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Bagger XXL

Technologie

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03/04/2019
 

Intelligente Riesenbagger, Hightech-Baumaschinen, digital vernetzte Megafräsen: Vom 8. bis 14. April findet in München die Bauma statt, Weltleitmesse für Baumaschinen. Auch Continental ist vor Ort mit zahlreichen Innovationen für mehr Sicherheit und Effizienz auf der Baustelle von morgen.

Mit einem Betriebsgewicht von bis zu 118,3 Tonnen und einem 786 PS starken Dieselmotor gehört der neue Hydraulikbagger PC1250-11 von Komatsu, der unter anderem mit vier Kameras ausgestattet ist, damit der Mensch in der Kabine jederzeit die unmittelbare Umgebung des Baggers lückenlos im Blick hat.

Fotocredit: Pressefoto Komatsu

 

Muldenkipper groß wie Einfamilienhäuser, Monster-Bagger oder Raupen-Krane mit mehr als 200 Metern Höhe – die Bauma in München ist eine Messe der Superlative. Auf der größten Fachmesse für Baumaschinen der Welt stehen alle drei Jahre einige der schwersten und spektakulärsten Maschinen, die der Mensch je gebaut hat. Hier in München ist zu sehen, was schon bald auf Baustellen rund um den Globus zum Einsatz kommen wird. Welche Highlights XXL dieses Jahr das Publikum ins Staunen versetzen werden, damit halten viele Aussteller vorab hinterm Berg. Mit Sicherheit aber werden die Höhepunkte der letzten Bauma im Jahr 2016 übertroffen werden. Dort konnte zum Beispiel ein gigantischer Großhydraulikbagger von Komatsu bestaunt werden, eine Mega-Maschine für den Bergbau mit einem Gewicht von 677 Tonnen und mit einer Schaufel ausgestattet, die 36 Kubikmeter fasst – dem Volumen eines normalen Hallenschwimmbads. Oder der spektakuläre Muldenkipper von Liebherr mit 2700 PS, der 13 Pkw huckepack nehmen könnte. Und nicht zuletzt der Hingucker am Wirtgen-Stand, eine 50 Meter hohe Asphaltmischmaschine der Konzerntochter Benninghoven. Mit mehr als 1.400 Tonnen war die Anlage das schwerste Einzel-Exponat, das die Bauma-Besucher je zu Gesicht bekamen.


Dieses Jahr sollen alle Erwartungen erneut übertroffen werden. Messechef Klaus Dittrich schwärmt schon vor der Eröffnung: „Das wird die größte Bauma aller Zeiten!“ Etwa 3500 Unternehmen aus rund 60 Ländern stellen auf weit über 600.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ihre Produkte und Innovationen vor. Hier sind Maschinen und Technologien zu erleben, die überall auf der Welt zum Einsatz kommen werden, bei den riesigen Städtebauprojekten in Fernost, bei Tunnelbauprojekten in den Alpen, bei internationalen Brückenbauten, auf den Baustellen neuer Riesenflughäfen oder im Bergbau und in Minen. München, das ist immer ein Magnet. Hier schlägt das Herz der Branche.

Der riesige 800-Tonnen-Raupenkran LR 1800-1.0 von Liebherr ist als Industriekran für Einsätze beim Kraftwerksbau oder in petro-chemischen Anlagen konzipiert. Vor allem das Anbringen und Verändern von Ballastplatten ist bei diesem Kran-Giganten besonders einfach und zeitsparend.

Fotocredit: Pressefoto Liebherr

 

Auch für Continental ist die Bauma eine wichtige Plattform, um zukunftsweisende Produkte und Technologien zu präsentieren. Das Unternehmen bietet auf der Messe (Stand C5.403) eine ganze Palette von Innovationen für die Bau- und Bergbaubranche dar. Darunter digitale Technologien, mit denen Betreiber von Baustellen, Steinbrüchen oder Kiesgewinnungsanlagen die Sicherheit und die Produktivität steigern können – etwa durch Flottenmanagementsysteme, vorausschauende Wartungskonzepte oder Überwachungslösungen für vollautomatisierte Fahrzeuge und Maschinen.

