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Wikinger im Schaumbad

Interviews

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20/09/2019
 

Der „Fisherman’s Friend StrongmanRun“ gilt als die Mutter aller Hindernisläufe. Simon Huff, Projektleiter des Laufs in Deutschland, berichtet im Interview mit Continental GripWorld von den Herausforderungen, mehr als 10.000 Teilnehmer durch Schlamm und Seifenschaum zu jagen – und warum dafür auch 20.000 Autoreifen nötig sind.


Herr Huff, als Mit-Organisator des Hindernislaufes Fisherman’s Friend StrongmanRun in Deutschland müssen wir Sie fragen: Wie geht es einem nach so einem Schlammbad?

Sehr gut, muss ich sagen. Es macht einen Riesenspaß. In Deutschland bin ich unseren Hindernislauf aber leider noch nicht mitgelaufen. Als Projektleiter bin ich dort komplett in die Organisation eingebunden und dafür verantwortlich, dass alles reibungslos funktioniert. Aber bei unseren Veranstaltungen in der Schweiz, Österreich und in den Niederlanden bin ich schon an den Start gegangen. Und ein erfrischendes Bad im Schlamm gehört natürlich dazu (lacht).

 

Eine seltsame Aufgabe für einen Marketing-Manager. Sie arbeiten ja eigentlich für die Marke Fisherman’s Friend

Es ist wichtig, das gesamte Event auch aus der Perspektive der Teilnehmer zu kennen. Nur so kann ich als Projektleiter wirklich mitreden und Optimierungen anschieben, denn es ist und bleibt ein Unterschied, am Schreibtisch Planungen zu betreiben, oder beim Hindernislauf selbst an seine Grenzen zu gehen. Während des Laufs selbst fließt eine Menge Adrenalin durch den Körper – ein Gefühl, das zahlreiche Läufer immer wieder gerne zum Fisherman’s Friend StrongmanRun bringt. Denn definitiv haben solche Veranstaltungen einen Suchtfaktor, im positiven Sinne. Das sage ich nicht aus Marketinggründen, sondern aus Erfahrung. Ebenfalls einen großen Anteil daran hat das Flair drum herum und die vielen sehr gut  gelaunten Menschen an einem Ort, die gemeinsam Großes erreichen wollen – das ist etwas Besonders, denn gerade in dieser schnelllebigen Welt sind solche gemeinsamen emotionalen Momente oftmals viel zu selten.

Seit gut zwei Jahren ist Simon Huff (32) als Produktmanager bei Fisherman’s Friend aktiv – und verantwortet als Projektleiter beim Fisherman’s Friend StrongmanRun die Organisation von Deutschlands traditionsreichster Hindernislaufserie. Der studierte Sportmanager hat den beliebten Lauf europaweit auch selbst bereits mehrfach absolviert. Die nächsten Läufe finden statt: am 28. September 2019 (Köln), am 9. Mai 2020 (am Nürburgring) und am 12. September 2020 (Köln). Foto: CFP Brands

 

Es gibt heute einen regelrechten Hype um harte Laufwettbewerbe. Die einen gehen bei Hindernisläufen an den Start, andere laufen am Nordpol oder bei 70 Grad durch die Wüste. Warum wollen die Menschen sich freiwillig quälen? Beim Fisherman’s Friend StrongmanRun zum Beispiel müssen Hindernisse überwunden werden wie der „Doppelwasserfall“, bei dem die Teilnehmer eiskalte Wasserfälle bezwingen müssen.

Man muss klar zwischen den Ultraläufern und der Hindernislaufszene unterscheiden. Ultraläufern geht es eher darum, sich selbst etwas zu beweisen und ihre ultimativen Grenzen auszuloten und zu überwinden. Während solch einen Wüstenlauf nur sehr wenige Menschen auf der Welt schaffen, kann an Hindernisläufen wie eben dem Fisherman’s Friend StrongmanRun jede und jeder teilnehmen – und sich den eigenen, ganz persönlichen Challenges stellen.

 

Hindernisläufe boomen, es gibt viele Veranstalter weltweit. Was lockt die Menschen in die Schlammbäder?

