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Lkw denkt mit

VisionZeroNews

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23/04/2019
 

Digitalisierung, Elektrifizierung, Automatisierung – diese Megatrends der Autobranche bestimmen auch die Entwicklung bei Lastwagen und Bussen. Continental setzt durch Innovationen immer wieder neue Maßstäbe für mehr Sicherheit und Vernetzung.


Die Vorstandschefs der großen Automobilhersteller sprechen gerne von der „Neuerfindung des Automobils“, wenn es um den rasanten technologischen Wandel der Pkw-Branche geht. Für Nutzfahrzeuge jedoch gilt das gleiche. Die „Neuerfindung des Lkw“ ist längst in vollem Gange. Jüngst wurde diese Entwicklung noch zusätzlich forciert durch neue EU-Vorgaben für die Reduzierung der CO2-Emissionen. Bezogen auf den Durchschnittswert von 2019 sollen Lkw ab dem Jahr 2025 um 15 Prozent weniger CO2 ausstoßen, ab dem Jahr 2030 um 30 Prozent weniger. Das sind anspruchsvolle Ziele für die Truck-Hersteller. Um sie zu erreichen, bietet Continental zahlreiche Innovationen an, die den Lkw der Zukunft effizienter, intelligenter, umweltfreundlicher und sicherer machen.

Lkw-Hersteller wie Volvo arbeiten nicht nur Gas- oder Elektroantrieben für Lastwagen, um deren CO2-Ausstoß zu senken, sondern auch an aerodynamischen Verbesserungen. Im Falle des Volvo-Concept-Truck lassen sich so bis zu 30 Prozent Treibstoff – und damit Emissionen – einsparen.

 

Ein Beispiel ist das sogenannte Umfeldmodell, das von Continental entwickelt wird. Das System erkennt mit Hilfe von Sensoren wie Kamera, Radar und Lidar sowie unter Einbeziehung von Navigationsdaten die Umgebung rund um das Fahrzeug. Die gesammelten Daten werden mehr als fünfzig Mal pro Sekunde von einem intelligenten Steuergerät – einem Hochleistungsrechner namens Assisted Automated Driving Control Unit (ADCU) – ausgewertet und interpretiert. Die Elektronik „sieht“ dann zum Beispiel, dass ein Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn näher kommt, dass auf der eigenen Fahrspur 200 Meter voraus ein anderes Fahrzeug fährt oder dass ein Pkw gerade zum Überholen ansetzt.


Das bedeutet einen enormen Sicherheitsgewinn. Denn wenn das Fahrzeug weiß, in welcher Umgebung es sich bewegt, können die Assistenzsysteme optimal agieren. Vor allem aber ist das Umfeldmodell auch die Voraussetzung für unterschiedliche Funktionen des automatisierten Fahrens, wie etwa das Platooning. Dabei werden mehrere Lkw mittels virtueller, elektronischer Deichsel digital hintereinander gekoppelt: Diese Technologie entlastet die Fahrer der hinteren Lastwagen und es spart Sprit, was wiederum die Emissionen senkt.


„Das Umfeldmodell komplettiert das Portfolio von Continental an Komponenten und Subsystemen rund um die Erkennung der Fahrzeugumgebung. Zusammen mit unseren Sensoren, unseren Anwendungen für die Fahrzeugkonnektivität und intelligenten Steuergeräten für automatisiertes Fahren kann Continental seinen Kunden zukünftig alles, was für die sichere Erkennung der Fahrzeugumwelt erforderlich ist, aus einer Hand anbieten“, sagt Jörg Lützner, Head Commercial Vehicles, Division Interior, Systems & Technology bei Continental.

Das Foto zeigt, wie der Rechtsabbiegeassistent von Continental Fußgänger oder Radfahrer beim Rechtsabbiegen erkennt, die vom Lkw- oder Busfahrer gar nicht oder nur sehr spät gesehen werden können. Das System soll helfen, Unfälle vor allem in der Stadt zu vermeiden.

 

Ein weiterer konkreter Anwendungsfall des Umfeldmodells ist der Rechtsabbiegeassistent. In Zukunft wird Continental das bislang radarbasierte System um Kameratechnologie erweitern. Der Rechtsabbiegeassistent soll vermeiden, dass ein nach rechts abbiegender Bus oder Lkw mit Fußgängern oder Radfahrern kollidiert, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs aufhalten. In der Vergangenheit kam es dabei mehrfach zu tödlichen Unfällen. Der Rechtsabbiegeassistent erkennt die Gefahr und leitet unverzüglich eine Notbremsung ein, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. In der EU wird inzwischen über den verpflichtenden Einbau solcher Systeme diskutiert. Der weiterentwickelte Rechtsabbiegeassistent könnte ein bedeutender Schritt sein in Richtung der „Vision Zero“ – also dem Ziel von null Verkehrstoten.

