Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Die 10 Todsünden des Laufens

Neuigkeiten

Print
 
03/11/2017
 

Nach einer durchfeierten Nacht im Bett liegen bleiben – oder aufstehen und laufen gehen? Beim Joggen die Babykarre vor sich her schieben? Mit den bequemen Basketball-Sneakern laufen? Martin Grüning, Chefredakteur des Laufmagazins "Runner´s World", warnt vor den 10 Todsünden des Laufens.


1. Zu schnell loslaufen

Ein Fehler, den viele Einsteiger in den Laufsport machen: Lossprinten, weil man doch früher im Schulsport auch immer zu den Schnellsten gehörte. Dann ist man nach zwei Minuten platt und denkt, Laufen sei der falsche Sport. Die ideale Geschwindigkeit für Einsteiger ist nicht viel mehr als ein zügiges Gehen im Laufschritt. Bereits in diesem Tempo hat man eine ganz andere Herz-Kreislauf-Aktivität, da man das komplette Körpergewicht in die Luft bringt und wieder abfedert. Ein Lauftraining ist nur dann wirklich effektiv, wenn man in einem Tempo läuft, mit dem man sich wohlfühlt und bei dem man nicht außer Atem kommt.


2. Laufen mit falschem Schuhwerk

Man kann seine ersten Ausflüge in den Laufsport gerne auch mal in Jeans und Baumwollhemd machen. Aber nicht mit den falschen Schuhen. Die alten Basketball-Sneaker oder der Billig-Sportschuh vom Discounter sind nicht die richtige Wahl. Das ist einzig und allein ein echter und bestenfalls individuell angepasster Laufschuh. Beim Laufen federn die Füße und somit die Schuhe das drei- bis vierfache des Körpergewichts ab – das sind extreme Belastungen. Wer mit falschen Schuhen läuft, wird sich bald mit den Auswirkungen von Überlastungen herumschlagen, das Verletzungsrisiko steigt. Als Laufschuh eignen sich nicht: Turnschuh, Hallensportschuh oder gar der Fußballschuh. Selbst Laufanfänger sollten also die Investition in einen guten Laufschuh nicht scheuen. Nicht empfehlenswert: Kauf im Internet. Gerade beim ersten richtigen Laufschuh sollte man verschiedene Modelle ausprobieren und sich dabei beraten lassen.

bugaboo-bee3-brigde-wide_1200

Laufen mit Kinderkarre ist keine Todsünde – mit zu kleinen Babys im Wagen allerdings schon. Hier im Bild das Modell Bogaboo Runner, das speziell für laufende Eltern entwickelt wurde. Foto: Bogaboo / Bold Berlin

 

3. Zu warm anziehen

Wer regelmäßig läuft, sollte Funktionskleidung tragen. Kleidung also, die den Schweiß vom Körper wegtransportiert und gleichzeitig Feuchtigkeit von Außen abweist. Ein Fehler, den erstaunlich viele Läufer machen: zu warm anziehen. Man zieht sich eben drinnen an und schätzt die Außentemperatur falsch ein. Das berühmte Zwiebelprinzip ist am besten: Mehrere Schichten anziehen, damit man notfalls eine Schicht ablegen kann. Zum Beispiel im Herbst und Winter: Funktions-Unterhemd, eine wärmende Schicht und drüber eine feuchtigkeitsabweisende Schicht. Wenn man leicht fröstelnd losläuft, ist man meist richtig angezogen.

 

4. Zu selten laufen – oder zu oft

Auch für Anfänger gilt: Einmal pro Woche laufen bringt nicht viel. Es muss eine gewisse Regelmäßigkeit beim Laufen gegeben sein, damit der Körper Leistungsfähigkeit entwickelt. Das bedeutet nicht, das Anfänger unbedingt drei- bis viermal die Woche laufen müssen, aber zwei Läufe wöchentlich sollten es schon sein. Wer nur einmal wöchentlich läuft, fängt im Prinzip jedes Mal wieder bei Null an. Und mindestens eine halbe Stunde sollte man schon unterwegs sein. Und: Viel ist oft zu viel. Wer fünf Mal die Woche läuft oder gar jeden Tag, begeht einen Kardinalfehler. Denn dann fehlt dem Körper die Zeit, die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Auch Muskeln, Sehnen und Gelenke benötigen Zeit, um sich nach der Belastung zu erholen und minimalste Verletzungen auszuheilen. Auch fortgeschrittene Läufer müssen gewisse Regenerationsprozesse des Körpers beachten. Anfänger sollten nur etwa alle drei Tage laufen, also 72 Stunden Regenerationszeit einplanen. Wer regelmäßig läuft, sollte sich mindestens einen freien Tag zwischen den Lauftagen gönnen. Ruhetage sind auch wichtig für die Leistungsentwicklung.

