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Schweiß, Schlamm – und Schlangen

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04/07/2018
 

Der Jungle Ultra führt 230 Kilometer durch den peruanischen Dschungel. Die Läufer überqueren 70 Flüsse und treffen auf Schlangen, Affen und Pumas.


Welcome to the jungle, we’ve got fun and games.“ Das sind die ersten Zeilen von einem der größten Hits der Rockband Guns’n Roses: „Welcome To The Jungle“. Vielleicht wird er eine oder andere Teilnehmer des Jungle Ultra diesen Song in der Playlist haben. Mit "Spiel und Spaß" hat der Wettkampf im peruanischen Dschungel aber zumindest für Außenstehende ziemlich wenig zu tun. 230 Kilometer müssen sich die Teilnehmer durch den Amazonas-Regenwald Südamerikas schlagen. Dabei müssen sie 70 teils reißende Flüsse überqueren, werden von Moskitos in den Wahnsinn getrieben und müssen mit einer Luftfeuchtigkeit von annähernd 100 Prozent klarkommen. Beste Bedingungen also für einen Ultralauf. Denn dort ist das Motto: je härter, desto besser.

 

In rund drei Kilometern Höhe starten die Läufer im peruanischen Regenwald ihre Tour, die sich in fünf Etappen über fünf Tage streckt. Von Etappe zu Etappe dringen die Teilnehmer dabei immer weiter in den peruanischen Dschungel ein. Die Luft wird immer schwüler und der Boden immer schlammiger. Wirklich laufen können die Sportler dann nicht mehr. Nur sehr mühsam kommen sie voran – normalerweise. Der Norweger Sondre Amdahl hat es 2017 aber gerade zu Beginn des Rennens sehr eilig. Der spätere Sieger legt den Abstieg auf der ersten Etappe so schnell zurück, dass er selbst für das Kamera-Team im Truck zu schnell ist, das den Lauf Jahr für Jahr medial begleitet. Das Team bekommt Amdahl nur ganz zu Beginn des Rennens mit einer Kamera zu fassen. Danach treffen sie ihn erst im Camp wieder. Das ist vorher noch nie passiert.


Bloß nicht abrutschen: Ein Ultra-Läufer balanciert auf einem umgekippten Baumstamm. Foto: Mikkel Beisner

 

Amdahl merkt während seines Laufes nichts von seinem enormen Tempo. Denn der Ultra-Sportler ist über die gesamte Distanz auf sich allein gestellt. Dementsprechend sind die Sportler während des gesamten Rennens auch schwer bepackt. Jeder Teilnehmer läuft die gesamten 230 Kilometer mit Hängematte, Schlafsack und Proviant durch den Dschungel. Umso beachtenswerter ist Amdahls Leistung. In zusammengerechnet unter 24 Stunden erreicht er das Ziel. Je tiefer die Athleten in den Dschungel geraten, desto weniger Licht dringt zu den Teilnehmern durch und desto schwüler und feuchter wird die Luft. Die Läufer sind permanent am Schwitzen – so versucht der Körper verzweifelt die Temperatur zu regulieren. Vergeblich, die Luft ist einfach zu feucht. Der Dschungel ist zudem so dicht bewachsen, dass die Läufer zwischenzeitlich keine 50 Meter voneinander entfernt sind, ohne sich während der vierten Etappe überhaupt ein einziges Mal zu sehen.

 

Die einzigen ständigen Begleiter beim Jungle Ultra sind deshalb die vielen Moskitos, die den Läufern das Leben zur Hölle machen können. Die Strecke führt mitten durch den Dschungel. Deshalb können die Sportler auch auf alle möglichen Tiere treffen, die den Nationalpark Manú bewohnen. Dieser Nationalpark gehört zum Amazonas-Regenwald und ist ein Paradies für Naturliebhaber. Im Park wachsen mehr als 15.000 Pflanzenarten, mehr als zehn Prozent aller weltweit bekannten Vogelarten leben dort – und auch diverse andere Tiere fühlen sich dort pudelwohl. Dazu gehören Riesenotter, Jaguar, Puma, Tapir, Faultier, Nachtaffe und diverse Schlangenarten. Dabei misst der Park gerade mal 18.000 Quadratmeter, und ist damit nur etwa halb so groß wie die Schweiz. Ganz schön viel Tier für so wenig Fläche – und mittendrin die Läufer des Jungle Ultra.

 

Durchzogen ist das UNESCO Weltnaturerbe von vielen teils reißenden Flüssen und Bächen, die von den Läufern überquert werden müssen. Durch manche können sie waten und durch andere müssen sie sich an einer Leine entlanghangeln. Manche Flüsse überqueren die Athleten sogar nur mit speziellen Seilbahnen. Sie werden normalerweise nur genutzt, um abgelegene und sonst nicht erreichbare Gemeinden mit Gütern zu versorgen und um die dort lebenden Menschen von A nach B zu bringen. Denn über 80 Prozent des Manú-Nationalparks sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einfache Plattformen hängen an einem dicken Seil und werden von Hand über den Fluss gezogen. Die dort ansässigen Bewohner sind deshalb häufig daran zu erkennen, dass ihnen vielfach Finger fehlen.


Wer sich selbst einen Eindruck vom Jungle Ultra verschaffen will, dem ist der Trailer des Dschungel-Laufs empfohlen: https://www.youtube.com/watch?v=PeNh_LLdnzY Das nächste Dschungel-Abenteuer beginnt am 2. Juni 2019. Dann heißt es wieder: Welcome to the Jungle!


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