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Dauerlauf mit Dracula

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26/11/2018
 

Wölfe? Bären? Lächerlich! Beim Ultralauf „Transylvania 100“ in den rumänischen Karpaten kann es eine weitaus gefährlichere Begegnung geben: mit Graf Dracula. Wenn man denn an Vampire glaubt…


Knoblauch gehört eigentlich nicht zu den Dingen, die Ultraläufer bei sich tragen. Eigentlich. Einen Wettkampf aber gibt es, bei dem es durchaus Sinn machen kann, eine Knolle Knoblauch griffbereit zu haben: beim „Transylvania 100“. Denn der startet und endet an einem der wohl mystischsten Orte der Welt: zu Fuße des Schlosses von Graf Dracula in Siebenbürgen, beziehungsweise Transsylvanien, wie die Region auch genannt wird. In den bisherigen Auflagen des Laufes hat sich der legendäre Hausherr der jahrhundertealten Festung zwar noch nicht blicken lassen, vermutlich liegt ihm der Startzeitpunkt unter der rumänischen Frühlingssonne nicht sonderlich. Doch da der Zieleinlauf erst nach Sonnenuntergang gefeiert wird, sollte man sich über blutrünstigen Besuch nicht wundern. Einzige Voraussetzung, um sich einen Extra-Kick Nervenkitzel zu verschaffen: Man sollte an Vampire glauben…

 

Allerdings verschafft dieser Wettkampf den Teilnehmern auch nüchtern betrachtet genügend Nervenkitzel. Der „Transylvania 100“ gilt als einer der härtesten Ultraläufe der Welt. Allein schon wegen der unsicheren klimatischen Bedingungen in den rumänischen Karpaten gehört der Lauf durch die märchenhaft schöne und mystisch verklärte Landschaft zu den größten Herausforderungen im Laufkalender. Im Mai, wenn der Startschuss ertönt, kann es frühsommerlich warm sein mit den ersten – blutsaugenden! – Mücken des Jahres. Oder aber bitterkalt mit Schnee und Eis. Hoch oben in den Karpaten liegt zum Beispiel auf dem 2500 Meter hohen Gipfel des Varful Omu eine Schutzhütte, bei der noch im Mai die Schneedecke bisweilen bis zu den Knien reicht. Während hier noch einige Sportler auf Ski hinab ins Tal düsen, kämpfen sich am Pistenrand Teilnehmer des „Transylvania 100“ mit Sportschuhen zur Hütte, um etwas zu verschnaufen. 100 Kilometer geht es über Schotterpisten und Felspfade, durch Flüsse, Morast und eben Schnee, dabei werden 6500 Höhenmeter überwunden. Dichte Wälder mit Bären und Wölfen, schroffe Felsen und weitläufige Täler – die Karpaten sind auch losgelöst vom Dracula-Mythos eine faszinierende Landschaft. 

Foto-Credit: Transylvania 100

 

Der berühmteste Ort aber ist Bran, über dem erhaben die berühmt-berüchtigte Burg aus dem 14. Jahrhundert thront. Ob dort tatsächlich Untote leben, darüber könnte man sicher mit den Tourismus-Beauftragten der Region streiten. Zu Weltruhm jedenfalls gelangte das Schloss bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Der irische Schriftsteller Bram Stoker veröffentlichte damals seinen Roman „Dracula“, und die Burg des Vampirfürsten, die im Buch beschrieben war, ähnelte dem Schloss Bran. Der Held des Romans, Jonathan Harker, reiste in der wilden Geschichte nach Transsylvanien und traf dort auf Graf Dracula – das Schloss in Rumänien wurde damit zum Zentrum einer der berühmtesten Schauergeschichten der Welt. Mehr als eine halbe Million Menschen reist heute jährlich nach Rumänien, um diesen mystischen Ort zu besuchen.

 

Jedes Jahr im Mai sind es aber keine Vampir-Fans, die für Aufregung am Fuße des Schlosses sorgen, sondern Ultraläufer. Vollbepackt und bereit für ihr ganz persönliches Transsylvanien-Abenteuer warten sie an der Startlinie auf den Startschuss. Vor allem Ultramarathoni mit hohen Ambitionen freuen sich auf den Lauf in Rumänien. Denn die Bestenliste ist noch kurz. 2018 fand erst die dritte Auflage des Laufspektakels statt. Rekordhalter ist mit einer Zeit von 15:35:25 Stunden der Rumäne Balint Bartha. Der nächste Startschuss ertönt am 19. Mai 2019. Wer sich auf die Herausforderung durch die transsylvanische Wildnis im Bucegi-Nationalpark einlässt, muss auf alles vorbereitet sein. Wetterkapriolen aller Art, Sonne, Wind, Regen, Schnee und Nebel bei Tag und Nacht, glitschige Almwiesen, Wälder, in denen man sich leicht verlaufen kann, eiskalte Gebirgsbäche – ein Traum für hartgesottene Ultraläufer. Allein die Liste der Pflichtausrüstung weist auf ein abenteuerliches Unterfangen hin. Nicht nur Kompass, Pfeife und Stirnlampe sind unbedingt einzupacken, sondern auch Trekkingstöcke und Snowspikes. Knoblauch? Muss jeder selbst entscheiden…

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