Extreme E car performing in Senegal

Eine Zeitreise mit Profil

Eine Geschichte aus dem Motorsport

Als einer der größten Reifenhersteller der Welt arbeitet Continental seit über 120 Jahren an der Entwicklung von robusten und zuverlässigen Reifen. Der Motorsport in all seinen Facetten war und ist ein wichtiger Impulsgeber. Als Vollgummireifen der neueste Stand der Technik waren, nahmen die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Continental die Erfindung von Luftreifen in Angriff. Als die Fans wagemutige Männer anfeuerten, stattete Continental Frauen mit Material aus und konzentrierte sich auf deren Rennerfolge. Die Extreme E-Rennserie bringt das Gespür von Continental für Materialien und Zukunftstechnologien auf die nächste Stufe.

Zukunftstechnologien erkennen und Fortschritt ermöglichen

Ein altes Plakat, auf dem erklärt wird, warum man Continental Cordreifen braucht

Die Werbung für Cordreifen von Continental begann früh 

Innovationen sind die Basis für Fortschritt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist Kautschuk eines der vielversprechenden Materialien, dessen Potenzial von der „Continental-Caoutchouc und Gutta-Percha Compagnie“ erkannt wird. Es vergehen viele Jahre des Experimentierens, bevor um die Jahrhundertwende endlich Luftreifen anstelle von Vollgummireifen hergestellt werden können. „Hier zeigt sich eine echte Start-up-Mentalität“, so Dr. Nils Fehlhaber, Leiter des Unternehmensarchivs. „Kautschuk erwies sich für Continental als das Material der Zukunft, und die damit verbundenen Möglichkeiten wurden immer weiter ausgelotet.“ 1898 verlässt eine revolutionäre Spitzentechnologie das Werk: der erste „Automobil-Luftreifen“. Dieser Meilenstein ist mit einer Vision verknüpft: der Überzeugung, dass sich die Mobilität grundlegend verändern wird. Im Jahr 1900 war dies noch nicht absehbar, denn noch beherrschten Pferdekutschen das Straßenbild. Damals wurden im Deutschen Reich gerade einmal 800 Automobile hergestellt – in Handarbeit.

Technik-Euphorie und Aufbruchstimmung

Seitenansicht des ausgestellten Extreme E-Rennreifens

Das Engagement von Continental bezüglich der Entwicklung hochwertiger Reifen nimmt weiter zu

Automobile sind etwas für Menschen, die sich für die bahnbrechenden Entwicklungen der Jahrhundertwende begeistern – Menschen, für die Technik ein Synonym für Zukunft und neue Möglichkeiten ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstand man darunter das „rauschende Gefühl, ungebunden und frei zu sein“, wie es der Schriftsteller Otto Julius Bierbaum 1903 beschrieb. Während die Eisenbahn dem Menschen half, große Entfernungen zu überwinden, und sich mit dem Fahrrad das direkte Umfeld erkunden ließ, war das Automobil ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit. Abgesehen vom Antrieb lässt sich eine Kontinuität erkennen. Auch heute noch ist das Engagement von Continental in Sachen Mobilität zukunftsweisend. „Damals wie heute wurde ein zukunftsorientierter Ansatz gefördert“, so der Historiker Fehlhaber. „In den 1890er Jahren war nicht klar, dass das Auto das Mobilitätsinstrument der Zukunft sein würde.“ Die Parallele zu heute: „Bis vor kurzem war nachhaltig orientierte Mobilität auch eher ein Thema für Technik-Enthusiasten“, so Fehlhaber weiter. Aus diesem Grund ist es nur logisch, dass Continental Gründungspartner der Extreme E-Rennserie ist.

Automobil-Rennsport als Tor zum Wandel

Catarina Silva mit Continental Extreme E-Rennreifen am ersten Austragungsort: AlUla, Saudi-Arabien

Der Motorsport entwickelt sich in vielerlei Hinsicht weiter

1894 beginnt in Frankreich das erste Autorennen der Geschichte. Die Begeisterung für Überlandrennen greift rasch um sich.  Mensch und Maschine trotzen miserablen Straßenverhältnissen und schlechtem Wetter. Die Rennen beweisen, dass die „pferdelose Kutsche“ eine zuverlässige Mobilitätsalternative ist. Die Menschen sind völlig aus dem Häuschen. Heute lassen sich Fans von der Extreme E-Rennserie für vollelektrische SUVs begeistern. „Das ist Off-Road-Rennsport mit all seinen Tücken“, sagt Catarina Silva, die als Leiterin des Produktmanagementteams von Continental an der Tour teilnimmt. Extreme E läutet eine neue Ära des Motorsports ein. Neben Rundenzeiten und Platzierungen geht es vor allem um die Themen Elektrifizierung, Umwelt und Gleichberechtigung, denn jedes Team besteht aus einem Fahrer und einer Fahrerin. Ein Etappensieg ist schön, aber wichtiger sind die Lehren, die sich daraus für die Serienproduktion ziehen lassen – vor allem in Sachen Nachhaltigkeit. „Wir arbeiten eng mit den Bereichen F&E und Materialentwicklung zusammen, um neue Ansätze und Möglichkeiten zu definieren und unsere Recyclinglösungen kontinuierlich zu verbessern.“

Wir arbeiten eng mit den Bereichen F&E und Materialentwicklung zusammen, um neue Ansätze und Möglichkeiten zu definieren und unsere Recyclinglösungen kontinuierlich zu verbessern.

