Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Besser laufen mit Bryan Adams

Neuigkeiten

Print
 
13/07/2017
 

Oder Taylor Swift. Oder Pharrell Williams… Studien belegen, dass bestimmte Songs beim Laufen leistungsfördernd sein können. Es kommt auf den Rhythmus an – und auf die individuelle Kondition des Läufers. GripWorld klärt auf.


Musik und körperliche Betätigung – das ist seit jeher eine starke Kombination. Das wusste schon Julius Cäsar, der auf seinen Kriegsschiffen und Galeeren Trommler beschäftigte, die den Takt für die Ruderer vorgaben. Oder der berühmte Queen-Song „We Are The Champions“, der regelmäßig zum Beispiel beim Gewinn eines Fußballpokals erklingt. Oder die mit Musik künstlich erzeugten epischen Momente, wenn Boxer in die Arenen einlaufen. Man erinnere sich nur an Henry Maske, der zum bombastischen Beat von „Conquest Of Paradise“ von Vangelis durchs Publikum hindurch in den Ring lief. Musik kann motivieren, nach vorne peitschen, beflügeln. Aber wie ist es mit Musik im Laufsport? Studien belegen: Wird die richtige gewählt, kann Musik sogar die Leistungsfähigkeit steigern.


Ob Hochleistungssportler oder Freizeitjogger – das alltägliche Training findet oft alleine statt. Wer sich die eintönigen Runden im nahegelegenen Park angenehmer gestalten möchte, der hört Musik. Aber es gibt bei der Auswahl einiges zu beachten. Musik wirkt auf den Geist, doch muss dieser mit dem Körper harmonieren, um im Training das Leistungsniveau abrufen zu können. Wird die Musik individuell, also dem persönlichen Geschmack, angepasst, können positive Emotionen ausgelöst werden. Das wiederum kann zu einer erhöhten Endorphin-Ausschüttung führen – die Lust auf das Training wird gesteigert. Außerdem können bestimmte Gefühle Veränderungen des körperlichen Zustandes hervorrufen. Mit vertrauten Melodien, Klängen oder bestimmten Texten werden bekannte Situationen assoziiert, die wiederum Emotionen entfachen. Studien belegen, dass die körperlichen Trainingsvoraussetzungen dadurch positiv beeinflusst werden: Die Hautatmung auf der Körperoberfläche nimmt zu, Hauttemperatur und –feuchtigkeit verändern sich und der Spannungszustand der Muskulatur wird – je nach Musik – verstärkt oder gelockert. Bis zu fünfzehn Prozent leistungsfördernd kann Musik demnach wirken.

Laufen mit Musik im Ohr und einer praktischen Smartphone-Halterung am Arm kann leistungsfördernd sein – wenn die Songs im Einklang mit Atmung und Laufrhythmus sind. Foto: Wesselhöft

 

Doch das gilt nicht für jeden. "Gerade Anfänger sollten sich während des Laufens nicht unterhalten, weil die Atmung dadurch unruhig werden kann. Und auch Musik in den Ohren kann den Laufrhythmus und damit die Atmung verändern", erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln im Gespräch mit GripWorld. "In der Folge kann das auftreten, was man gemeinhin als Seitenstechen wahrnimmt. Dieses Phänomen ist bis heute noch nicht vollständig medizinisch erklärbar, aber das Zwerchfell spielt eine Rolle – unser größter Atmungsmuskel, der sich beim Laufen auf und ab bewegt. Wenn man – beispielsweise durch falsches Laufen oder eben durch die falsche Musik – unrhythmisch atmet, verkrampft das Zwerchfell und man bekommt Seitenstechen. Dagegen hilft nur, mit dem Laufen aufzuhören, die verkrampfte Seite zu dehnen und tief mit Zwerchfellatmung in den Bauchraum zu atmen."


In einer Studie des amerikanischen Sportwissenschaftsmagazins „Journal of Strength and Conditioning Research“ belegen brasilianische Forscher eine durchschnittliche Leistungssteigerung. Fünfzehn Läufer liefen eine Fünf-Kilometer-Strecke – je einmal mit, einmal ohne Musik. Das Ergebnis: Im Schnitt waren diejenigen ohne Musik (27:20 Minuten) 35 Sekunden langsamer unterwegs, als die Läufer mit Musik (26:45 Minuten). Tunesische Forscher haben zudem in einer Studie das Leistungsniveau in Abhängigkeit zum Tagesrhythmus untersucht. Während dieses demnach am Abend größer sei als am Morgen, würden diese Unterschiede beim Einsatz der richtigen Musik verschwinden. Das Ergebnis einer kanadischen Studie fügt dem noch einen wesentlichen Aspekt hinzu: den Rhythmus. Wird der Köper einer höheren Belastung ausgesetzt, beginnt der Herzschlag sich mit dem Bewegungsrhythmus zu synchronisieren. Dieser wiederum ist abhängig vom Rhythmus der eingesetzten Musik. Im Optimalfall schwingen also Atmung und Puls, die Schrittfrequenz und der Beat im gleichen Takt. Um dies im Laufsport zu erreichen, empfehlen die Experten Songs mit 150 bis 180 Schlägen pro Minute (bpm). Wird ein zu langsames Lied gewählt, passt sich der Körper dem Rhythmus an und neigt gleichsam zu einem langsamen Trainingstempo. Zu solchen Songs zählen zum Beispiel "Kids Wanna Rock" von Bryan Adams, "Shake It Off" von Taylor Swift oder "Happy" von Pharrell Williams. Doch eine Playlist von derartigen Liedern zu erstellen, kann äußerst mühsam sein. Abhilfe ist im digitalen Zeitalter aber schnell geschaffen. Auf den gängigen Streaming-Plattformen finden sich zahlreiche Zusammenstellungen von Laufliedern mit entsprechender bpm-Anzahl zu jedem Genre.


Doch um die Musik entsprechend leistungsfördernd einzusetzend, sollte man mit dem persönlichen Niveau und dem eigenen Körper vertraut sein. Im Rahmen einer Studie der Ruhr-Universität Bochum wurde herausgefunden, dass Musik beim Sport auch das körperliche Belastungsempfinden verringern kann, da die akustische Rückmeldung über den Erschöpfungszustand nicht mehr gegeben sei. Wummern die Bässe im Ohr, werden Signale wie ein erhöhter Puls oder eine schwere Atmung nicht mehr wahrgenommen. Sind Geist, Körper und Musik jedoch im Einklang, sollte es dazu allerdings gar nicht erst kommen. 


Auch vor dem Sport ist Musik übrigens empfehlenswert: Sie reduziert die sogenannte Vagotonie – einen Zustand des Nervensystems, in dem der Körper auf Ruhe gepolt ist. Durch die richtige Musik kann die körperliche und geistige Aufmerksamkeit gesteigert werden und für weiteren Antrieb sorgen. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum ein Kämpfer wie Henry Maske stets einen epochalen Einlauf bevorzugte.


Hier ein Link zu einer Playlist mit leistungsfördernden Songs (150-180 bpm):

jog.fm/workout-songs/at/160/bpm

Wir verwenden Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website zu optimieren. Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu erhalten oder um Ihre Cookies-Einstellungen zu ändern.