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Die 10 gefährlichsten Straßen der Welt

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11/12/2018
 

Die tollkühne "Straße des Todes" in Bolivien. Die berüchtigte "Skippers Road" in Neuseeland. Oder die unglaubliche "Tunnelroad" von Guoliang in China: Sie gehören zu den verrücktesten und gefährlichsten Straßen der Welt. Wer hier unterwegs ist, sollte ein sicherer Autofahrer sein – und gute Reifen haben. VisionZeroWorld zeigt warum.


10. Atlantikstraße, Norwegen

Sie sieht ja so romantisch aus, die Atlantikstraße in Westnorwegen. Wie ein roséfarben schimmerndes Seidenband, von großer Hand über Felsen, Inseln, Fjorde und Buchten hingeworfen. Ja, so sieht sie aus – im sommerlichen Sonnenuntergang. Doch wehe es stürmt aus nordwestlicher Richtung… Dann tost die Brandung über den grauen Asphalt, als würden im Meer Wassertrolle für einen Triathlon trainieren. Atlanterhavsvegen, so heißt Norwegens berühmteste Straße, wird dann zu einer wahrhaft abenteuerlichen Route. Da kommt einem die Fahrt auf der gut acht Kilometer langen Straße vor, als würde man sich in einem Fischertrawler durch den Atlantik bei Windstärke 12 kämpfen. Links und rechts von der schmalen Fahrbahn: das tosende Meer. Gischt bläst über die Straße, Salz verkrustet die Scheiben, Wellen sorgen für amtliches Aquaplaning – wichtig ist, dass man hier nur mit optimaler Bereifung unterwegs ist, um nicht ins Rutschen zu kommen. 1989 wurde die Atlantikstraße eröffnet, sie verbindet die Insel Averøy mit dem Festland bei Eide und der Halbinsel Romsdalshalvøya. Gebaut wurde sie auf einer Vielzahl kleiner Inseln, hüpft quasi von Eiland zu Eiland, mit acht Brücken sieht sie aus wie die Carrerabahn eines verrückten Bauingenieurs. 2005 wurde sie zum norwegischen Bauwerk des Jahrhunderts gewählt, 2007 von englischen Zeitung „The Guardian“ zur schönsten Straße der Welt, von Fahrradfahrern zur schönsten Zweiradroute und vom englischen Motorsport-Fernsehmagazin „Fifth Gear“ zu besten Autoteststrecke der Welt gekürt. Das alles gilt aber nur, solange kein Sturm aufzieht…

Achtung, Aquaplaning: Wenn die ersten Winterstürme aufziehen, sollte man optimale Reifen aufgezogen haben – wenn man die berühmte Atlantikstraße im Westen Norwegens befährt. Foto: Melby

 

9. Halsema Highway, Philippinen

Der am höchsten gelegene und kurvigste Highway der Philippinen führt über eine Distanz von rund 150 Kilometern von Baguio nach Bontoc – und gehört zu den gefährlichsten Straßen nicht nur Asiens, sondern der Welt. Während der Regenzeit verschwinden regelmäßig und zumeist ohne Vorwarnung ganze Straßenabschnitte unter Schlamm- und Gerölllawinen. Besonders gefährlich ist auch bei weniger dramatischen Wetterbedingungen eine Fahrt auf dem Halsema Highway mit schlechter Bereifung und mangelhaften Bremsbelägen, was bei Fahrzeugen in dem Inselstaat im Pazifik leider keine Ausnahme ist.

Bei Sonnenschein eine Traumroute – bei Regen aber eine Albtraumstraße: Der Halsema Highway auf den Philippinen. Foto: Sebastian

 

8. Passage de Gois, Frankreich

Was für eine Straße… Die 4,5 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen der Insel Île de Noirmoutier und Beauvoir-sur-Mer an der französischen Atlantikküste, von Einheimischen nur kurz Le Gois (zu Deutsch: die Furt) genannt, ist nur bei Ebbe zu befahren. Bei Flut steht das Bauwerk rund drei Meter unter Wasser. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wanderten die Bewohner noch zu Fuß über natürliche Sandbänke, später wurden Fundamente geschaffen, die die Basis für die heutige Straße bilden. Obwohl die Gezeiten angezeigt werden, kommen immer wieder Fußgänger und Fahrzeuge in Gefahr, weil sie nicht rechtzeitig vor den Fluten wieder auf sicherem Festland sind.


