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Achtung, Fußabdruck!

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30/04/2019
 

Die Umwelt im Vorbeilaufen schützen: Immer mehr Marathon-Veranstalter setzen auf nachhaltige und umweltverträgliche Wettkämpfe. Sie verbannen Plastik, setzen auf Solarstrom oder engagieren sich für benachteilige Kinder. Hier sind zehn Pioniere, die auf einen besonders kleinen, nachhaltigen Fußabdruck ihres Laufwettbewerbs achten.

 

Mainova Frankfurt Marathon

Der Frankfurt-Marathon hat bereits eine Tradition als besonders nachhaltiger Wettbewerb, der Lauf in der deutschen Bankenmetropole wird schon seit 2005 zusammen mit dem „Umweltforum Rhein-Main“ als Partner veranstaltet. 2014 wurde der Marathon-Klassiker am Main mit dem Green Award für den weltweit umweltfreundlichsten Marathon ausgezeichnet – und er wird jedes Jahr noch ein bisschen grüner. Ob Mobilität, Verpflegung oder Müllentsorgung, in Frankfurt wird auf einen möglichst kleinen CO2-Fußabdruck eines jeden Teilnehmers geachtet. Läufer und Helfer können am Renntag kostenlos die Busse und Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsbundes nutzen. Dieselaggregate, die zuvor für die Warmwasserversorgung im Duschbereich sorgten, wurden bereits vor Jahren durch ein System ersetzt, dass das Warmwasser der Messe nutzt. Elf Photovoltaik-Anlagen auf Frankfurter Dächern liefern Strom. Teilnehmer-T-Shirts werden aus recycelten Materialien hergestellt – für ein T-Shirt werden etwa zwölf Kunststoff-Flaschen wiederverwertet. Bei der Verpflegung wird auf regionale Bio-Produkte gesetzt, das bedeutet weniger Emissionen durch Transport und Herstellung. Der Müll, der am Veranstaltungswochenende anfällt, wird – bis auf den Restmüll – zu hundert Prozent recycelt. Außerdem werden als offizielle Ziel- und Führungsfahrzeuge ausschließlich Elektroahrzeuge eingesetzt. 2018 spendete der Veranstalter zudem für jeden Teilnehmer einen Euro an den Partner und „Pasta Party“-Verantwortlichen Fattoria La Vialla – der von dem Geld in der Toskana 4500 Olivenbäume pflanzte.

 

Nächster Start: 27. Oktober 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.frankfurt-marathon.com/

Alles Banane? Eher: Alles Bio-Banane. Bei der Verpflegung beim Frankfurt-Marathon wird auf Bio-Produkte gesetzt. Foto: Mainova Frankfurt Marathon

 

Yangyuan-Six Walnuts Hengshui Lake International Marathon

“Green Marathon, Beautiful Hengshui Lake” – so lautete das Motto des Yangyuan Six Walnuts Hengshui Lake International Marathon 2018. Den Preis für den längsten Titel dürfte der Laufwettbewerb in Hengshui, eine Stadt in der chinesischen Provinz Hebei südlich von Peking, wahrscheinlich gewinnen. Aber wie grün ist er? Allein die Streckenführung zeigt die Naturverbundenheit. Gelaufen wird nahezu komplett am Ufer des Hengshui-Sees. Der Hauptfokus der Veranstalter liegt darauf, den Lebensraum der vielen seltenen Vogelarten, die sich am See angesiedelt haben, zu erhalten. Auf einer sogenannten Wunschtafel wird diese Botschaft wirksam verbreitet. Mit der Aktion unterstützen die Veranstalter die lokale Regierung, die in der Vergangenheit viele Maßnahmen ergriffen hat, um die örtliche Umwelt zu verbessern und in dem Areal eine neue Grünfläche von 1,3 Quadratkilometermetern zu schaffen. Damit das so bleibt, werden auch beim Marathon Teams eingesetzt, die den gesamten Müll während des Laufs einsammeln. Zwar nehmen rund 18.000 Läufer an dem Lauf teil – am nächsten Tag scheint es aber dank dieser Initiative so, als ob nichts gewesen wäre.