An dieser Stelle kann ich zwar nur für unsere Veranstaltung sprechen, aber hier kann ich sagen: ein großer Punkt ist der Teamgedanke. Menschen, die sich vielleicht für unsportlich halten oder die ein paar freundliche Kilos zu viel mit sich herumtragen, werden sich wahrscheinlich eher nicht für einen Marathon anmelden. Bei Hindernisläufen, wie eben unserem, meldet man sich aber meistens als Team an. Ob sportlich oder unsportlich – jeder kann es schaffen. Ist einer begeistert, überredet er seine Freunde – und plötzlich laufen auch diejenigen über Holzkonstruktionen und Wasserhindernisse, die nie geglaubt hätten, dass sie zu so einer Leistung in der Lage wären. Und dann erreichen sie gemeinsam die Zielgerade – dabei geht es nicht um Bestzeiten. Vielmehr darum, mit seinen Freunden eine tolle Zeit zu genießen und gemeinsam das Ziel zu erreichen. 


Die Teilnehmer sind als Wikinger, Tennisspieler oder Polizisten verkleidet, Live-Bands geben die Einheizer. Das sieht mehr nach einer Riesenparty aus als nach einem sportlichen Wettkampf. 

Jeder interpretiert für sich selbst, ob es für ihn um ein Partyerlebnis oder eine wettkampfartige Herausforderung geht. Natürlich gibt es Hindernisläufer, deren klares Ziel es ist, als Erster durchs Ziel zu kommen. Diejenigen sind vermutlich zu fokussiert und bekommen von Musik und Rahmenprogramm nicht so viel mit. Die Mehrheit der Teilnehmer jedoch möchte unterhalten und durch unsere einzigartige Startshow gepusht werden, um sich dann der Herausforderung zu stellen und einfach Spaß zu haben.

Klar im Vorteil ist, wer gut verkleidet an den Start geht – wie diese Luftgitarren-Band. Foto: CFP Brands

 

Im Mai starteten Sie den Run auf der berühmten Motorrennstrecke Nürburgring mit dem größten Atem-Meditations-Kurs der Welt. Meditieren – und dann als Wikinger eiskalt baden gehen? Wie passt das zusammen?

Das Motto dieses Jahr lautet „Breathe. Focus. Go!“, was so viel bedeutet wie „Durchatmen, fokussieren, durchstarten“. Das passt natürlich ideal zur Marke Fisherman‘s Friend, vor allem im Zusammenhang mit Sport. Denn die Pastillen und der darin enthaltene Menthol-Gehalt unterstützen die Teilnehmer, tief durchzuatmen, sich zu fokussieren und dann gemeinsam durchzustarten. Die Atem-Meditation half den Läufern, vor dem Run noch einmal in sich zu gehen, bewusst durchzuatmen und sich über ihr Ziel klar zu werden und sorgte für den letzten Push. Für den Weltrekord hätten wir mindestens 1.000 Teilnehmer benötigt – am Ende kamen fast 2.000!

 

Dienen solche Events auch dazu, die eigene Veranstaltungs-Marke zu schärfen? Der Markt der Hindernisläufe und die Zahl der Veranstalter wird ja nicht kleiner. 

Natürlich. Als Mutter aller Hindernisläufe haben wir eine lange Tradition und können daher auf eine große Expertise zurückgreifen. Kombiniert mit neuen Elementen und Hindernissen bieten wir unseren Läufern immer wieder neue Highlights. Zum Beispiel setzen wir bei unseren Events auf Live-Musik und eine einzigartige Startshow, bei der mehr als zehntausend Läufer miteinander feiern – ein großer Motivationspush kurz vor dem Start. Zudem ist es uns wichtig, dass wirklich jede Frau und jeder Mann diesen Lauf bewältigen kann und die passende persönliche Herausforderung findet. Dafür bieten wir zum Beispiel drei unterschiedliche Streckenlängen an. Diese sind 6, 12 oder 24 Kilometer.

 

Spüren Sie den Wettbewerb? Laufserien wie Tough Mudder, Spartan Race oder Strong Viking und nicht zuletzt der Fisherman’s Friend StrongmanRun zielen ja auf die gleiche Klientel.

