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Wie funktioniert eigentlich das ABS?

Technologie

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07/11/2018
 

Assistenzsysteme helfen Unfälle zu vermeiden. In einer neuen Serie auf VisionZeroWorld erklären wir, wie ESP & Co eigentlich funktionieren. Heute: das Antiblockiersystem.


Es regnet in Strömen, die Scheibenwischer leisten ganze Arbeit. Zusätzlich erschwert die einbrechende Dunkelheit die Sicht auf die Landstraße. Dann schnellt hinter einem Baum plötzlich ein Reh auf die Straße. Der Fahrer leitet eine Vollbremsung ein, der Wagen kommt gerade noch rechtzeitig zum Stehen. Eine Situation, die sich täglich auf den Straßen abspielt. Dass es dabei oft glimpflich für Fahrzeuginsassen und Reh ausgeht, ist vor allem einer Erfindung zu verdanken: dem Antiblockiersystem, kurz ABS. 1978, also vor genau 40 Jahren, brachten die Entwicklungspartner Bosch und Mercedes eine erste ABS-Generation auf den Markt. Heute ist auch Continental führend bei der Entwicklung neuer ABS-Lösungen. Solche Systeme verhindern, dass die Räder bei Vollbremsungen und beim Bremsen auf nasser oder glatter Fahrbahn blockieren. Die Übertragung der Bremskraft bleibt erhalten, das Fahrzeug bleibt lenkbar, der Bremsweg wird nicht unnötig verlängert. Wie aber funktioniert das bewährte System?

Bei einer Demonstration im schwedischen Arvidsjaur verdeutlichte Continental die Wirkungskraft des neuen Antiblockiersystems ABS3. Foto: Continental

 

Ein modernes ABS besteht aus vier Sensoren, einer Steuereinheit und einem Hydraulikaggregat. Die Sensoren sind an den Radaufhängungen befestigt, messen unabhängig voneinander die Drehgeschwindigkeit des jeweiligen Rades und geben diese Informationen an das Steuergerät weiter. Droht ein Rad bei einer Vollbremsung zu blockieren, reduziert das System den Bremsdruck am betroffenen Rad soweit, bis das Rad wieder freier rollt und der Bremsdruck wieder erhöht werden kann. Bis zu vierzig Mal pro Sekunde wiederholt sich dieser Vorgang – bis entweder der Fahrer den Fuß vom Bremspedal nimmt oder die Räder nicht mehr blockieren. Dadurch verkürzt sich zum einen der Bremsweg auch auf rutschigem Untergrund und der Wagen bleibt zudem manövrierbar. Beim Fahrer macht sich dieser Vorgang durch ein Vibrieren im Bremspedal bemerkbar. Wie viele Neuentwicklungen hielt das ABS in seinen Anfangsjahren zunächst in Oberklasse-Modellen Einzug, war bald gegen Aufpreis auch in der Kompaktklasse verfügbar, bis sich die Autobauer 2004 verpflichteten, alle Pkw serienmäßig mit dem Sicherheitssystem auszustatten. Mittlerweile gibt es ABS-Lösungen auch für Motorräder und sogar Fahrräder, um die Fahrt sicherer zu gestalten.

Durch ABS3, die neue Generation des Antiblockiersystems von Continental, bleibt das Fahrzeug bei starken Bremsmanövern auch unter widrigen Umständen besser manövrierfähig. Foto: Continental

 

Jüngst hat Continental die inzwischen dritte Generation seines Antiblockiersystems präsentiert, das ABS3. Damit will das Technologieunternehmen den Anforderungen an moderne Bremssysteme gerecht werden und die Sicherheit auf den Straßen weiter erhöhen, um langfristig die Vision Zero, die Vision vom unfallfreien Fahren, zu erreichen. Die neue Generation passt die Bremsdruckregelung noch schneller und präziser an wechselnde Fahrbahnbedingungen an. Denn bei Bremsungen auf unterschiedlichen Oberflächen wie beispielsweise Laub auf dem rechten Fahrbahnrand und griffiger Belag in der Straßenmitte, muss das ABS die Bremskraft auf den linken und rechten Rädern komplett unterschiedlich einregeln, um die maximale Bremswirkung bei gleichzeitiger Lenkbarkeit zu ermöglichen. „Um bei wechselnden Bedingungen stets die optimale Bremsleistung und Manövrierfähigkeit zu erzielen, rechnet das ABS3 Veränderungen schneller und robuster in die Regelung der Raddynamik ein“, sagte Felix Bietenbeck, Leiter des Geschäftsbereiches Vehicle Dynamics bei Continental. So reagiert das ABS3 schneller als die Vorläufergeneration auf abrupte Wechsel der Fahrbahnhaftung.

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