 

Nächster Start: voraussichtlich September 2019

Hier geht’s zum Lauf: http://www.hengshuimalasong.com/

Hier fühlen sich nicht nur seltene Vogelarten wohl: der Hengshui See. Foto: 阿留申 / Aliu shen

 

Hartford Marathon

New York, Boston… Wer die traditionsreichen Marathons in den USA schon von der To-Do-Liste gestrichen hat, sollte mal einen Abstecher nach Hartford, Hauptstadt des US-Bundesstaates Connecticut, machen. Die liegt genau zwischen den beiden berühmten Marathon-Metropolen. Hier befindet sich nicht nur das ehemalige Wohnhaus von Mark Twain, dem Schöpfer literarischer Figuren wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Hier wird zudem ein besonders grüner Marathon veranstaltet. Bereits 2007 wurde zum Beispiel der sogenannte „Bubbler“ eingeführt, eine rund zwölf Meter lange Wasser-Leitung mit mehreren Zapfstellen, aus denen die Sportler becherlos trinken können. Rund 85.000 Plastikbehälter seien seit Einführung des „Bubblers“ eingespart worden, heißt es. Für Energie sorgt der sogenannte „Solar Trailer“, ein Bus, der mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet ist. Und seit 2013 kooperiert der Hartford-Marathon mit dem „Eco Husky Club“, einer Studentenvereinigung, die sich dem Umweltschutz verschrieben hat. Sie kümmern sich darum, dass der anfallende Müll kompostiert wird – und erklären Läufern, Zuschauern und Helfern, wie man das selbst zuhause praktizieren kann.

 

Nächster Start: 12. Oktober 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.hartfordmarathon.com/

Röntgenlauf Remscheid

Dieser Wettbewerb ist einer der größten Landschaftsläufe Deutschlands. Er führt über den legendären Röntgenweg, einen Wanderweg im Bergischen Land. Dabei geht es vorbei an Seen, durch Täler und Wälder – und die Veranstalter legen Wert auf ein besonders nachhaltiges Konzept, um die Verbundenheit mit der Natur aufzuzeigen. Für die Versorgung werden regionale Betriebe bevorzugt, um die Transportwege möglichst kurz zu halten. Wassertransporte werden komplett vermieden – das Trinkwasser für die Verpflegungsstellen wird aus regionalen Wasserhähnen bezogen. Auch auf die sonst üblichen Begleitfahrzeuge wird verzichtet – sie werden durch Fahrräder ersetzt. Einwegplastik, etwa für Geschirr und Becher, wurde komplett von der Veranstaltung verbannt. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs steht den Teilnehmern ebenso kostenlos zur Verfügung wie die Shuttlebusse, die am Renntag eingesetzt werden. Und für die Anreise greift der Veranstalter auf ein altbewährtes Konzept zurück: die Mitfahrgelegenheit. Auf der Homepage ist eine Börse für Mitfahrer eingerichtet, sodass die Läufer sich für An- und Abreise die Autos teilen können. An den Verpflegungsposten geht es ebenfalls äußerst ökologisch zu: Es werden keine verpackten Lebensmittel gereicht. Selbst die obligatorischen Müsliriegel sind umweltbewusst und nicht in Plastik verpackt: Ein lokaler Bäcker fertigt sie in großer Stückzahl.

 

Nächster Start: 27. Oktober 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.roentgenlauf.de/

Schwarzwald-Marathon

Dieses Jahr im Oktober geht der Schwarzwald-Marathon bereits in die 52. Auflage – und der Name ist weiterhin Programm. Nicht nur wegen der Region, auch wegen der Topografie: Der Lauf rund um Bräunlingen wird zu 80 Prozent auf Waldwegen ausgetragen. Da ist es nur natürlich, dass hier der Natur besondere Beachtung geschenkt wird. Sukzessive wird Plastik aus dem Lauf verbannt. Die obligatorischen Plastiktaschen mit den Startunterlagen gehören der Vergangenheit an – heute gibt‘s Stoffbeutel. Der Lauf ist besonders beliebt bei internationalen Startern, bei der letzten Auflage kamen Läufer aus 34 Nationen, darunter Mexiko, den Philippinen, Libanon, Japan, Israel, Katar und Ägypten. Und natürlich hat der Schwarzwald nicht nur Kirschtorte zu bieten, auch für den herzhaften Snack ist gesorgt. Läufer und Besucher kommen ausschließlich in den Genuss regionaler Kost – kurze Transportwege, weniger Emissionen.

