Produkte für PKW / Van / 4x4

tuning-reifen-umruesten-main-stage
Reifen umrüsten

Tipps zum Umstieg auf größere Breitreifen

Darauf müssen Sie beim Umrüsten achten

Breitreifen sind bei Tunern nicht nur beliebt sondern für eine Individualisierung nahezu notwendig. Doch auch das Fahrverhalten wird durch Breitreifen verbessert. Denn diese verfügen über eine größere Aufstandsfläche, welche die Fahrstabilität und das Kurvenverhalten optimiert. Bremswege verkürzen sich und Seitenkräfte werden verringert. Doch worauf kommt es beim Umrüsten auf Breitreifen bzw. bei der Umbereifung an?

tuning-reifen-umruesten-welcher-breitreifen-passt-bild

Welcher Breitreifen passt? Die wichtigsten Tipps!

Abrollumfang

Bei der Auswahl einer Umrüstgröße sollten folgende Punkte berücksichtigt werden: Achten Sie zunächst auf den Abrollumfang der Reifen, also auf die Strecke, die ein Rad bei einer Umdrehung schlupffrei zurücklegt. Das bedeutet, dass dieser beim Breitreifen gegenüber der Serienbereifung nicht zu groß sein darf, damit Systeme wie das Anti-Blockier-System (ABS), das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) und die Antriebsschlupfregelung (ASR) weiterhin problemlos funktionieren. Wählen Sie daher den Abrollumfang der Originalbereifung. Die Abweichung des Abrollumfangs kann eine Toleranz von bis zu 1,5 Prozent mehr oder 2,5 Prozent weniger vorweisen. 


Geschwindigkeitssymbol

Auch das Geschwindigkeitssymbol sollte gleich oder höherwertig sein, muss aber mindestens die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges berücksichtigen.


Reifenbreite

Nach § 10 StVZO werden die serienmäßigen und freigegebenen Rad- und Reifengrößen in der Fahrzeug-ABE (Allgemeinen Betriebserlaubnis) aufgelistet. Diese finden Sie normalerweise im Fahrzeugschein. Falls dies nicht der Fall ist, fragen Sie einfach Ihren Fachhändler. Die Freigängigkeit der Rad-/Reifen Kombination hängt z. B. auch von der Bremse, dem Radinnenhaus der Karosserie und Fahrwerksteilen ab.

Des Weiteren gibt es dazu Informationen auf den Websites der Reifenhersteller. Eine Umrüstung auf eine im Fahrzeugschein erfasste Reifengröße ist ohne Überprüfung möglich. Im Zweifel sollten Sie aber immer einen Fachhändler aufsuchen und sich beraten lassen – besonders dann, wenn Sie eine Reifengröße aufziehen wollen, die nicht in der ABE aufgelistet ist. Dann ist auch eine Eintragung des Breitreifens bei der zugelassenen Prüfstelle unumgänglich.


Tachoangleichung

Zur gesetzlichen Voraussetzung für die Umrüstung auf Breitreifen gehört ein gleicher Abrollumfang der Breitreifen. Weicht dieser mit mehr als +1 Prozent bis -1,5 Prozent ab, ist eine Tachoangleichung notwendig. Denn je größer die Abweichung des Reifenumfangs ausfällt, desto häufiger kann es vorkommen, dass die Tachoanzeige nachjustiert werden muss. Auch Fahrwerk, Lenkung und Felgen sollten vor der Umrüstung von einem Fachmann überprüft werden.

tuning-reifen-umruesten-lastindex-bild

Was ist unter Lastindex zu verstehen?

Der Lastindex oder Tragfähigkeitsindex (Loadindex) eines Reifens gibt an, mit wieviel Kilogramm dieser maximal belastet werden darf, unter Berücksichtigung eines bestimmten Reifendrucks. Der Lastindex sollte gleich oder höherwertig sein, nur in Ausnahmefällen niedriger als die Serienbereifung. 

Faustregel: 

Der Lastindex deckt die tatsächliche Achslast ab (siehe Ziffer 7.1 und 7.2 der Zulassungsbescheinigung, Teil 1). Lastabschläge bei V/W/Y-Reifen sind zu berücksichtigen. 

Unser Hinweis:

Bei einem Lastindex, der niedriger als die Serienbereifung liegt, ist der Reifenfülldruck den Angaben des Fahrzeugherstellers entsprechend anzupassen. Dies ist je nach Reifenausführung unterschiedlich und beträgt bei XL-Reifen z. B. 0,4 bar. Der Lastindex ist laut EU-Norm ECE-R 30 auf der Reifenseite angegeben. 

Beispiel Pkw:

Bei einem Lastindex von 91 beträgt die maximale zulässige Last je Reifen 615 Kilogramm. 

Reifen-Rechner-Login-Screen

Was gibt der Speedindex an?

Auch der sogenannte Speedindex (Geschwindigkeitssymbol) eines Reifens ist zu beachten. Zusammen mit dem Lastindex gibt dieser an, mit welcher zulässigen Reifen-Höchstgeschwindigkeit der Reifen gefahren werden darf. Der Speedindex sollte gleich oder höherwertig sein als im Fahrzeugschein angegeben. Mindestens muss die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges berücksichtigt werden. Ist der Geschwindigkeitsindex bei Sommerreifen niedriger als im Fahrzeugschein eingetragen, dürfen Sie nicht mit dem Reifen fahren. 

Mit unserem Reifenrechner können Sie ganz einfach und unkompliziert berechnen, ob Ihre Wunschbereifung möglich ist. Hier gelangen Sie direkt zum Rechner.

