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Winterreifenpflicht in Europa: Andere Länder, andere Regeln

Technologie

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10/10/2016
 

Nicht in allen Ländern gilt – wie in Deutschland – nur eine situative Winterreifenpflicht. In Europa gelten unterschiedliche Regelungen zum Thema Winterreifen und Schneeketten.

Mit freundlicher Genehmigung der Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG.


Ein moderner Winterreifen muss heute ein echtes Universaltalent sein. Neben den auch von Sommerreifen geforderten Eigenschaften, wie bestem Halt auf nasser und trockener Bahn, muss er bei kalten Straßen und erst recht auf Schnee und Eis gut greifen. Das geht nicht ohne Kompromisse: Top-Grip auf Schnee muss selbst bei Hightech-Winterpneus etwa mit längeren Bremswegen im Trockenen erkauft werden. Zielkonflikte gibt es auch bei Abrollgeräusch, Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß.

 

Neben der Unterscheidung in „Pflicht oder Kür“ gemäß der nebenstehenden Grafik gilt es teilweise auch, technische Besonderheiten zu beachten. Bei einigen Nachbarn, z. B. Österreich, gilt eine Mindestprofiltiefe von 4 mm (bei uns nur 1,6 mm), andere haben eine Mitführpflicht für Schneeketten und verweigern gegebenenfalls die Einreise. In der Schweiz droht dem Fahrer bei Unfällen mit Sommerreifen eine erhebliche Mithaftung. Zu beachten sind teils auch regional verschärfte Vorschriften. Informationen zu Ihrem Reiseland geben Automobilverbände oder die jeweiligen Auslandsvertretungen.


1. Reifenbreite in Millimetern, 2. Verhältnis Höhe zu Breite, 3. Reifenbauart, 4. Felgendurchmesser in Zoll, 5. Tragfähigkeitsindex, 6. Geschwindigkeitsindex, 7. Produktionsdatum des Reifens, beginnend mit „DOT“. Die Zahl 4015 setzt sich aus der Produktionswoche (40) und dem Produktionsjahr (15) zusammen.


Versteckte Spezialisten im Reifenprofil: Wer kann was?

Moderne Winterreifen sind Hightech-Produkte mit vielen Raffinessen. Was in der Gummimischung steckt, bleibt meist geheim. Wie die Profile funktionieren, sehen Sie ab Bild 41 in der Bildergalerie.

Was verträgt der Reifen: Gewicht und Tempo

Der Load Index (LI) zeigt die Höchsttragfähigkeit, der Speed Index (SI) die maximal erlaubte Geschwindigkeit.

Reifencodes verstehen

Reifenbreite in Millimetern, hier 225 mm

Verhältnis Höhe zu Breite, hier 45 Prozent

Reifenbauart, hier R für „Radialreifen“*

Felgendurchmesser in Zoll, hier 17 Zoll

Tragfähigkeitsindex, hier 91

Geschwindigkeitsindex, hier H**

(Reifenrückseite): Produktionsdatum des Reifens, beginnend mit „DOT“. Die Zahl 4015 setzt sich aus der Produktionswoche (40) und dem Produktionsjahr (15) zusammen.

* Die Bauart Diagonalreifen wird im Pkw-Bereich nicht mehr verwendet (außer bei Oldtimern)

** Maßgeblich sind hier Herstellervorgaben, für Winterbereifung ist häufig eine niedrigere Geschwindigkeitsklasse erlaubt. Kennzeichnung durch Aufkleber im Sichtbereich des Fahrers erforderlich

 
LITragfähigkeit pro Reifen in kg            SI                    maximale Geschwindigkeit
91615M130 km/h
92630N140 km/h
93650P150 km/h
94670Q160 km/h
95690R170 km/h
96710S180 km/h
97730T190 km/h
98750H210 km/h
99775V240 km/h
100800W270 km/h
101825Y300 km/h
102            850ZR>240 km/h


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