 

Nächster Start: 13. Oktober 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://schwarzwaldmarathon.de/

Grüner Marathon im Schwarzwald: Achtzig Prozent des Laufes finden im Wald statt. Foto: Schwarzwald-Marathon

Spitzenläufer Temesgen Bekele kurz vor dem Zieleinlauf in Salzburg. Seine Begleitung: ein Fahrrad-Polizist. Auch die Ordnungshüter sind umweltfreundlich unterwegs. Foto: Buschmann

 

Salzburg Marathon

Auch in der berühmten Mozartstadt in Österreich wird nachhaltig gelaufen, bereits 2012 wurde der Salzburg-Marathon als Bundessieger zum Thema „Sport zur Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet. Außerdem wurde der Lauf als erste Laufveranstaltung Österreichs schon drei Mal „Bio“-zertifiziert. Los geht’s mit dem Konzept bereits bei der Startnummernabholung, bei der die Läufer bereits mit Bio-Gerichten aus regionalem Anbau verwöhnt werden. Entlang der Strecke werden Äpfel, Bananen und Orangen ausschließlich aus biologischem Anbau gereicht. Und selbst das alkoholfreie Bier, das sich viele Läufer nach Zieleinlauf gerne gönnen, stammt aus der Salzburger Bio-Brauerei Paracelsus. Sogar das beliebte, elektrolythaltige Getränk Powerade wird nicht in den bekannten Plastikflaschen geliefert, sondern wird als Pulver vor Ort mit frischem Salzburger Quellwasser zubereitet. In Sachen Mobilität können sich Teilnehmer und Zuschauer auf ein geräuscharmes Event einstellen. Die einzigen motorisierten Fahrzeuge sind die Kameramotorräder des Fernsehsenders ORF und Krankenwagen. Rennleiter und Mitarbeiter, aber auch die Polizei und Sanitäter bewegen sich überwiegend auf Mountainbikes oder E-Fahrrädern.

 

Nächster Start: 19. Mai 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.salzburg-marathon.at/de

Welch ein Idyll: Bereits drei Mal wurde der Marathon in Luzern für sein Nachhaltigkeitskonzept ausgezeichnet. Foto: Ammon

 

SwissCityMarathon

„Sport im Freien ist auf eine intakte Umwelt angewiesen“, heißt es beim Veranstalter des Swiss-City-Marathons in Luzern. Daher gilt bei dem Marathon mit 10.000 Teilnehmern, „dem Umweltschutz größte Bedeutung zu schenken“. Zwar seien die Belastungen des Marathons im direkten Vergleich zu den jährlichen Umweltbelastungen in der Region nur marginal, doch vor allem geht es den Veranstaltern auch darum: Die 60.000 Gäste der Sportveranstaltung für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren, indem beispielsweise auch Unternehmen, die nachhaltige Produkte anbieten, auf sich aufmerksam machen können. Maßnahmen wurden bereits ergriffen: Als Partner werden vor allem Betriebe aus der Region berücksichtigt. Bevorzugt werden Unternehmen, deren Produkte mit dem „Max-Havelaar-Fair-Trade“-Gütesiegel zertifiziert sind, also beispielsweise Obst, das unter strengen ökologischen und sozialen Kriterien produziert wurde. Mit dem „Swiss Runners Ticket“ ist die Anreise für die Teilnehmer aus der gesamten Schweiz gratis – natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Abfall wird möglichst vermieden, ansonsten getrennt und recycelt. Sogenannte „Clean Teams“ sorgen rund um die Uhr für eine müllfreie Umwelt. Der motorisierte Verkehr wird vom Zentrum ferngehalten und für die Energieversorgung wird auf erneuerbare Energien zurückgegriffen. Bereits drei Mal wurde der Luzern-Marathon für seine Nachhaltigkeit von verschiedenen Umwelt-Organisationen ausgezeichnet, als „Umweltchampion“, „prix ecosport“ und als „Vorzeigeveranstaltung“.

