Produkte für PKW / Van / 4x4

Wie funktioniert eigentlich ein Einparkassistent?

Technologie

Print
 
24/10/2018
 

Assistenzsysteme helfen Unfälle zu vermeiden. In einer neuen Serie auf VisionZeroWorld erklären wir, wie ABS, ESP & Co eigentlich funktionieren. Heute: der Einparkassistent.


Nur noch fünf Minuten bis zum Termin. Zum Glück wird gerade eine Parklücke frei. Doch der Stellplatz ist eng, man muss rangieren, es passt noch nicht ganz, also noch einmal vor und zurück… Schon wird ein anderer Autofahrer ungeduldig und hupt genervt. Eine typische Situation im dichten Stadtverkehr – für die es jedoch längst technische Lösungen gibt. Vom sogenannten Parkpiepser über die Rückfahrkamera bis zum vollautomatisch agierenden Einparkassistenten lassen sich die meisten modernen Autos mit Systemen ausstatten, die das lästige Rangieren am Ende einer Autofahrt erleichtern oder gleich komplett übernehmen. Auch Continental bietet wegweisende Technologien für solche Systeme an.


Der Grad der Hilfestellung für den Autofahrer ist zwar unterschiedlich, doch technisch ähneln sich die verschiedenen Einparksysteme. Sie arbeiten allesamt mit Sensoren, die an Front und Heck des Fahrzeugs sowie an den äußeren Enden der Stoßfänger vorn und hinten angebracht sind. Erstmals wurde eine solche Einparkhilfe 1982 von Toyota angeboten, sie arbeitete mit Ultraschallsensoren. Das Prinzip: Die Sensoren senden Ultraschallwellen aus, diese werden von den „angestrahlten“ Objekten zurückgeworfen, von den Sensoren wieder aufgefangen und aus diesen Daten wird dann der Abstand zum Objekt berechnet. Für den Fahrer werden die Ultraschallsignale in Pieptöne übersetzt. Je schneller das Piepen, desto näher das Hindernis; ein Dauerton bedeutet Stopp! So kann man sich quasi per Gehör in die Parklücke tasten und den Rangierraum optimal ausnutzen. Manchmal gibt es zusätzlich auch noch Lichtsignale, die den Abstand zu einem Hindernis vor oder hinter dem Auto anzeigen.

Nahbereichsradar

Das Auge des Einparkassistenten: Mit solchen Geräten von Continental kann das Auto sein direktes Umfeld erkennen. Foto: Continental

 

Vollautomatische Einparkassistenten basieren meist auf Radartechnik. Während Ultraschallsensoren eine Distanz von etwa 1,50 Meter Abstand ums Auto überwachen, reicht der Sensorbereich des Radarsystem mindestens 10 Meter weit. Deshalb können manche Einparksysteme auch ausreichend große Parklücken erkennen und den Fahrer darauf aufmerksam machen. Moderne Einparkassistenten schaffen es, das Auto berührungslos in eine Lücke zu parken, die lediglich 80 Zentimeter länger als das Fahrzeug ist. Bei diesen Einparkassistenten muss der Autofahrer das System per Knopfdruck aktivieren. Die Technik meldet dann, wenn eine ausreichend große Parklücke am Straßenrand entdeckt wurde. Der Fahrer muss dann lediglich den Rückwärtsgang einlegen, Gas geben und gegebenenfalls bremsen – das Lenken übernimmt der Einparkassistent. Wobei der exakte Lenkeinschlag und die nötigen Lenkbewegungen von einer Steuerelektronik ausgelöst werden, die wiederum die Daten der Radarsensoren auswertet.

Rückfahrkamera

Kameras unterstützen die Fahrzeugsysteme beim automatisierten Einparken. Foto: Volkswagen

 

Je nach Fahrzeughersteller wird der automatische Parkvorgang mit unterschiedlichen Grafiken auf dem Bordcomputer optisch dargestellt. Mitunter werden zusätzlich auch kamerabasierte Systeme eingesetzt, die dem Fahrer eine Art Vogelperspektive auf das Auto und seine unmittelbare Umgebung ermöglichen. Die Radarsensoren am Heck des Fahrzeugs unterstützen den Fahrer auch beim normalen Rückwärtsfahren. Wenn eine Rückfahrkamera an Bord ist, schaltet diese sich beim Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch ein, ihr Bild erscheint – meist ergänzt durch Hilfslinien, die dem Fahrer die Orientierung nach hinten erleichtern – auf dem zentralen Bildschirm.


Continental bietet die Technologie für solche Assistenzsysteme an, mehr als 30 Millionen Radarsensoren des Unternehmens sind bereits weltweit in Serienfahrzeugen verbaut. Im kommenden Jahr wird Continental die neue, fünfte Generation von Radarsensoren auf den Markt bringen, die noch kompakter, leistungsfähiger und flexibler einsetzbar sind. Zudem hat Continental eine "Trained Parking"-Funktion entwickelt, die gelernte Ein- und Ausparkvorgänge auf Knopfdruck selbsttätig ausführt. Dieses System zeichnet auf Wunsch den Verlauf eines Parkvorgangs auf und speichert diesen ab. Soll die Prozedur wiederholt werden, bringt der Fahrer das Fahrzeug in die Nähe des Ortes, wo die Aufzeichnung begann, dann genügt ein Knopfdruck und das Fahrzeug führt den vorher erlernten Parkvorgang selbsttätig aus. „Parkvorgänge, wie zum Beispiel von der Haustür zur Garage, zeigen, wie leistungsfähig Automation im Fahrzeug schon heute ist“, erklärt Alfred Eckert, Director Advanced Engineering bei der Continental Division Chassis & Safety. „Bei der Wiederholung von Abläufen ist Automation bereits unschlagbar zuverlässig. Auch in der Wahrnehmung und Bewältigung veränderter Situationen wird die Technik immer besser.“

Parken auf Knopfdruck

Continentals "Trained Parking"-Funktion ist ein gutes Beispiel für die effiziente Mehrfachnutzung von Sensortechnik im Auto. Foto: Continental

 

Für die "Trained Parking"-Funktion nutzt Continental zur Erfassung des Umfelds im Fahrzeug vorhandene Sensoren wie Kamera und Radar. „Trained Parking ist ein gutes Beispiel für die effiziente Mehrfachnutzung von Sensortechnik im Auto“, so Eckert. Beim Erlernen erzeugt das System aus den Sensordaten eine genaue Umfeldkarte und speichert diese ab. Befindet sich das Fahrzeug im Bereich dieser Karte, kann es seine genaue Position bestimmen und die erlernte Strecke automatisiert abfahren. Der Fahrer kann vor Aktivierung des Parkvorgangs aussteigen. Das Fahrzeug parkt ohne sein Zutun. Damit befreit Trained Parking den Fahrer nicht nur von einer lästigen Routine, sondern ermöglicht ihm auch enge Garagenplätze ohne Stress beim Aussteigen zu nutzen.

Wir verwenden Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website zu optimieren. Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu erhalten oder um Ihre Cookies-Einstellungen zu ändern.