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Schuh denkt mit

Technologie

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08/12/2017
 

Hightech macht auch vor dem Laufsport keinen Halt. Vom Fitnessarmband über Lauf-Apps und Sensor-Schuhe bis hin zur besonders griffigen Gummisohle von Continental gibt es zahlreiche technische Tricks. Doch welche Technik macht wirklich Sinn und unterstützt den Läufer? Hier ein Überblick über die wichtigsten Gadgets – mit Unterstützung eines Laufexperten der Zeitschrift Runner´s World.


Messsohlen

Ein gerade aufkommender Trend sind intelligente, mit Sensoren bestückte Innen-Sohlen, die den Laufstil des Sportlers analysieren können. Per App ist die Sohle mit dem Smartphone verbunden und übermittelt Daten, die weit über die Messung der Schrittfrequenz hinausgehen. So gibt die Sohle auch Auskunft über Tempo, Effizienz oder Abrollverhalten des Läufers. Auf Basis dieser Daten werden dann gezielt Trainingsvorschläge bereitgestellt, die dem Sportler helfen sollen, Laufstil und Trainingseffekt zu verbessern. Das Start-Up-Unternehmen Evalu zum Beispiel bietet solche jeweils 70 Gramm schweren Sohlen ab 200 Euro an. „Für Fortgeschrittene Läufer sind die intelligenten Schuhsohlen besonders interessant, da man eine direkte Rückmeldung zum Laufstil und Effizienz bekommt“, sagt Urs Weber, Redakteur der Laufzeitschrift Runner´s World. Für Anfänger sei die Technik meist noch zu kompliziert. „Für dieses Gadget sollte man eine gewisse Begeisterung für Technik mitbringen“, sagt Weber.

Grip ist entscheidend beim Laufen wie beim Autofahren: Der Schuh PureBoost ist mit einer besonders griffigen Spezialsohle von Continental ausgestattet.

 

High-Tech-Schuhsole mit Extra-Grip

Es muss nicht immer digital sein, denn beim Laufen kommt es auch auf die Hardware an. Einen wichtigen Einfluss auf das Laufverhalten haben natürlich die Laufschuhe selbst, insbesondere die Schuhsohle, die den Kontakt zwischen Läufer und Untergrund bildet. Längst hat sich die Sohle zu einem wahren High-Tech-Produkt entwickelt, das vielen Ansprüchen gerecht werden muss. Der Schuh soll möglichst leicht sein, optimalen Grip bieten und darf nicht zu schnell verschleißen. Das sind nur einige Anforderungen an den modernen Laufschuh. In Zusammenarbeit mit Adidas fertigt Continental bereits seit Jahren besonders griffige Laufschuhsohlen, deren Gummimischung aus bis zu 25 verschiedenen Zutaten besteht. „Genau wie bei einem Autoreifen gibt es auch bei der Schuhsohle einen Zielkonflikt, beispielsweise zwischen dem Abrieb der Sohle und deren Grip auf nassen Untergründen“, sagt Dr. Konstantin Efimov, Sohlen-Experte vom Reifenhersteller Continental. „Der einzige Unterschied ist, dass wir beim Schuh nicht auf den Rollwiderstand achten müssen.“ Ein bis zwei Jahre Entwicklungszeit benötigt Continental für eine neue Sohle. Damit ambitionierte Läufer auch im Winter gut vorankommen, hat Continental jetzt eine spezielle Winter-Sohle entwickelt, die Ende 2017 auf den Markt kommt.

Spezialkopfhörer SoundSportPulse von Bose: In Kombination mit einer App können über die kabellosen Kopfhörer zusätzlich Trainingsanweisungen oder Ansagen über den aktuellen Puls erfolgen.

Foto: Bose

 

In-Ear-Kopfhörer mit Pulsmessung

Vermehrt bieten Hersteller sogenannte In-Ear-Kopfhörer mit integrierter Herzfrequenzmessung an. In Kombination mit einer App können über die kabellosen Kopfhörer zusätzlich Trainingsanweisungen oder Ansagen über den aktuellen Puls erfolgen. „Dieses Gadget ist für Läufer besonders praktisch, da man sich Daten zum aktuellen Lauf ansagen lassen oder Musik hören kann – und das alles ohne das Smartphone in die Hand nehmen zu müssen“, sagt Weber. Die Akkus werden per USB aufgeladen und halten etwa fünf Stunden. Die Kopfhörer gibt es beispielsweise von Bose (ca. 230 Euro) oder vom Hersteller Jabra (ab 160 Euro).

Brustgurt

Der Klassiker unter den technischen Laufzubehör. „Gerade für Laufanfänger ist der Brustgurt das einfachste und sicherste Mittel, um seine Belastung beim Laufen zu messen“, sagt Laufexperte Weber von Runner´s World. Zudem gibt es schon Modelle ab 40 Euro. Wer neben der Herzfrequenzmessung zusätzliche Funktionen nutzen möchte, muss zwischen 90 und 120 Euro investieren. Dann können auch Daten wie Geschwindigkeit, Höhenmeter, Distanz oder Dauer per Bluetooth-Signal auf das Smartphone übertragen werden. Außerdem können bestimmte Modelle auch im Fitnessstudio genutzt werden und sich mit den Trainingsgeräten wie beispielsweise dem Laufband verbinden.