Wir beobachten natürlich, was links und rechts von uns passiert, können aber selbstbewusst sagen, dass wir im wichtigen Markt Deutschland als ‚Mutter aller Hindernisläufe‘ bezeichnet werden, weil wir hier die ersten waren. Den Hype haben wir 2007 beim Fisherman’s Friend StrongmanRun mit 2.000 Teilnehmern gestartet – und liegen jetzt bei rund 10.000 Läufern. Aber natürlich spürt man den Wettbewerb. Wichtig ist, sich von der Konkurrenz inhaltlich abzugrenzen und den Läufern immer wieder einzigartige Erlebnisse zu bieten.

Spaß steht im Vordergrund, nicht die Bestzeit – das zeigt auch dieser Hobby-Wikinger beim StrongmanRun. Foto: CFP Brands

 

Jedes Jahr gibt es bei nahezu jeder Laufserie neue, spektakuläre Hindernisse. Bei Ihnen wurden die Teilnehmer jüngst von Schneekanonen mit Wassermassen beschossen und mussten durch ein Schaumbad…

 

Jedes Jahr schauen wir nach neuen Ideen und Kreationen für Hindernisse, schließlich möchten wir unsere Community immer wieder neu begeistern. Auch am Streckenverlauf arbeiten wir stetig, haben dabei natürlich auch im Blick, was die Konkurrenz oder auch unsere Kollegen vom Fisherman’s Friend StrongmanRun zum Beispiel in der Schweiz und Italien machen. An einem „Wettlauf“ um die härtesten Hindernisse beteiligen wir uns aber definitiv nicht. Natürlich gehört zu unserem Lauf eine gute Portion sportlicher Ehrgeiz, aber mit einem festen Willen kann jeder den Lauf schaffen – und den Spaß sollte man nie vergessen.

Wie entstehen Hindernisse wie das Schlammloch „Matscho Matscho“ oder die Installation „Rubber Luck“, bei der die Teilnehmer über 20.000 Autoreifen klettern müssen?

Wir haben einen Eventbauer dessen Aufgabe es ist, sich jedes Jahr neue Hindernisse auszudenken – und diese dann auch statisch zu überprüfen. Dabei wird Sicherheit immer großgeschrieben. Zudem versuchen wir, die Umgebung des Veranstaltungsortes mit einzubinden. In Köln starten wir beispielsweise am Fühlinger See, wo die Leute schwimmen und tauchen müssen. Die Umwelt kann also auch ein großes natürliches Hindernis sein. Und am Nürburgring liegt es natürlich nahe, sich hier mit dem Accessoire Autoreifen zu beschäftigen und es in Hindernisse einzubauen.

 

Haben Sie schon Hindernisse entworfen, die dann doch zu hart waren und aus dem Programm genommen werden mussten?

Nein, Hindernisse, die nicht zu schaffen sind, gibt es bei uns nicht. Aber es gibt wie bei fast allen Outdoor-Veranstaltungen in Ausnahmefällen Umstände, die den Verlauf eines Events beeinflussen. So wie in diesem Jahr am Nürburgring, denn am Tag des Fisherman’s Friend StrongmanRuns hat es morgens geschneit – und das am 4. Mai! Auf die kalten Temperaturen haben wir reagiert und zum Beispiel ein großes Wasserbecken, das die Leute eigentlich hätten durchqueren müssen, gesperrt. Wir wollten nicht verantworten, dass die Läufer bei den eisigen Temperaturen mit nasser Kleidung weiterlaufen müssen. 


Das Unternehmen Fisherman’s Friend ist nicht nur Sponsor, sondern Initiator der Laufserie. Was waren aus Marketingsicht Ihre Motive, den StrongmanRun ins Leben zu rufen?

Mit dem Slogan „Taste Your Strength.“ feiert Fisherman’s Friend den Mut, der in uns steckt. Wenn es darauf ankommt, in herausfordernden Momenten über sich selbst hinauszuwachsen, wissen wir, wie es geht. Ein solcher Moment kann zum Beispiel der Fisherman´s Friend StrongmanRun sein. Hier sind es vor allem der Spaß, die Verrücktheit, die Gemeinschaft, die Gänsehaut-Momente und die großartige Stimmung, die dem Lauf ihren einzigartigen Spirit verleihen. Diese Kombination in einem Event zu vereinen, das zur Marke passt, ist uns mit dieser Veranstaltung geglückt.