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Zwischen Löwen und Elefanten

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13/11/2018
 

230 Kilometer vorbei an den "Big Five" Afrikas: Ein ganz besonderer Ultralauf setzt sich für den Schutz von Löwen, Elefanten, Nashörnern, Leoparden und Büffeln ein. Der "For Rangers Ultra" führt durch Kenias Nationalparks – unter strenger Beobachtung der Ranger.


William Hofmeyr ist auf seiner üblichen Patrouille unterwegs. Er ist Chef-Ranger im kenianische Wildreservat Olarro im Osten Afrikas – Heimat von den "Big Five", Elefanten, Nashörnern, Löwen, Leoparden und Büffeln, und dazu noch unzähligen weiteren Wildtieren. Hofmeyr, im Oktober dieses Jahres in seinem Offroadfahrzeug unterwegs, wird plötzlich angegriffen. Ein Pfeil durchbohrt seine Wange, er blutet, hat heftige Schmerzen. Hofmeyr ignoriert das und verfolgt die Angreifer: Wilderer, die es auf die Stoßzähne eines Elefanten haben. Ihnen gegenüber stehen Ranger wie William Hofmeyr. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht die Tiere vor den Wilderern zu schützen. Der Ultralauf "The For Rangers" führt die Teilnehmer durch das Revier der Ranger, vorbei an Elefanten und Löwen – zu Ehren der Ranger, die sowohl Läufer als auch Tiere während des Ultras schützen. Den Angreifer auf Ranger Hofmeyr aber, den konnten die Tierschützer nicht ergreifen. Der Vorfall aber zeigt: Nicht nur die Tiere brauchen Schutz, auch die Arbeit der Wildhüter verlangt nach größerer Aufmerksamkeit.

 

Der For Rangers Ultra ist ein 230 Kilometer langer Lauf durch fünf kenianische Nationalparks. Er fand 2018 erstmals statt. Aufgeteilt ist der Lauf auf fünf Etappen. Die Läufer bewegen sich durch die nahezu endlose Weite der offenen Savanne – doch ganz allein sind sie nie. Giraffen, Nashörner, Löwen, Wildhunde, Strauße, Krokodile, Hyänen und Zebras: Wildtiere aller Art säumen den Weg der Athleten.

Die 50 Teilnehmer des ersten For Rangers Ultra wurden auch aus der Luft von Rangern beobachtet. Foto: Mikkel Beisner, For Rangers Ultra

 

Die Tiere sind es auch, die Jahr für Jahr viele Touristen nach Kenia locken. Auf Safari-Touren wollen Touristen aus aller Welt einen Löwen aus der Nähe beobachten oder mit eigenen Augen ein Nashorn in seinem natürlichen Umfeld erleben. Was Touristen dann meist aus einem Safari-Fahrzeug beobachten, erleben die Teilnehmer des For Rangers Ultra noch unmittelbarer. Zebra-Herden kreuzen den Weg der Läufer, Elefanten trotten am Wegesrand entlang und Giraffen beobachten die Sportler aus sicherer Entfernung.

 

Dass die Athleten den wilden Tieren nicht zu nahe kommen, dafür sorgen die Ranger. Sie haben die Sportler während ihres Laufes durch die Savanne immer im Blick. Sei es aus der Ferne von einem aus der weiten Graslandschaft hervorragenden Berg oder aus luftiger Höhe von einem Hubschrauber. Doch nicht immer können sie das Aufeinandertreffen von Sportler und Tier verhindern. Besonders nah kamen einige Teilnehmer des For Rangers Ultra einem Elefantenbullen samt Nachwuchs am Ende der diesjährigen dritten Etappe. Die Athleten trafen an der Privatranch Ol Jogi im Osten Afrikas ein und wurden von den beiden Elefanten mit großem "Torööö" begrüßt. Elefanten sind schützenswerte Tiere. Auf dem Schwarzmarkt werden für Stoßzähne eines Elefanten horrende Summen gezahlt. Auch für das Horn eines Nashorns oder das Fell eines Löwen bekommen Schwarzmarkthändler viel Geld. Den Wilderern ist deshalb jedes Mittel recht, um an die Objekte ihrer Begierde zu kommen. Der For Rangers Ultra bietet Ultraläufern die Chance, den Kampf gegen die Wilderer aufzunehmen –  und den Rangern durch die Aufmerksamkeit, die ein solcher Lauf erzeugt, beizustehen. 

Eine Herde Büffel zieht ihre Bahnen durch die Nationalparks Kenias. Foto: Mikkel Beisner, For Rangers Ultra

 

Die Athleten tragen während des gesamten Rennens ihre benötigten Sachen mit sich: Essen, Trinken, Sicherheitsausrüstung und Renn-Equipment. Schlafen tun die Sportler in Zeltlagern, die von Rangern rund um die Uhr bewacht werden. Doch an Schlaf ist für die meisten Ultra-Athleten nicht zu denken. Zu ungewöhnlich sind die nächtlichen Geräusche. Die meisten Menschen sind es eben doch nicht gewohnt, nachts einen Löwen brüllen oder einen Elefanten trompeten zu hören.

 

Das Ultra-Event findet in Zusammenarbeit mit der Organisation For Rangers und dem Projekt Save the Rhino statt. Von manchen Nashorn-Arten gibt es nicht einmal mehr 80 lebende Exemplare auf der ganzen Welt. Im Schnitt werden dennoch täglich drei Nashörner wegen ihres kostbaren Horns gejagt. For Rangers und Save the Rhino setzen sich beide für den Schutz der Artenvielfalt und die Unterstützung der Ranger ein, damit sich das in Zukunft ändert. Angeführt wurde die 50-Mann-starke Truppe der Auftaktveranstaltung des neuen Laufs For Rangers Ultra deshalb in diesem Jahr von einem als Nashorn verkleideten Ultraläufer, der die gesamte Strecke mitlief. Der nächste For Rangers Ultra findet im September 2019 statt. Dann können Ultrasportler sich erneut an die Seite der Ranger stellen und alle möglichen Wildtiere vor Wilderern schützen.

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