Fitnessarmbänder

Ebenfalls für Laufanfänger eignen sich sogenannte Fitnessarmbänder. Sie geben mit einem integrierten Schrittzähler Aufschluss darüber, wie viel man sich an einem Tag tatsächlich bewegt hat. „Fitnessarmbänder sind bildlich gesprochen der Tritt in den Hintern, da sie dazu motivieren, sich mehr zu bewegen“, sagt Runner´s-World-Redakteur Weber. Gute Fitnessarmbänder gibt es bereits ab 20 Euro. Im höherpreisigen Bereich geben die sogenannten „Wearables“ auch Auskunft über die zurücklegte Strecke oder den Kalorienverbrauch. Allerdings berechnen die meisten Fitness­armbänder die zurück­gelegte Strecke anhand der gezählten Schritten und der vorher einge­gebenen Schritt­länge. Das kann je nach Gegebenheit zu Ungenauigkeiten führen. Denn geht es beispielsweise bergab oder berg­auf ändert sich auch die Schritt­länge, was die Uhr nicht berücksichtigt. Modelle mit Satelliten­Ortung sind deutlich genauer.

Smartwatches

Sie funktionieren ähnlich wie die Fitnessarmbänder, bieten aber deutlich mehr Funktionen. So erkennen die Smartwatches auch, welche Bewegungsform gerade ausgeübt wird, beispielsweise Treppenlauf, oder welchen Schwimmstil man gerade anwendet. Mittels Leuchtdioden und Sensoren am Uhrenboden kann zusätzlich der Puls gemessen werden. Die Messung wird allerdings ungenauer, je mehr Bewegung die Uhr ausgesetzt ist, da sie dann am Handgelenk verrutschen kann. Mit einer Brustgurt-Messung kann die Uhr daher meistens nicht mithalten. Dafür kann man die Uhr mit dem Smartphone verbinden, telefonieren und Kurznachrichten lesen.

Stirnlampen

Sehen und gesehen werden. Besonders in der dunklen Jahreszeit werden Jogger von anderen Verkehrsteilnehmern häufig übersehen. Neben reflektierender Kleidung können auch Stirnlampen zur besseren Sichtbarkeit beitragen. Außerdem leuchten sie dem Sportler auch auf unbeleuchteten oder unwegsamen Pfaden den Weg. Die neueste Generation von Stirnlampen ist dafür mit Lichtsensoren, ähnlich denen der Autoindustrie, ausgerüstet, die für ein automatisches Abblenden bei Gegenverkehr sorgen. „An der Kopfhaltung können diese Lampen außerdem erkennen, ob der Läufer gerade Nah- oder Fernlicht braucht“, erklärt Weber von Runner´s World. Die Lampe blendet aber auch ab, wenn der Läufer beispielsweise auf eine Landkarte schaut, damit das Licht nicht zu hell ist. Der Hersteller Ledlenser beispielsweise bietet ein Modell für 95 Euro an.

Per App ist die Innen-Sohle des Start-ups Evalu mit dem Smartphone verbunden und übermittelt Daten, die weit über die Messung der Schrittfrequenz hinausgehen. So gibt die Sohle auch Auskunft über Tempo, Effizienz oder Abrollverhalten des Läufers.

Foto: Evalu

 

Apps

Fitness-Apps sind inzwischen so zahlreich wie die Funktionen, die sie bieten. Einige Apps sind kostenlos, andere wiederum gibt es nur als bezahlpflichtiges Abo-Modell. Die kostenlose Android-App "Fitness Challenge" beispielsweise bietet vorgefertigte Kurztrainings, oder aber man stellt sein eigenes Trainingsprogramm zusammen. Dafür stellt die App diverse Eigengewicht-Übungen für unterschiedliche Muskelgruppen zur Verfügung. Trainingsfortschritte sowie Daten zu Körperfett, Grundumsatz und Idealgewicht lassen sich ebenfalls ablesen. Wer mag, kann auch eine sportliche Herausforderungen der App annehmen, die sich nach dem aktuellen Trainingsniveau richtet. Weitere häufig genutzte Apps sind etwa "Runtastic" oder "Strava", die es ermöglichen, Laufzeiten in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.  „Allerdings sollte sich jeder Läufer bewusst darüber sein, dass die technischen Helfer den Sportler nur beim Laufen unterstützen sollen, damit er seinen Körper besser einschätzen und das Training optimieren kann“, sagt Weber von Runner´s World. Daher solle man immer auch auf die Signale hören, die der Körper von sich aus sendet, denn die seien durch keine App oder Smartwatch zu ersetzen. „Ab und an muss man beim Laufen auch mal abschalten können. Dann ist es einfach mal ratsam, auf die technischen Helfer zu verzichten und offline laufen zu gehen.“

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