Catarina Silva

Begeisterung für neue Ideen schüren

Ein altes Werbeplakat für Luftreifen von Continental

Continental war das erste deutsche Unternehmen, das Luftreifen für Fahrräder auf den Markt brachte

Die Anfänge des Automobilsports liegen zeitlich etwas versetzt zu denen des Radsportbooms. Ab 1896 wurden Radrennen olympisch, und es entwickelte sich ein systematisches Sponsoring mit der Botschaft: Radfahren ist cool, die Räder sind schnell, und wenn man mithalten will, muss man auch auf das Zubehör achten – also auf Reifen, Schaltung und Bremsen. „Continental war ein Pionier im Radsport. 1892 war Continental das erste deutsche Unternehmen, das Luftreifen für Fahrräder auf den Markt brachte und gezielt mit Bannerwerbung und Sponsoring an den Rennen teilnahm, um das Produkt bekannt zu machen. Die guten Erfahrungen, die dort gemacht wurden, hat man dann auf den Automobilsport übertragen“, erklärt Fehlhaber. So waren schon früh Werbebanner mit dem Schriftzug „Continental Tires“ bei Autorennen zu sehen, und in Zeitschriften wurden ganzseitige Anzeigen für Auto- und Fahrradreifen der Marke „Continental Pneumatic“ geschaltet, die einen Rennwagen vor einer stilisierten Alpenkulisse zeigten. Postkarten feiern erfolgreiche Rennen, die „ohne einen einzigen Reifendefekt“ abliefen. Ein weithin sichtbarer Höhepunkt des Engagements von Continental im konventionellen Motorsport sind die „Continental“-Türme in den Boxengassen am Nürburgring und am Hockenheimring in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Das Netzwerk ist wichtiger als der Individualismus

Ein Extrem E-Rennwagen fährt am Strand entlang

Die Extreme E-Rennserie kann über Livestreams oder soziale Medien verfolgt werden.

Heute sind die Fans über aktuelle Formate wie Livestreams oder soziale Medien bei den Extreme E-Rennen zugeschaltet. In einer 360-Grad-Ansicht erfahren sie mehr über das Wesen dieser Sportart, als es jemals zuvor möglich war. Oder sie erleben gemeinsam mit den Teams die Auswirkungen des Klimawandels. Zudem erfahren sie, wie wichtig Zusammenhalt ist. „Aus Gründen der Nachhaltigkeit sind wir mit einem sehr kleinen Serviceteam vor Ort. Zudem sind wir bei sämtlichen Reifenangelegenheiten der erste Ansprechpartner für alle neun Teams“, sagt Catarina Silva. „Diesen Zusammenhalt gab es auch am Anfang des Rennsport-Engagements“, rückt Fehlhaber die Dinge in den Kontext. „Schon in der Anfangszeit stand die Zusammenarbeit im Vordergrund. Es gab gemeinschaftliche Tests und eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, Konstrukteuren und Fahrern.“ Es ging darum, das Thema Mobilität gemeinsam voranzubringen.

Es kommt auf jeden an

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto von Hanni Köhler

Anfang des 20. Jahrhunderts waren viele Frauen mit Continental Reifen unterwegs. 

Gemischte Teams sind ein fester Bestandteil der Extreme E-Rennserie. Auch das hat bei Continental Tradition, auch wenn der Rennsport überwiegend auf Männer ausgerichtet ist. In den 1920er Jahren wurden Rennfahrerinnen aktiv gefördert. Hanni Köhler, die Motorradkönigin der 1920er Jahre, Susanne Koerner, die 1927 mit dem Motorrad zu einer Fernreise von Berlin nach Birmingham aufbrach, oder die erste Autoweltreisende, Clärenore Stinnes – sie alle stehen für die moderne Frau, die ihr Fahrzeug selbst fährt, und zwar wohin sie will. „Seinerzeit war so etwas absolut gewagt und hatte sehr emanzipatorische Züge“, sagt Historiker Fehlhaber. Man könnte auch sagen, dass sie das Automobil in einen Mobilitätsdienstleister verwandelt haben. So sieht es auch Catarina Matos Silva: „Wir glauben, dass Vielfalt uns immer weiterbringen wird“.

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