Für Stadtbusse bietet Continental einen modularen Fahrerarbeitsplatz (mFAP) an. Hier sind die einzelnen Module zu sehen, die je nach Anforderungen und Vorlieben mit einander kombiniert werden können.

 

Weitere Innovationen von Continental sind ebenfalls darauf ausgerichtet. Etwa das modulare Digitalcockpit für Busse, das den Arbeitsalltag von Busfahrern ergonomischer, komfortabler und auch sicherer machen soll. Stetig sind die Fahrer dieser großen Fahrzeuge einer Flut von Informationen ausgesetzt. Der modulare Fahrerarbeitsplatz ermöglicht es nun, diese Informationen übersichtlich und ohne Ablenkung zu übermitteln. Ob die Geschwindigkeit, der Ladestand oder die Navigation im Fahrbetrieb, Bilder der Türkameras im Haltestellenbetrieb oder die 360-Grad-Rundumsicht beim Rückwärtsfahren – auf bis zu drei Displays werden die Fahrer mit allen relevanten Informationen versorgt. Auch Pop-up-Meldungen können eingeblendet werden, um den Fahrer in außergewöhnlichen Situationen zu warnen. Das Konzept passt in fast alle Stadtbusse und wurde bereits mit dem iF Product Design Award und dem German Design Award ausgezeichnet. Michael Glunk, Programmleiter für den modularen Fahrerarbeitsplatz bei Continental, sagt: „Mit unserem neuen Konzept eröffnen wir ein neues Kapitel in der Geschichte des Fahrerarbeitsplatzes und haben den Menschen in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt.“

 

Auch die Reifen werden eine wichtige Rolle bei der Erreichung der EU- Emissionsziele spielen. Auf der IAA-Nutzfahrzeuge im vergangenen Herbst in Hannover etwa feierte nicht nur der Elektro-Lastwagen MAN CitE Weltpremiere, sondern auch die spektakulären Continental-Konzeptreifen, auf denen das Fahrzeug präsentiert wurde. Die vier Designreifen Conti e.MotionPro stehen prototypisch für speziell auf elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge abgestimmte Reifen. Klaus Kreipe, Leiter Erstausrüstung Lkw-Reifen bei Continental, erklärt: „Die neuen Antriebe und die damit zum Teil einhergehenden neuen Fahrzeugkonzepte werden die Anforderungen an Nutzfahrzeugreifen verändern. Derzeit sammeln wir im Rahmen von Kooperationen wertvolle Erfahrungen für die Entwicklung von Reifen für elektrische Lkw und Busse.“

Schwarz-blau und mit einem ganz besonderen Profil: Der Designreifen Conti e.MotionPro wurde im Werk Púchov in der Slowakei in Handarbeit hergestellt, das Profil wurde dann in Hannover-Stöcken per Roboterschnitzverfahren ausgeschnitten – und von Hand verfeinert.

 

Mit den innovativen Systemen ist Continental maßgeblich an einer emissionsärmeren Zukunft beteiligt. Ein System, das jetzt schon in die Zukunft schaut, ist der dynamische eHorizon für Nutzfahrzeuge. Basierend auf hochpräzisen topografischen Streckendaten und GPS-Signalen liefert das System nämliche jegliche Daten über die vorausliegende Strecke, woraufhin die Steuergeräte im Fahrzeug Fahrweise und Geschwindigkeit automatisch anpassen. Schon in naher Zukunft sind Fahrzeuge mit dem dynamischen eHorizon in der Lage, kilometerweit vorauszublicken. Und das spart nicht nur Kraftstoff, sondern verhindert auch Unfälle, indem etwa vor einem Stauende hinter einer Kurve gewarnt wird. Schon mit dem Vorgänger, dem statische eHorizon, konnten seit 2012 rund 1 Mrd. Liter Diesel eingespart werden. Umgerechnet bedeutet das eine Ersparnis von einer Milliarde Euro. Simulationen zeigen, dass mit der dynamischen Variante noch einmal bis zu zwei Prozent mehr Kraftstoffersparnis möglich sein werden.

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