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Wussten Sie eigentlich,...

VisionZeroNews

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24/09/2019
 

… dass in Frankreich auch rohe Eier als Crashtest-Dummys dienen?

Kein Witz! Ein Korb voll mit Eiern sollte die Fahrt auf holprigen Feldwegen unbeschadet überstehen – das war die Vorgabe von Pierre-Jules Boulanger für die Entwicklung eines neuen Automobils. Und nein, Monsieur Boulanger war nicht Betreiber einer Boulangerie, also ein Bäcker, der hoffte, seine Zutaten würden so sicherer geliefert. Er war Mitte der dreißiger Jahre Generaldirektor beim französischen Automobilhersteller Citroën und Initiator des Modells 2CV, besser bekannt als „Ente“.

Kein Witz! Ein Korb voll mit Eiern sollte die Fahrt auf holprigen Feldwegen unbeschadet überstehen – das war die Vorgabe von Pierre-Jules Boulanger für die Entwicklung eines neuen Automobils. Und nein, Monsieur Boulanger war nicht Betreiber einer Boulangerie, also ein Bäcker, der hoffte, seine Zutaten würden so sicherer geliefert. Er war Mitte der dreißiger Jahre Generaldirektor beim französischen Automobilhersteller Citroën und Initiator des Modells 2CV, besser bekannt als „Ente“.

Wussten Sie_2CV_1949

Die Ente war ein Auto fürs Land – und für Bauern, die mit Eiern auf dem Rücksitz unterwegs waren. Foto: Citroën / Georges Guyot

 

Doch dann kam der Krieg, und die bis dahin 250 produzierten Prototypen wurden größtenteils verschrottet. Als Frankreich von Deutschland besetzt wurde, versteckten die Ingenieure die Pläne und arbeiteten heimlich weiter. Erst auf dem Pariser Autosalon 1948 erblickte der 2CV das Licht der Welt. Aber war dieses Gefährt wirklich salonfähig?

Das Aussehen war gewöhnungsbedürftig, vor allem für die Autofans in Paris. Doch: Frontantrieb, luftgekühlter Zweizylinder-Boxermotor mit 9 PS und natürlich die besonders weiche Federung, um Eier nicht zu beschädigen – das beeindruckte. In der Nachkriegszeit, in der nützliche Produkte gefragt waren, entwickelte sich der 2CV zum Symbol der Freiheit. Bis 1990 wurden 6.956.895 Stück des liebevoll als „Ente“ betitelten Autos in fünf Modellvarianten gebaut.

Warum aber der Spitzname Ente? Überliefert ist die Geschichte eines niederländischen Journalisten, der das Kult-Auto beim ersten Anblick in Bezug auf das Märchen von Hans Christian Andersen auf den Namen „hässliches Entlein“ taufte. Dort wünscht sich ein hässliches Entlein sehnlichst, ein stolzer Schwan zu sein – was am Ende gelingt. Vorher verspottet, am Ende geliebt. Der 2CV hat es am eigenen Leib erfahren. Wie heißt es noch so schön? Ente gut, alles gut. Und eine Frage ist auch beantwortet: Was war zuerst da, die Ente oder das Ei? Das Ei natürlich.

Wussten Sie_Le_President_Auriol_et_Pierre_Boulanger

Pierre Boulanger (gut gelaunt) präsentiert sein neues Auto 1948 dem französischen Präsidenten Vincent Auriol (zweifelnd).
Foto: Citroën