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Wie funktioniert eigentlich ein Winterreifen?

Technologie

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15/10/2019

Das aktuelle Reifenmodell WinterContact TS 850 P von Continental ist für Fahrzeuge ab der Mittelklasse aufwärts gedacht. Foto: Continental

 

Assistenz- und Sicherheitssysteme helfen Unfälle zu vermeiden. Auf VisionZeroWorld erklären wir, wie ABS, ESP & Co. eigentlich funktionieren. Heute: der Winterreifen.


Häufig bricht der Winter sprichwörtlich über Nacht ein. Eine weiße Decke liegt über der morgendlichen Landschaft. Die Kinder freut das. Erwachsene aber stöhnen bisweilen eher auf – vor allem, wenn sie mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen. Und zwar nicht nur, weil die vereisten Scheiben freigekratzt werden müssen. Sondern häufig leider auch, weil sie vergessen haben die Winterreifen aufzuziehen. Das kann unerwünschte Folgen haben. Denn die Gummimischung von Sommerreifen ist nicht auf eisige Temperaturen ausgelegt, sie verhärtet sich zusehends. Ein Fahrzeug verliert so im Winter schnell den Grip, rutscht in Kurven und hat einen wesentlich längeren Bremsweg – selbst auf trockener Straße. Auch die Assistenzsysteme ABS und ESP können dann nicht mehr viel ausrichten, sind oft wirkungslos. Winterreifen können diese Probleme verhindern. Bei Continental sind dies zurzeit die aktuellen Modelle WinterContact TS 860 für Fahrzeuge von der Kompakt- zur Mittelklasse, der WinterContact TS 850 P ab der Mittelklasse aufwärts sowie der WinterContact TS 860 S für Sportwagen und die automobile Oberklasse.

 

Wie aber funktioniert das Winterreifen-Prinzip? Eine Antwort liegt im Material, aus dem Winterreifen bestehen. Hauptbestandteil eines Reifen ist Kautschuk. Der Anteil von Naturkautschuk, der aus dem Kautschukbaum gewonnen wird, ist in den Reifenmischungen von Winterpneus höher als bei Sommerreifen. Der Anteil von künstlich hergestelltem Synthesekautschuk ist in einem Winterreifen hingegen geringer. Das führt dazu, dass der Reifen auch bei niedrigen Temperaturen geschmeidig und anpassungsfähig bleibt und so den Kontakt zur Straße hält – weil Naturkautschuk bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wesentlich flexibler als künstlich hergestellter Kautschuk ist. Reifenhersteller wie Continental setzten insbesondere bei Winterreifen auch auf andere Füllstoffe, die die Bindung der Reifenmischung zusätzlich stärken. Lange Zeit wurde dafür Ruß verwendet. Deshalb sind Reifen seit jeher schwarz. Inzwischen setzen Reifenhersteller verstärkt auf die Kieselsäure Silica. Dieser Füllstoff kann den Abrieb der Winterpneus weiter senken, und gleichzeitig die Laufleistung erhöhen.

 

Doch nicht nur das Material, auch das Profil des Winterreifens bietet entscheidende Funktionsvorteile. Die maßgeschneiderten Vertiefungen in den Pneus haben vorgegebene Laufrichtungen, die sicherstellen, dass Matsch und Schnee von der Lauffläche des Reifen nach außen abtransportiert werden und sich keine unnötigen Rückstände vor dem Reifen stauen. Gerade bei Schneefällen spielen zudem die kleinen, feinen Einschnitte im Profil des Reifens eine bedeutende Rolle: die Lamellen. Sie sind wichtigster Baustein der Profilarchitektur. Die feinen Einschnitte dienen dazu, dass sie sich bei miesen Wetterbedingungen wie kleine Greifhaken verhalten und sich förmlich im Boden festkrallen, wenn Druck auf sie ausgeübt wird. So entsteht mehr Grip, der sich insbesondere beim Anfahren und Bremsen im Nassen und bei Schnee bemerkbar macht.

Die Lamellen, die mit solchen Gussformen in Winterreifen eingearbeitet werden, verhalten sich bei Schneefall wie kleine Greifhaken und krallen sich im Boden fest. Dadurch hat das Auto mehr Grip. Foto: Continental

 

Dazu kommen bei Continental bei der aktuellen Winterreifen-Generation drei technische Innovationen: Während eine sogenannte „Liquid Layer Drainage“ die Bremswege auf vereisten Straßen dank eines zusätzlichen Wasserableitungskanals im Profil reduziert, sorgt die „Snow Curve+“-Technologie mit einer Extra-Profilrille in den Wänden der Profilblöcke für eine stärkere Verzahnung mit dem Schnee und somit insbesondere auch sichere Kurvenfahrten auf verschneiten Straßen. Für maximale Bremsleistung sorgt die neuartige „Cool Chili“-Mischung mit einem besonders hohen Silica-Anteil, der die Bremswege durch seine Dämpfungseigenschaften auch auf nassen Straßen entscheidend verkürzt.

 

Nicht vergessen werden sollte jedoch, dass auch Winterreifen nicht zaubern können. Sie verbessern zwar die Haftung bei Schnee und Kälte, jedoch verlängert sich der Bremsweg bei Schnee auch mit Winterreifen. Um die Vorteile der Winterreifen erfahren zu können, sollten Autofahrer zudem regelmäßig den Reifendruck kontrollieren. Ist der Druck im Reifen zu gering, kann der Pneu nicht mehr das volle Potenzial seiner High-Technologie ausschöpfen. Geläufig für die korrekte Nutzung von Winterreifen ist die O bis O-Regel, von Oktober bis Ostern. Experten raten, bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius Winterreifen aufzuziehen.

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