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Laufen in der Eishölle

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10/09/2018
 

14 Millionen Quadratmeter groß und viele Meter dick – das ist das ewige Eis der Antarktis rund um den Südpol. Was bis vor kurzem als lebensfeindliches Outback galt, ist heute für Extremläufer Terrain eines der verrücktesten Laufwettbewerbe der Welt: des Antarctic Ice Marathons.

 

Sommer – das bedeutet hier: Sonnenschein, blauer Himmel – und minus 20 Grad. Das sind die Rahmenbedingungen des Antarctic Ice Marathons, des südlichsten Laufwettbewerbs der Welt. Klingt kalt – aber verglichen mit den minus 98,6 Grad Celsius, die bereits in der Antarktis gemessen wurden, erscheinen diese Temperaturen tatsächlich fast sommerlich mild. Die von einem Wärmesatellit ausgemachten 98,6 Grad Minus sind übrigens Rekord bis heute. Gemessen wurde die Temperatur in einer bitterkalten Polarnacht im antarktischen Winter. Der Antarctic Ice Marathon aber findet im Sommer statt. Über drei Tage erstreckt sich eines der verrücktesten Lauf-Abenteuer.

Die Teilnehmer werden per Privatflugzeug für den Ice Marathon eingeflogen. © Mark Conlon/ Antarctic Ice Marathon

 

Gefragt ist der Marathon besonders bei Läufern, die Mitglied des „7 Continents Marathon Clubs“ werden wollen. Zur Aufnahme berechtigt sind in diesem Club nur diejenigen, die Marathons auf allen sieben Kontinenten der Erde gelaufen sind. Und der Ice Marathon ist einer von nur zwei offiziellen Marathons, die in der Antarktis stattfinden. 215 Männer und 62 Frauen sind bisher Mitglieder des „7 Continents Marathon Clubs“. Doch auch in diesem Jahr werden im Dezmeber – dem Sommer der südlichen Halbkugel – wieder Sportler aus der ganzen Welt versuchen, die Aufnahmekriterien zu erfüllen.

 

Der Antarctic Ice Marathon ist aber nicht nur deshalb reizvoll. Der Marathon am Südpol steht als südlichster Lauf der Erde im Guinness-Buch der Rekorde. Nur etwa 600 Meilen vom Südpol entfernt gehen die Teilnehmer an den Start. Seit 2006 findet der Ice Marathon regelmäßig statt. In diesem Jahr startet die Reise für die Teilnehmer am 12. Dezember. Mit einem Privatjet werden die Teilnehmer aus dem chilenischen Punta Arenas in die Antarktis eingeflogen. Knapp fünf Stunden dauert der Flug, ehe die Athleten das Camp Union Glacier erreichen. In speziellen Zweier-Zelten verbringen die Sportler die Nacht. Am nächsten Tag startet mit dem Wettbewerb dann eine der wohl spannendsten Herausforderungen im Leben der Sportler. Der Lauf kann wahlweise über die Halbmarathon-Distanz oder die klassische Marathon-Distanz von 42,195 Kilometer absolviert werden. In unregelmäßigen Abständen findet zudem auch ein Lauf über die Ultramarathon-Distanz von 100 Kilometern statt. Derzeit aber ist kein Ultralauf in Planung.

Ein Camp mitten im Nichts. Die Sportler nächtigen vor dem Lauf im Camp Union Glacier. © Mark Conlon/ Antarctic Ice Marathon

 

Vor nicht allzu langer Zeit wäre an einen Lauf in der Antarktis gar nicht zu denken gewesen. Denn der Kontinent wurde erst vor etwa 190 Jahren überhaupt entdeckt, am 27. Januar 1820 vom russischen Seefahrer Fabian Gottlieb von Bellingshausen. Aus dem großen weißen Fleck auf der Landkarte wurde der weiße Kontinent. Denn der siebte Kontinent ist zu 98 Prozent mit einer Eisschicht überzogen. Die Eisschichten sind teils bis zu vier Kilometer dick. 14 Millionen Quadratmeter groß ist die Antarktis, also größer als Australien und etwa 37 Mal so groß wie Deutschland.

 

Der Antarctic Ice Marathon wird af einem eisigen Plateau in rund 700 Metern Höhe ausgetragen. Bei zweistelligen Minusgraden sind die Teilnehmer verpflichtet, spezielle Kleidung zu tragen, die dafür sorgt, dass der Körper den Schweiß abtransportieren kann ohne auszukühlen. Zusätzlich erschwert wird der Lauf durch starke Winde. Die sogenannten katabatischen Winde, Fallwinde, die beim Druckausgleich der Eisflächen mit der wärmeren Luft entstehen, können Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Winde machen es unmöglich, gelaufene Zeiten vorauszuahnen und bringen die Läufer Jahr für Jahr an ihre Grenzen. Spitzenzeiten sind beim Antarctic Ice Marathon auch nicht zu erwarten. Pinguine oder Robben übrigens auch nicht – zwar leben diese Tiere in der Antarktis, aber der Ice Marathon wird so weit südlich ausgetragen, dass es dort keine Robbe und keinen Pinguin hin verschlägt.

 

Wem Marathons auf allen sieben Kontinenten noch nicht reichen, dem sei übrigens der North Pole Marathon empfohlen. Er bietet den passenden Gegenpol zum Antarctic Ice Marathon. Ausgerichtet wird dieser verrückte Lauf am Nordpol übrigens vom selben Veranstalter. Genau wie beim North Pole Marathon liegt deshalb die Teilnahmegebühr für die Sportler zwischen 15.000 und 16.000 Euro. Weitere Eindrücke vom Marathon am Südpol, gibt es im offiziellen Trailer des Laufs aus dem Jahr 2017 zu sehen: https://vimeo.com/245010372

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