 

Vor allem aber zeigt Continental seine Expertise als einer der Branchenführer für Spezialreifen. Denn ohne Reifen wäre auch die spektakulärste Mega-Maschine nicht einsatzbereit. Erst der Reifen stellt den Kontakt zum Untergrund her, sei es Sand, Schotter oder Schlamm, Asphalt, Erde oder Stein. Der Reifen sorgt für Grip, für sicheren Stand in unwegsamem Gelände, für Traktion auf allen denkbaren Untergründen. Continental bietet für jeden Einsatz, für jede mögliche Maschine die optimale Bereifung. Und die hat mit herkömmlichen Pkw- oder auch Lkw-Reifen nicht mehr viel zu tun. Bis zu 2,20 Meter im Durchmesser groß und bis zu einer Tonne schwer kann so ein Reifen sein. Damit kann ein einzelner Spezialreifen locker das Gewicht eines VW Up oder Renault Twingo auf die Wage bringen. Solch eine besonders schwere und robuste XXL-Bereifung ist auch nötig, gehören zum Beispiel Baustellen oder Bergbauterrain zu den anspruchsvollsten Offroad-Einsatzgebieten, in denen von Menschen gesteuerte Fahrzeuge unterwegs sind.


Auf der Bauma präsentiert Continental daher unter anderem die neuesten Generationen der Spezialreifen RDT-Master und TeleMaster. Der RDT-Master, ein besonders zuverlässiger Sonderreifen etwa für schwere Muldenkipper, ist dank einer neuer Laufstreifenmischung noch abriebfester und somit langlebiger. Der TeleMaster wiederum ist ein robuster und wartungsarmer Vollgummireifen mit besonders griffigem Profil für Teleskoplader. Denn so wie Bauarbeiter ihren Arbeitsplatz nur mit besonders festem Schuhwerk betreten, ist auch für Maschinen die optimale Bereifung oberstes Gebot – in einem Umfeld, in dem Menschen unter oftmals extremen Bedingungen arbeiten. "Spezialreifen spielen für die Sicherheit eine entscheidende Rolle", sagt Christian Meiners, Leiter Off-the-road-Reifenentwicklung bei Continental. "Weil solche Reifen meist an ihrem Leistungslimit eingesetzt werden, müssen sie besonders widerstandskräftig und robust sein und auch unter schwersten Bedingungen ihr volles Leistungsspektrum abrufen können." Leistungslimit, schwerste Bedingungen – im Baugewerbe bedeutet das tatsächlich, ultimative Herausforderungen zu meistern. Spezialreifen müssen sich durch Schlamm und Geröll wühlen, sicher über scharfkantigen Schotter rollen, Sandberge genauso bewältigen wie metertiefe Wasserlöcher. Und das bei sengender Hitze in Afrika ebenso wie in eisiger Umgebung etwa am Polarkreis. Ein potenzielles Problem allerdings stellt dabei der Luftdruck dar. "Bei Nutzfahrzeugen ein entscheidendes Kriterium nicht nur für die Perfomance, sondern auch die Sicherheit, um die Sicherheit von Mensch und Maschine“, erklärt Meiners. „Sinkt der Fülldruck, wird der Reifen beim Abrollen stärker belastet und heizt sich auf. Das kann zu Schäden oder gar zum Platzen des Reifens führen." Das kennt schon jeder Fahrradfahrer: Mit flauem Reifen wird die Fahrt schwammig, kleinste Unebenheiten vermitteln ein Gefühl von Unsicherheit. Bewegt sich aber ein XXL-Bagger in schwierigem Gelände am Limit und einem Riesenreifen geht die Luft aus, kann es schnell wirklich gefährlich werden.

Ein Starrahmen-Muldenkipper von Caterpillar auf RDT-Master-Reifen von Continental. Die RDT-Master-Serie wird mit Reifendurchmessern von bis zu 2,18 Meter angeboten, die maximale Tragfähigkeit der Reifen reicht bis zu 18,5 Tonnen.

Fotocredit: Continental

 

Um das zu vermeiden – nicht jeder Baumaschinen-, Bagger- oder Minenmobilfahrer kontrolliert regelmäßig den Luftdruck seiner Maschine – bietet Continental ergänzend zum Spezialreifen-Portfolio ein passendes innovatives Produkt an. Das System ContiPressureCheck ermittelt über einen Sensor im Inneren des Reifens permanent Fülldruck und Reifentemperatur. Die Daten vom Sensor im Reifen werden per Funk an den zentralen Empfänger gesendet. Dieser verarbeitet die Daten, speichert Warnungen und übermittelt sie direkt an das Display im Cockpit. Der Fahrer kann sofort Gegenmaßnahmen einleiten – und Pannen können von vornherein vermieden werden. Zusätzlich bietet Continental mit ContiConnect ein Kontrollsystem auf Cloud-Basis, das alle Reifendaten digital in eine Zentrale übermittelt und so zum Beispiel dem Baustellenleiter einen Überblick in Echtzeit über alle im Einsatz befindlichen Reifen verschafft. "Das System schützt Fahrer und Maschine, Unfälle aufgrund mangelnden Reifendrucks gehören der Vergangenheit an", so Christian Meiners. Damit sorgen digitale Helfer in der traditionell eher analogen Welt von Großbaustellen oder Bergbaueinsatzgebieten heute vermehrt für ein deutliches Plus an Sicherheit und Komfort.