Land unter auf der Passage de Gois: Hier regeln die Gezeiten den Verkehr. Foto: F1jmm

 

7. Rodovia da Morte, Brasilien

Die „Straße des Todes“ heißt offiziell Präsident Dutra Highway und sieht eigentlich harmlos aus: eine typische südamerikanische Schnellstraße, vierspurig, viel Lkw-Verkehr, immer wieder kleine Ortschaften am Straßenrand. Doch bei plötzlich auftretenden Starkregen verwandelt sich die Verkehrsader in ein glitschiges Asphaltabenteuer, aus Schlaglöchern werden kapitale Hindernisse. Und das Wetter ist nicht alles: Vor allem wegen der hohen Zahl an Überfällen verdient die Bundesstraße 116 den Namen Rodovia da Morte: Immer wieder kommt es zu tödlichen Zwischenfällen, wenn Gangs Verkehrsunfälle simulieren und die Helfer dann ausrauben.

Größte Gefahr auf dem Präsident Dutra Highway: Überfälle. Foto: Marco Aurélio

 

6. Ruta 5, Chile

Vor allem der Abschnitt zwischen Arica und Iquique gehört zu den abenteuerlichsten Straßenpassagen der Welt, führt er doch für eine halbe Ewigkeit geradeaus durch eine der trockensten Wüsten der Erde. Die Atacama erstreckt sich entlang der südamerikanischen Pazifikküste in Peru und Chile. Hier gibt es Orte, an denen es seit Jahrzehnten nicht geregnet hat. Das sollte man wissen, wenn man im Norden Chiles über die Ruta 5 fährt. Bisweilen treten starke Winde auf, Sandstürme auch, die schon Pkw und Lkw von der Straße geblasen haben. Die größte Gefahr aber: Langeweile. Für Stunden sieht man nur Sand und flirrende Luft. Eine ideale Strecke also, auf der künftig autonom fahrende Autos für mehr Sicherheit sorgen können. Sie würden das Tempo den Wetterbedingungen anpassen und während der monotonen Fahrt könnte man einen Film schauen. Zum Beispiel eine Dokumentation über die trockensten Wüsten der Welt…

Lamas gehören zu den wenigen Bewohnern der trockenen Atacama-Wüste. Auf der Landstraße Ruta 5 gehören plötzlich auftretende Winde zu den Gefahren. Foto: Jahn

 

5. Kleiner Sankt Bernhard, Italien und Frankreich

Ok, die Straße ist nicht wirklich gefährlicher als andere Alpenhöhenstraßen – wenn man weiß, wie man Haarnadelkurven durchfährt. Wir haben sie aber in diese Auflistung aufgenommen, weil die gut 50 Kilometer lange Passstraße über den 2188 Meter hohen Kleinen Sankt Bernhard zwischen Frankreich und Italien Bühne war für legendäre Szenen des Filmklassikers „The Italien Job“ (Deutsch: „Charlie staubt Millionen ab“) aus dem Jahr 1969 – eines Films mit wahnwitzigen Verfolgungsjagden und einem am Pass Sankt Bernhard über dem Abgrund hängenden Ganovenfahrzeug. Wer das gesehen hat, könnte durchaus den Eindruck bekommen, hier riskierten Schnellfahrer gerne mal ihr Leben. Aber die Straße gehört zu den schönsten Passquerungen der Alpen, war bereits vier Mal Austragungsort für eine Etappe der Tour de France – und tatsächlich sollte man hier nicht zu sehr aufs Gas treten… 

Blick auf den Mont Blanc und den Pass Kleiner Sankt Bernhard im Frühjahr. Hier spielten entscheidende Szenen des Verfolgungsjagd-Klassikers "The Italian Job". Foto: Monster

 

4. James Dalton Highway, Alaska

666 Kilometer durchs Nichts – beziehungsweise durch die raue Natur Alaskas. Der James Dalton Highway gehört zu den einsamsten Autobahnen der Welt, keine echte Ortschaft liegt in seiner Nähe, nur Truckertreffs für die Fahrer der Ölförderunternehmen. Denn der Highway wurde 1974 in nur fünf Monaten aus nur einem Grund gebaut: um die Ölförderanlagen in Prudhoe Bay auf dem Landweg zu erreichen, und dazu die Pipeline quer durch Alaska im Blick zu haben . Denn die verläuft parallel zum Schotterband des Highways. Geteert ist der nicht, das wäre zu aufwändig gewesen und ein zu großer Eingriff in die Natur. Die Straße ist daher meist in einem schlechten Zustand, vor allem nach den strengen Wintern gleicht eine Reise von Fairbanks in Zentralalaska nach Deadhorse kurz vorm Polarmeer eher einem Offroad-Abenteuer als einer Fahrt auf einem offiziellen Highway. Schlaglöcher, Morast, weggebrochene Straßenabschnitte… Wer das Abenteuer wagt, muss gut ausgerüstet sein, allein auf dem 384 Kilometer langen Abschnitt zwischen Coldfoot und Deadhorse gibt es keinerlei Versorgungsmöglichkeiten.