 

Nächster Start: 27. Oktober 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.swisscitymarathon.ch/

Die Woche vor dem Lauf in Nepal ist zwar arbeitsintensiv, aber bei weitem nicht ohne Vergnügen: Zusammen bauen die Teilnehmer eine Wasserfilteranlage und Leitungen. Somit wird das ganze Dorf nun mit sauberem Trinkwasser versorgt. Foto: Adam Dickens

 

Brighton Marathon

Startschuss im Grünen, an den Sehenswürdigkeiten vorbei und ab an ans Meer – so lässt sich der Brighton-Marathon an Englands Südküste beschreiben. Das klingt nach Urlaub – und für viele Engländer ist das beliebte Seebad in der Grafschaft East Sussex auch genau das, ein Erholungsgebiet. Damit die Lebensqualität erhalten bleibt, setzen sich die Veranstalter ökologische Ziele. Der Verbrauch von Einweg-Plastik wurde bereits drastisch gesenkt, Plastik wurde durch Papp-Artikel ersetzt, die nach dem Rennen recycelt werden. Für die Zukunft sind an jeder Versorgungsstelle Stand-Wasserleitungen geplant, an denen die Läufer ihr Wasser selbst zapfen – in vom Veranstalter gesponserte Mehrweg-Flaschen. Auch der Partner Erdinger beteiligt sich und schenkt das Bier in Bechern aus Maisstärke aus. Der Müll in Brighton wird natürlich recycelt. Außerdem handelt der Veranstalter nach der „ISO 20121“, die es seit den Olympischen Spielen 2012 in London gibt – es ist die erste globale Norm, die die Bedingungen für nachhaltiges Eventmanagement regelt.

 

Nächster Start: 19. April 2020

Hier geht’s zum Lauf: http://www.brightonmarathonweekend.co.uk/

Sanlam Cape Town Marathon

Der teilnehmerstärkste Marathon Afrikas besticht nicht nur mit der traumhaften Kulisse am Fuße des berühmten Tafelbergs – sondern auch durch das nachhaltige Konzept. „Run4Change“ (dt.: Laufen für Veränderung) heißt das Motto des Kapstadt-Marathons. Schon seit geraumer Zeit wird der gesamte Abfall entweder kompostiert oder recycelt. Auch die Wasserversorgung wurde revolutioniert. Frei nach dem Motto „Rettet das Wasser – jeder Tropfen zählt“ kooperiert der Veranstalter mit der Organisation „Bluewater Africa“, die sich zum Ziel gesetzt hat, qualitativ hochwertiges Wasser auch in Regionen dieser Welt bereitzustellen, in denen dies nicht selbstverständlich ist. Für die Teilnehmer des Marathons stehen große Bluewater-Tanks bereit, aus denen sie in Mehrwegflaschen ihr Trinkasser abfüllen können. Denn auch die Verbannung von Einwegplastik steht ganz oben auf der Liste der Veranstalter. Hinzu kommt, dass der Kapstadt-Marathon mit Wohltätigkeitsorganisationen kooperiert, die sich etwa für höhere Bildungschancen für Kinder einsetzen, für den Erhalt wilder Tierarten oder die Gleichberechtigung von Frauen.

 

Nächster Start: 15. September 2019

Hier geht’s zum Lauf: https://www.capetownmarathon.com

Impact Marathon Serie

Bei der Serie „Impact Marathon“ werden nicht nur Zeichen gesetzt, sondern reale Veränderungen in direkter Kooperation mit den Teilnehmern geschaffen. Das Konzept klingt aufregend: Sportler reisen an außergewöhnliche Orte, beteiligen sich eine Woche lang an gemeinnützigen Projekten – und laufen schließlich gemeinsam einen Marathon. So wie in einem kleinen Dorf in Nepal: Hier baute die Gemeinschaft in der Woche vor dem Marathon gemeinsam eine fünf Kilometer lange Wasser-Pipeline, bevor am Samstag dann der Startschuss ertönte. Weitere Events finden in Guatemala, Kenia und Malawi statt. In Malawi startet Ende Mai der nächste Impact-Marathon direkt am Malawisee, in der Woche davor beteiligen sich die Läufer an Projekten zugunsten benachteiligter Kinder. „Was wir machen, verändert Leben“, sagt der Veranstalter, „für immer.“

 

Nächster Start: 20. – 26. Mai 2019 in Malawi

Hier geht’s zu den Läufen: https://www.impactmarathon.com/