 

Ein Beispiel für korrektes Umrüsten

Ein Audi A3 2.0 TDI bekommt neue Reifen: von 16 Zoll geht’s rauf auf

A: 18 Zoll // 225/40R18 92W XL (Load 92 = 630 Kg) oder B: 19 Zoll // 235/35ZR19 91Y XL (max.Load = 615 Kg)

reifen_umruesten_infografik_legende

Ausgangsituation: Serienbereifung: 205/55R16 91W (Breite/Höhe/Zoll/Lastindex).

Im alten, bis zum 30. September 2005 ausgegebenen Fahrzeugschein ist auch 225/45R17 91W möglich. Die Umrüstwünsche sind nicht in den Fahrzeugdokumenten eingetragen.


Was ist zu beachten?

Lastindex und Speedindex okay?

Loadindex

  • Die Umrüstreifen sind im Loadindex identisch (235/35ZR19 91Y XL => max. Load 615 Kg) mit der Serienbereifung oder höherwertiger (225/40R18 92W XL => 630 Kg), also beide in Ordnung.

Speedindex

  • Es ist sinnvoll, eine technische Bescheinigung beim Reifenhersteller einzuholen.
Abrollumfang okay?

Der Abrollumfang der Umrüstdimension sollte der Serienbereifung entsprechen (Empfehlung: Abweichung von +1%/-1,5% funktionieren in der Regel problemlos).

  • die Serienbereifung hat einen Abrollumfang von 1.930 mm
  • der 1. Umrüstwunsch 225/40R18 92W XL hat einen Norm-Abrollumfang von 1.945 mm und liegt mit +0,8% in der zulässigen Toleranz von +1%, ist also okay
  • der 2. Umrüstwunsch 235/35ZR19 91Y XL hat einen Norm-Abrollumfang von 1.975 mm und liegt mit +2,1% außerhalb der Empfehlung. Sollte diese Bereifung weiterhin in die engere Wahl fallen, ist es sinnvoll, eine Bestätigung vom Fahrzeug-Hersteller zur tatsächlichen Tachoabweichung einzuholen oder sich vorher mit dem Sachverständigen abzustimmen, der den Eintrag vornimmt.
Rad okay?

Der Fahrzeugtyp und die Reifendimension sind in der ABE oder im Gutachten des ausgewählten Rades aufgeführt.

Hier ist entscheidend, dass bei der Wahl des Rades

  • der Fahrzeugtyp und Schlüssel-Nr. 1 (zu 2+3) im Gutachten/ABE eingetragen sind,
  • die Felgenbreite den zulässigen Normbreiten der Reifen entspricht.

225/40R18 (Normbreite von 7,5 - 9 Zoll, laut Angaben ETRTO (The European Tyre and Rim Technical Organisation), Felge = 7,5 Zoll x 18, ist also in Ordnung!

Auflagen der ABE/Gutachten erfüllt?

Wichtig: Durch Aktualisierung der Reifenprofile ist es möglich, dass vom Reifenhersteller nicht mehr alle aktuellen Profile der in der ABE oder im Gutachten angegebenen Dimensionen freigegeben sind. Deshalb ist ggf. vor der Montage der Reifen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Reifenhersteller einzuholen!

Bezüglich der Verwendung von Stahl- oder Gummiventilen ist der Hinweis in der ABE bzw. im Gutachten zu beachten. Die Abnahme durch einen Sachverständigen ist erforderlich, da die Reifendimension nicht im Fahrzeugschein eingetragen ist.


Ergebnis des Beispiels

Der auf neue Reifen umgerüstete Audi A3 2.0 TDI muss bei der nächsten Befassung von der zugelassenen Prüfstelle abgenommen werden. Die Änderungsabnahme, inklusive Anbau-Prüfung, erfolgt nach § 19 Abs.3 StVZO mit dem Hinweis „Anbaubestätigung mitführen“. Dazu gehört ebenfalls die Korrektur der Fahrzeugpapiere.


tuning-reifen-umruesten-checkliste-bild

Insider-Tipps: Darauf sollten Sie bei der Umrüstung noch achten

Felgenbreite

Bei einer Veränderung der Einpresstiefe gegenüber Serienfelge sollten Sie beachten:

  • Einfluss auf Spurbreite, Lenkkräfte, Lenkrollhalbmesser
  • Spurverbreiterungen größer 2% sind nicht zulässig, könnte negative Folgen für die Dauerhaltbarkeit des Fahrwerkes haben

Einpresstiefe/ET

  • Veränderung der Rückstellkräfte der Lenkung durch Änderung des Lenkrollhalbmessers
  • Einfluss auf die Spurrillen-Empfindlichkeit

Verwandte Themen

Breitreifen

Breitreifen sehen nicht nur gut aus, sondern machen auch die Fahrt sicherer.

Breitreifen sind heute viel mehr als nur reines Tuning Feature. Sie gehen serienmäßig vom Band und bieten einige Vorteile.

Erfahren Sie mehr

Reifen wechseln zur richtigen Jahreszeit

Sind Ganzjahresreifen eine Alternative zu Sommer- bzw. Winterreifen?

Jede Jahreszeit verlangt nach höchster Sicherheit im Straßenverkehr. Um optimalen Grip zu gewährleisten, sollten Reifen regelmäßig gewechselt werden.

Erfahren Sie mehr

UHP-Reifen von Continental

UHP-Reifen-Teaser

Ultra-High-Performace-Reifen sind als Rennreifen der Straße bekannt. Welche Besonderheiten und welchen Aufbau haben sie?

Erfahren Sie mehr

Wir verwenden Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website zu optimieren. Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu erhalten oder um Ihre Cookies-Einstellungen zu ändern.