Hunderte Kilometer durchs raue Alaska – besonders im Winter eine grandiose Herausforderung. Foto: McMurren

 

3. Guoliang-Tunnel, China

Guoliang, ein Dorf tief in der chinesischen Provinz Henan auf 1800 Metern Höhe, abgeschieden vom Rest der Welt, war bis in die frühen siebziger Jahren nur über atemraubend gefährliche Trampelpfade, Leitern und in den Fels gehauene steilste Stufen zu erreichen. Dann fingen lokale Arbeiter an, eine Straße zu bauen – ohne Unterstützung der Regierung. Innerhalb von fünf Jahren wurde in die Flanke eines Gebirgsmassivs eine 1,2 Kilometer lange Tunnelstraße gehauen, die heute zu den irrsten und auch gefährlichsten Straßen Asiens gehört. „Die Straße, die keine Fehler verzeiht“ wird der vier Meter breite Tunnelpfad genannt. Offizielle Zahlen über Unfälle gibt es nicht, doch vor Ort weiß man Bescheid…

Schmalste Straße mit engen Kurven und dunklen Tunnelabschnitten: die berühmte Tunnelroad in China. Foto: Chen

 

2. Skippers Road, New Zealand

Im November 1862 wurde im äußersten Süden Neuseelands Gold gefunden – damit hatte auch die Südhalbkugel ihren ersten großen Goldrausch, nachdem bereits einige Jahre zuvor Kalifornien von Glücksrittern aus aller Herren Ländern in Golden State umbenannt worden war. Im Skipper Canyon nahe des heutigen Queenstown wurde nach dem ersten Hype schnell eine Straße gebaut, die berühmt-berüchtigte Skippers Road. Die ist heute eine beliebte Abenteuer-Route für Touristen – allerdings nur für besonders wagemutige, denn in weiten Teilen ist die enge Straße heute noch im gleichen Komfortzustand wie bei ihrer Eröffnung im Jahr 1890. Der Schotter aus Vulkangestein verwandelt sich bei Regen in einen besonders schmierigen Schlamm, und weil die Straße so eng ist, muss man bei Gegenverkehr bisweilen viele Kilometer rückwärts bis zur nächsten Einbuchtung kurven. Das ist auch der Grund, warum die Skippers Road eine von nur zwei Straßen in Neuseeland ist, auf der man nicht mit Mietwagen fahren darf – kein Anbieter will das Risiko versichern. Auch hier wären übrigens vernetzte Fahrzeuge im Vorteil, könnten die Fahrer sich doch rechtzeitig austauschen und so etwa das Rückwärtsfahren bei Gegenverkehr vermeiden.

Wir müssen leider draußen bleiben: Mietwagen sind auf der Skippers Road in Neuseeland nicht erlaubt. Foto: Sander

 

1. El Camino de la Muerte, Bolivien

Offiziell heißt diese Anden-Straße North Yungas Road, und sie führt von der Großstadt La Paz hinab in die Regenwald-Gebiete der Region Yungas. Doch wer sie einmal gefahren ist weiß, warum die Einheimischen sie nur El Camino de la Muerte nennen, Straße des Todes. Alle paar Meter stehen auf der insgesamt 80 Kilometer langen Gebirgsroute Kreuze am Straßenrand, die an einen tödlichen Verkehrsunfall erinnern. Die Yungas Road ist auch die wohl einzige Straße in den südamerikanischen Anden, auf der Linksverkehr herrscht. Das bedeutet: Wer bergab fährt, und meistens ist die Straße zu schmal für zwei nebeneinander fahrende Autos, bewegt sich am Abgrund, Leitplanken gibt es keine. Wer bergauf unterwegs ist, fährt auf der Bergseite. So soll verhindert werden, dass Bergabfahrer zu rasant steuern – wer mit einem Reifen fast über der Schlucht hängt, fährt gemäßigter… Die Straße wurde in den 30er Jahren von Kriegsgefangenen in eine steile Bergflanke geschlagen, Regengüsse unterspülen regelmäßig die Strecke, Steinschlag ist eine immerwährende Gefahr – und dazu rabiate Verkehrsteilnehmer, die trotz der Nähe zum Abgrund zu schnell unterwegs sind.

Über die "Straße des Todes" in Bolivien führte 2011 die Land Rover Experience, seinerzeit unterstützt von Continental. Alle Teilnehmer und Fahrzeuge kamen unversehrt am Ziel an – auch wegen der optimalen Bereifung auf dem anspruchsvollen Terrain. Foto: Wesselhöft / BÜRO 504

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