Martin Grüning ist seit vier Jahren Chefredakteur des Laufmagazins "Runner´s World". Der 55-jährige Vater von vier Kindern hat seine Begeisterung fürs Laufen schon im Schulalter entdeckt und bereits mit 15 Jahren an Wettkämpfen teilgenommen. 1984 gewann er bei seinem Marathondebüt den Essener Lauf "Rund um den Baldeneysee" in 2:18:22 Stunden. Auch in den darauffolgenden Jahren lief er bei zahlreichen Wettkämpfen mit und belegte 1988 den Dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im 5000-Meter-Lauf. International erfolgreich war Grüning 1990, als er den dritten Platz beim Houston-Marathon mit seiner persönlichen Bestzeit von 2:13:30 Stunden belegte. Foto: Runner's World

 

5. Immer dieselbe Strecke laufen

Laufen ist ein Hobby, bei dem man durchaus Spaß haben darf. Viele Läufer empfinden aber das Laufen nach einer gewissen Weile als eintönig – weil sie immer dieselbe Runde im gleichen Tempo laufen. Man sollte also auf jeden Fall für Abwechslung sorgen. Die bekannte Runde einmal anders herum laufen, oder nur zur Hälfte und dann umkehren. Oder einfach mal links oder rechts abbiegen und schauen, wo der Weg einen hinführt. Außerdem sollte man die Trainingsbelastung variieren und öfter mal das Tempo innerhalb eines Laufs wechseln. Denn irgendwann hat sich der Körper an das Tempo, dass man von Beginn an gelaufen ist, gewöhnt. Also: Körper aus der Komfortzone bewegen, mit dem Tempo spielen und am Ende des Laufs mal einen Sprint einlegen.

 

6. Kopfhörer im Verkehr

Wer mit Musik und Kopfhörern im Straßenverkehr läuft, begeht tatsächlich eine Todsünde. Mit Kopfhörern im Ohr ist man von der Außenwelt akustisch isoliert – das kann tödliche Folgen haben. Wer unbedingt Musik hören will, kann auf Kopfhörer zurückgreifen, die auch die Außengeräusche zulassen und übertragen, so dass man das hupende Auto im Notfall eben doch noch hören kann. Empfehlenswert aber ist: Beim Laufen keine Musik hören. Einfach mal nicht abgelenkt sein, die Umgebung und den eigenen Körper bewusst erleben – das kann sehr wohltuend sein.

 

7. Falsch dehnen

Dehnen macht immer nur dann Sinn, wenn der Körper schon leicht aufgewärmt ist. Wiederum keinen Sinn machen Dehnübungen, wenn die Muskulatur durch einen harten Lauf schon sehr strapaziert ist. Im Idealfall läuft man sich ein wenig ein und schiebt dann ein kleinen Dehnprogramm ein, bevor man weiterläuft. Beim Thema Dehnen scheiden sich die Geister. Es gibt haufenweise Studien, die besagen, dass Dehnübungen gut für die Muskulatur sind. Es gibt aber genau so viele Studien, die das Gegenteil behaupten. Tatsächlich muss das jeder individuell für sich selbst ausprobieren und herausfinden.

Sind Läufer die besseren Liebhaber – und wenn ja, warum? Wie breche ich einen Weltrekord, ohne mich zu überanstrengen? Wie lange muss man laufen, bis man die Kalorien einer Tafel Schokolade los wird? Wie finde ich die besten Laufschuhe? Martin Grüning klärt diese Fragen zusammen mit den Journalisten Urs Weber und Jochen Temsch im "Laufbuch" (Süddeutsche Zeitung Edition, 400 Seiten,19,90 Euro).

 

8. Joggen mit Kinderwagen

Laufen mit dem Kinderwagen ist ein schwieriges Thema – die einen halten es für eine Todsünde, die anderen haben kein Problem damit. Wichtig ist im Sinne des Kindes: Kleinkinder sollten erst dann in einem sogenannten Babyjogger mitgeschoben werden, wenn sie ihr Köpfchen schon von allein halten können. Denn schon auf leicht unebenen Wegen sind die Erschütterungen für Babys sehr hoch. Die Nackenmuskulatur des Babys muss also gut ausgebildet sein. Grundsätzlich bietet das Laufen mit dem Babyjogger natürlich die Möglichkeit, dass Mama oder Papa trotz der elterlichen Pflichten noch zum Laufen kommen. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, wie viel Spaß das den Kindern selbst bringt. Und wenn man ganz ehrlich ist: Macht es nicht gerade als junge und vor allem beanspruchte Mutter oder gestresster Vater Sinn, mal eine kleine Auszeit für sich allein zu haben?

 

9. Laufen mit Büro-Rucksack

Wer direkt aus dem Büro nach Hause laufen möchte, sollte das auf keinen Fall mit einem normalen Rucksack oder einer Umhängetasche tun. Für diesen Zweck gibt es spezielle Laufrucksäcke, die den Laufstil nicht beeinflussen oder unkontrolliert am Körper hin- und herschleudern. Mit einem speziellen Laufrucksack ist der Lauf vom Büro nach Hause sogar zu empfehlen. Eine tolle Sache, die zudem noch Zeit spart.

 

10. Nach einer Partynacht im Bett liegen bleiben

Wer eine ausgiebige Partynacht hinter sich hat, sollte nicht im Bett liegen bleiben. Im Gegenteil: rein in die Schuhe und ab in den Park! Dadurch wird die Verstoffwechselung des Alkohols um das bis zu Vierfache beschleunigt. Dabei aber ein ganz langsames Tempo wählen und maximal 30 bis 40 Minuten laufen. Danach fühlt man sich deutlich besser als zuvor noch im Bett mit dickem Kopf.

Wir verwenden Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website zu optimieren. Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu erhalten oder um Ihre Cookies-Einstellungen zu ändern.