, vom Jubel der Zuschauer, von Massagepausen oder mentalen Kämpfen. Über das schönste Gefühl sind sich alle einig. „Auf diese Art durch das Brandenburger Tor zu laufen“, sagt Alexander Koerfer. „Das ist ein großartiges Gefühl.“ Bei einem Glas Bier oder Rotwein lässt das GripTeam ein erfolgreiches Wochenende und ein ereignisreiches Jahr ausklingen. Der Steelman in Hannover 2016, der Hannover Marathon 2017, der Berlin Marathon 2017 – es wurden sehr, sehr viele Kilometer gemeinsam auf Continental-Sohlen abgerissen. „Team ist immer auch ein bisschen Familie“, sagt Sven Eglinski später. Und auch, wenn das Projekt Continental GripTeam jetzt endet, wiedersehen werden sich die Protagonisten natürlich trotzdem. Der Hannover Marathon 2018 steht bei den meisten schon im Kalender.

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