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Yee-haw!

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26/08/2019
 

Achtung, jetzt wird’s wild! Im texanischen Fort Worth wird nicht nur ein berühmter Marathon veranstaltet, sondern auch ein ganz besonderes Spektakel: Cowboys treiben in traditionellem Wild-West-Outfit Longhornrinder zwischen den Saloons durch die historische Altstadt.


Howdy, Cowboys! Wer den Mythos des Wilden Westens erleben will und obendrein an einem der beliebtesten Laufwettbewerbe Nordamerikas teilnehmen möchte, der ist Ende Februar in Fort Worth, Texas, am richtigen Ort. Hier wird nicht nur seit Jahrzehnten der traditionelle Cowtown-Marathon gestartet. Parallel findet in der früheren Wild-West-Stadt – Spitzname: Cowtown –  eine einzigartige Veranstaltung statt: Der „Longhorn-Cattle-Drive“, bei dem Cowboys mächtige Rinder durch die City treiben. Und dann ertönt vor allem auch der berühmte Ruf der Cowboys: Yee-haw!


Als wäre die Zeit stehen geblieben: Der “Longhorn-Cattle-Drive” in Fort Worth sieht noch genauso aus wie vor 170 Jahren. Foto: Visit Fort Worth

 

Beide Veranstaltungen haben in Fort Worth, fünfzig Kilometer westlich von Dallas gelegen, eine lange Tradition. Bereits 1977 feierte der Marathon seine Premiere – und er gehört heute zu den beliebtesten Events in Texas. Rund 30.000 Menschen nehmen jährlich an einem der sechs Rennen über verschiedene Distanzen teil. Denn nicht nur die klassische Marathon-Distanz, auch ein Halbmarathon, ein Zehn- oder Fünfkilometerlauf sowie ein Ultramarathon über fünfzig Kilometer gehören zum Veranstaltungsprogramm. Und für die Kleinsten unter den Wild-West-Fans gibt es sogar den „Kids 5 K“, also den Fünfkilometerlauf für Kinder. Die Stadt ist also voll mit Läufern, mit Fans, mit Familienmitgliedern, die ihre Freunde und Angehörigen anfeuern. Wer schnell genug ist, kann sich über den Cowtown-Marathon sogar für den legendären Boston-Marathon qualifizieren, einer der ältesten und teilnehmerstärksten Marathons der Welt.

Zweimal täglich werden die Rinder durch die Stadt getrieben. Zwischen Saloons und den alten Stockyards – authentischer geht’s kaum. Foto: Visit Fort Worth

 

Fort Worth ist aber vor allem auch eine Stadt der Cowboys, der Rinder, des Viehtriebs. Rückblick ins Jahr 1865 in Texas: Der amerikanische Bürgerkrieg geht zu Ende, der Friede kehrt ein. Das saftige Weideland im Süden ist von wilden Rinderherden bevölkert. Zurückgelassen von den Soldaten ziehen sie in freier Wildbahn umher. Und die Herden sind groß, sehr groß. Ebenso groß ist der Fleischbedarf im Norden. Während der Süden im Vieh-Überfluss lebt und ein Rind nur vier US-Dollar kostet, sind die Tiere im Norden umso wertvoller, kosten 40 US-Dollar das Stück. Die Idee, mit großen Viehtrecks gen Norden zu ziehen, schafft Probleme. Wer soll die Tiere mit den Riesenhörnern zusammentreiben und in den Norden bringen? Wer die wilden Rinder in Zaum halten? Männer werden gesucht, Männer werden gefunden. Der Cowboy betritt die Bühne.

Beim “Kids 5 K” kommen auch die ganz Kleinen in Fort Worth auf ihre Kosten. Foto: Cowtown Marathon

 

Mittendrin: Fort Worth, einer der Hauptumschlagplätze des Viehhandels und somit Heimat der ersten Cowboys. Als Fort Worth 1876 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und das Vieh in Waggons transportiert wird, löst der Zug zwar den Cowboy ab. Die Stadt aber profitiert, wird zu einem der Hauptumschlagplätze für Schlachttiere. Und der Mythos Cowboy überlebt. 1999 wird Fort Worth 150 Jahre alt. Und wie wäre der Tag besser zu feiern als mit einer Reise in die Vergangenheit? Man nehme: Fünfzehn Langhornrinder (eins für jede Dekade), ein Team von professionellen Viehtreibern und originalgetreue Kleidung. Als die Rinder zur Geburtstagsfeier dann vor 15.000 Zuschauern durch den historischen Teil von Fort Worth getrieben werden, wird eine neue Tradition geboren – der „Longhorn-Cattle-Drive“. Bis heute werden die Rinder zwei Mal täglich bis zu den historischen Stockyards – den Viehhöfen – getrieben. Und bis heute gibt es kaum einen Ort in den USA, bei dem man sich ein besseres Bild von der Zeit machen kann, als die Rinder mit ihren bis zu zwei Meter langen Hörnern durch die Prärie getrieben wurden.

Seit 170 Jahren Tradition: Der Viehhandel in Fort Worth. Hier zu sehen: Eine Rinder-Messe im Jahre 1916. Foto: U.S. Department of Agriculture

 

Auch am Maraton-Wochenende Ende Februar/Anfang März (nächster Termin: 28.2.-1. März 2020) findet das Spektakel statt. Pferde wiehern, Bullen schnauben, Cowboys schwingen ihre Lassos. Aus den Saloons weht Countrymusik, das Volk jubelt. Und ruft laut Yee-haw!

Bis zu 30.000 Teilnehmer kommen mittlerweile jeden Februar nach Fort Worth, um am Marathon teilzunehmen.: Foto: Cowtown Marathon