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Alles auf Rot

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10/10/2018
 

520 Kilometer nichts als Staub und Wüste, Hitze und Fliegen – das ist The Track. Der Ultramarathon durchs australische Outback gehört zu den härtesten Sportwettkämpfen der Welt.


Das australische Outback: endlose Weiten, flirrende Hitze, roter Wüstensand. Mittendrin in der Mitte des roten Nichts erhebt sich majestätisch der Ayers Rock. Für die australischen Ureinwohner, die Aborigines, ist der 350 Meter hohe Berg seit jeher heilig. Mehr als 250.000 Touristen kommen jährlich, um den berühmten Inselberg einmal mit eigenen Augen zu sehen. Alle zwei Jahre wird der Ayers Rock aber auch zum "Ultras Rock" und damit zur Pilgerstädte von Ultraläufern aus der ganzen Welt. Dann findet „The Track“ statt, ein 520 Kilometer langer Ultralauf durch das australische Outback. Der Lauf ist in neun Etappen eingeteilt und auf zehn Tage ausgelegt. Er endet am Fuße des Ayers Rock. Hinaufgeklettert wird nicht – die Veranstalter respektieren damit die Wünsche der Aborigines.

 

Jede Nacht schlafen die Sportler an einer gemeinsamen Lagerstätte – das ist eine der wenigen Vorgaben der Veranstalter. Ansonsten sind alle Teilnehmer auf sich selbst gestellt. Sie müssen während des gesamten Rennens einen Rucksack mit sich führen. Darin enthalten sein müssen alle Dinge, die sie während des Ultras unbedingt brauchen, etwa Schlafsack, Kompass, Taschenlampe, Messer und Verpflegung. „Self-supported“ nennen Ultraläufer diese Art des Laufens. The Track ist der längste „Selbstversorger“-Ultramarathon der Welt. Teilnehmer müssen an ihre Grenzen und darüber hinausgehen, um den Lauf überhaupt bestehen zu können – so sagt es der Veranstalter. „Dieser Lauf war bei weitem das herausforderndste und lohnendste Event, das ich je auf diesem Planeten erlebt habe“, erklärt auch Jamie Hildage, der 2017 am Track teilnahm. Hildage war dabei nur einer von 27 Athleten, die bei der letzten Ausgabe an den Start gingen. Wer den Mut aufbringt, bekommt eine Karte in die Hand gedrückt – und versucht dann, der vorgegebenen Route zu folgen und abends im gemeinsamen Lager anzukommen.

520 Kilometer durch Sand, Staub und Wüste. Doch hier und da pflastern auch Bäume und Sträucher den Weg der Athleten. Foto: Pielke/ The Track

 

Startpunkt des Laufes Alice Springs, die einzige größere Stadt in der Nähe des Outbacks. Hier beginnt das Abenteuer Australien. Mit etwas Glück können die Ultrasportler gleich zu Beginn auf Kängurus treffen. Diese fühlen sich im West-MacDonnell-Nationalpark nämlich pudelwohl. Ob die Athleten sich so wohl fühlen, ist dagegen eine andere Frage: Denn neben der dauernden Last auf den Schultern sitzt ihnen auch die Zeit im Nacken. Nur zehn Stunden haben sie Zeit, um eine Etappe zu absolvieren. Die Umgebung ist zumeist recht öde, schließlich laufen die Athleten durch das "Red-Centre" Australiens, durch die rote Halbwüste, die ziemlich genau in der Mitte des australischen Kontinents liegt.

 

Würde hier und da nicht eine Pflanze aus dem Boden ragen, man könnte denken, die Sportler rennen gerade über die Oberfläche vom Mars. Die Athleten befinden sich aber nicht auf galaktischen Wegen, sondern auf den Spuren der Aborigines – den Ureinwohnern Australiens, die seit ungefähr 40.000 Jahren auf dem Kontinent leben. Inmitten des Red-Centres ragt der Ayers Rock in die Höhe, das „rote Herz Australiens“. Aufgrund seiner eisenreichen Gesteine leuchtet der Fels bei Sonneneinstrahlung rot und ist schon aus hunderten Kilometern Entfernung erkennbar. Hier endet das neuntägige Abenteuer der Ultraläufer. 520 Kilometer durch Sand, Staub und Wüste sind sie gelaufen, wenn sie den Fuß des Berges erreichen.

 

Dort treffen sie auf die Anangu, einen Stamm der Aborigines, der bereits seit mehreren zehntausend Jahren dort lebt. Uluru, „Schattiger Platz“, wird der Berg von ihnen genannt. Für sie ist der Berg ein heiliger Ort. Den Namen Ayers Rock trägt der rote Berg erst, seit die ersten Europäer ihn vor knapp 150 Jahren entdeckten. Die britischen Forscher William Gosse und Peter Warburton waren auf Exkursion im australischen Outback und benannten den Berg nach dem damaligen südaustralischen Premierminister Henry Ayers. Seit den 1990er Jahren wird der Name Uluru auch zunehmend von Nicht-Einheimischen verwendet. Ab 2019 ist es Touristen übrigens nicht mehr erlaubt, den Uluru zu besteigen. Das setzten Vertreter der Aborigines durch. The Track wird aber auch 2019 (Start: 15.5.2019) am heiligen Berg enden.

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