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Wie funktioniert eigentlich der Spurhalteassistent?

Technologie

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27/02/2019
 

Assistenz- und Sicherheitssysteme helfen Unfälle zu vermeiden. Auf VisionZeroWorld erklären wir, wie ABS, ESP & Co eigentlich funktionieren. Heute: der Spurhalteassistent.


Ein langer, anstrengender Arbeitstag geht zu Ende: Ab ins Auto und endlich nach Hause! Das leise im Hintergrund laufende Radio wird während der Fahrt über die nahezu gänzlich verlassene Landstraße kaum noch wahrgenommen. Die Augenlider werden schwerer. Das Auto zieht langsam nach links, nähert sich der Fahrbahnmarkierung und droht in den Gegenverkehr zu fahren. Aber: Wie von Geisterhand korrigiert der Wagen den Kurs und hält die richtige Spur. Verantwortlich dafür ist der Spurhalteassistent. Kurz nach der Jahrtausendwende bauten erste Hersteller solche Assistenzsysteme auf Wunsch in die Autos ihrer Kunden ein.

Spurhalte-Auto

Mit einem Spurhalteassistenten an Bord ist die Autofahrt deutlich sicherer. Grafik: Continental

 

Der Nissan Cima fuhr als erster Wagen ab 2001 mit Lane Keeping Assist (LKAS), einer Weiterentwicklung des „Lane Departure Warning System“ (LDWS). Eingebaute Videokameras erfassen bei beiden Technologien den Verlauf der Fahrbahnmarkierung und werten aus, ob sich der Abstand auf beiden Seiten des Autos verändert. Eine sogenannte Multi Function Mono Camera, wie sie auch Continental anbietet, ist in der Regel hinter der Windschutzscheibe des Wagens montiert und erkennt neben den Fahrspuren auch Verkehrszeichen. Versteckt ist sie meist in einem Gehäuse hinter dem Innenspiegel. Droht das Fahrzeug die Fahrspur zu verlassen, warnt das Fahrerassistenzsystem Lane Departure Warning, das auch von Continental angeboten wird, den Fahrer mit einem akustischen oder haptischen Alarm. Je nach Autohersteller vibriert dann zum Beispiel das Lenkrad oder der Sitz oder es ertönt ein akustisches Warnsignal. So versucht das System, den Autofahrer zum Einlenken zu bewegen. Laut einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführten Studie können mit solchen Systemen mehr als die Hälfte der auf diese Weise verursachten Unfälle vermieden werden.

Spurhalte-Grafik
 

Der Spurhalteassistent LKAS geht noch einen Schritt weiter. Dieser Lane Keeping Assist ist nämlich in der Lage, den Fahrer aktiv in der Spur zu halten. Abhängig vom Abstand zum Bordstein oder zum Mittelstreifen greift das System unterschiedlich stark ein – in den meisten Fällen durch eine elektronische Unterstützung der Lenkkraft. Audi bietet für die Mittelklasse-Limousine A6 beispielsweise den Active Lane Assist an, bei dem eine Bildverarbeitungssoftware die Bilder der eingebauten Kamera auswertet und anschließend den Wagen über dezente Lenkeingriffe zurück in die Spur bringt. Wird die Linie überfahren, beginnt das Lenkrad zudem warnend zu vibrieren. Ähnlich funktionieren auch die Spurhalteassistenten beispielsweise für den Ford Focus oder den Lexus LS.

 

Die Spurhalte-Systeme sind meist bei Geschwindigkeiten zwischen 60 und 180 km/h einsetzbar und müssen vom Autofahrer aktiviert werden. Interne Algorithmen messen, ob die Person hinterm Steuer aufmerksam ist. Ist das nicht der Fall, warnen die Systeme den Fahrer erst vor und schalten sich dann ab. So soll verhindert werden, dass der Fahrer sich aus seiner Verantwortung ziehen kann. Zudem funktionieren die kamerabasierten Systeme auch nur dann, wenn die Windschutzscheibe sauber und die Fahrbahnmarkierungen gut sichtbar sind. Mercedes kombiniert deshalb den Kamera-Lenkassistent mit einem Radarsystem, das bei einem vorausfahrenden Wagen aktiviert wird und dem Vordermann folgt. Citroën verzichtet auf Kameras und arbeitet seit 2004 mit Infrarot-Sensoren, die nach Markierungen auf der Straße suchen und ein Signal an den Fahrer senden.

Spurhaltekamera

Kleine Kamera, großer Gewinn an Sicherheit: Die Multi Function Mono Camera von Continental. Foto: Continental

 

Ob nun Kamera, Sensor oder Radar: Alle Technologien können die Straßen sicherer machen. Denn ein Drittel der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften gehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf das „Abkommen von der Fahrbahn“ zurück. Mit einem Spurhalteassistenten kann diese Unfallursache minimiert werden – auch nach einem langen Arbeitstag.

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