 

Als digitale Erweiterung des Spezialreifenangebots von Continental wurde außerdem das Beratungskonzept ContiLogger entwickelt, das Reifen, Hardware, Software und Daten für umfassende Servicemöglichkeiten miteinander koppelt – und auf der Bauma vorgestellt wird. Dabei werden unterschiedliche Sensoren genutzt, um Daten wie Reifendruck, Reifentemperatur ebenso zu erfassen wie Fahrzeugdaten und topografische Merkmale. Mit Hilfe der so erhobenen Daten lassen sich beispielsweise Empfehlungen für eine effizientere Streckenführung oder Beladung sowie einen optimierten Reifeneinsatz ableiten. Im Ergebnis lässt sich durch eine derartige Auswertung die Laufleistung der Reifen erhöhen; zudem können Betriebsabläufe verbessert werden, um die Gesamtproduktivität zu steigern. Das gilt im Pribzip auch für eine weitere Bauma-Premiere von Continental, die zweite Generation des Surround-View-Systems ProViu 360. Das digitale Kamerasystem liefert nun erstmals Bilder in HD-Auflösung – und entlastet dadurch den Fahrer des Baufahrzeugs, beispielsweise durch eine Rundum-Darstellung der Fahrzeugumgebung aus der Vogelperspektive.

Das System ProViu 360 kombiniert die Bilder von vier Fischaugenkameras zu einer 360-Rundumsicht aus der Vogelperspektive – und zwar künftig in HD-Bildqualität. Eine entscheidende Innovation für mehr Übersicht und Sicherheit.

Foto: Continental

 

Auch dank solcher Innovationen für mehr Sicherheit, Effektivität und Produktivität boomt die Branche wie kaum zuvor. Das vergangene Jahr bescherte den deutschen Baumaschinenherstellern einen neuen Rekordumsatz – die alte Rekordmarke stammte noch aus dem Jahr 2007. Jetzt wurden 12,1 Milliarden Euro Umsatz vermeldet, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von zwölf Prozent. Ein Megatrend in der Branche lautet dabei, ähnlich wie bei Auto- und Lkw-Herstellern: Digitialisierung. Schon heute können Baumaschinen mit vielfältigen Sensoren und Kommunikationsschnittstellen ausgestattet werden – ContiPressureCheck ist nur ein Beispiel dafür. „Die effiziente und sichere Baustelle der Zukunft funktioniert nicht ohne digitalen Mörtel. Vernetzte und intelligente Baufahrzeuge und -maschinen sind elementare Bausteine für schnellere, sichere und vor allem effizientere Prozessabläufe auf Baustellen“, erklärt Hans-Jürgen Duensing, als Mitglied des Continental-Vorstands unter anderem für den Bereich Off-Highway verantwortlich.

 

Denn auch wenn XXL-Maschinen spektakulär sind, oft sind es XS-Bauteile wie kleinste Sensoren oder gar virtuelle Innovationen wie intelligente Apps, die den entscheidenden Unterschied machen. Mit so erfassten Daten lassen sich zum Beispiel Arbeitsleistung, Verbrauch und Standort kontrollieren, vorausschauende Wartungsintervalle definieren oder Betriebskosten ermitteln. Ganze Fahrzeugflotten können per Telematik gemanaged werden. Spezielle Sensoren registrieren beispielsweise die Drehrichtung von Betonmischfahrzeugen und erfassen damit den Entladevorgang. Kräne an verschiedenen Standorten lassen sich fahrerlos über eine zentrale Steuerzentrale steuern. Außerdem helfen digitale Tools, Arbeitsabläufe zu automatisieren – und das macht Baustellen wiederum deutlich sicherer. „Die Digitalisierung der Baubranche nimmt an Bedeutung zu. Bereits jetzt sind viele Baumaschinen mit Kommunikationsschnittstellen ausgestattet, die umfassende Daten zu beispielsweise Standort und Verbrauch liefern. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf der Bauma 2019 wieder“, sagt Mareile Kästner, Projektleiterin der Bauma.

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