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Vom Strand zur Datenanalyse

„Big Data“ macht Ester Belén Bandiera keine Angst: Die junge Argentinierin wertet bei Continental riesige Datenmengen aus – und führt sie zu einem neuartigen Prognosemodell zusammen.

Mit flinker Hand wirft Ester Belén Bandiera Wolken, Kästen und Pfeile aufs Papier, das silberne Armband klimpert leise. Ihre Welt sind die Zahlen – oder vielmehr das, was man daraus ablesen kann. Aber das lässt sich mit Worten manchmal gar nicht so leicht erklären. Jedenfalls, wenn man mit Leuten redet, die von Algorithmen und Statistik  wenig Ahnung haben. Wie die allermeisten. Belén lacht beinahe entschuldigend und streicht eine lange dunkelblonde Haarsträhne zurück. Einen Computer-Nerd stellt man sich anders vor. Das Erklären ist Belén gewohnt: „Selbst meine Kollegen hier im Qualitätsmanagement wissen oft nicht genau, was ich eigentlich mache.“

Das „PLATFORM-Projekt“ hat im Konzern große strategische Bedeutung. Bei der weltweiten Produktion von Continental fallen Unmengen von Daten an, die die Werke systematisch erfassen und an die Zentrale übermitteln. Das Qualitätsmanagement zieht daraus wichtige Erkenntnisse: Wie lässt sich die Reifenproduktion weiter verbessern? Wie können wir Kosten senken und Prozesse weiter vereinfachen? „Das war bislang sehr aufwändig, denn es gibt  viele verschiedene Datenquellen“, erzählt Belén. „Wenn man zum Beispiel in einem bestimmten Produktionsschritt die Temperatur überprüfen will, muss man in dem einen System nachschauen. Will man wissen, welche Maschine zum Einsatz kam, in einem anderen.“ Heraus kommen unzählige, häufig manuell geführte Excel-Listen, die es auszuwerten gilt. Das soll künftig anders werden: Das „PLATFORM-Projekt“ führt alle Daten auf einer einzigen IT-Plattform zusammen. Das macht die aktuelle Situation per Mausklick transparent – für eine schnellere Reaktion bei Auffälligkeiten.

Mit Powerpoint in China

Werk für Werk wird an das neue System angeschlossen. Bis 2017 sollen alle 18 Reifenwerke von Continental darauf zugreifen können und ihre Daten einheitlich an die Zentrale berichten. Dann wird es Ester Belén Bandiera und ihren Kollegen möglich sein, aus den unzähligen Abhängigkeiten und Einflussfaktoren mit Hilfe komplizierter mathematisch-statistischer Modelle Prognosen zu erstellen – für eine noch effizientere Reifenproduktion.

Im letzten Jahr fand zum Beispiel der Kick-Off im Conti-Werk im chinesischen Hefei statt. Voller Begeisterung hat Belén vor Mitarbeitern und Werksleitung ihre Präsentation gehalten, viele Fragen beantwortet: Bei „ihrem“ Thema macht der 26-jährige Argentinierin so schnell keiner etwas vor.

Dass Mathe ihr Spaß macht, hat Belén schon in der Schule gemerkt. Aufgewachsen im argentinischen Badeort Mar del Plata, entschied sie sich für ein Studium zur Wirtschaftsingenieurin. Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) kam sie 2013 nach Deutschland – und blieb: „Auf einer Jobmesse lernte ich Continental kennen und bewarb mich für ein Praktikum im Qualitätsmanagement der Reifendivision“, erzählt Belén. Ein Jahr später heuerte sie dort als Datenanalytikerin an, entwickelte das Konzept für die Datenanalyse innerhalb des  „PLATFORM-Projekts“ – und setzt es nun Werk für Werk um. Ester Belén Bandieras braune Augen strahlen: „Ich bringe die Intelligenz ins Datenlager!“


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Für Continental ist Ester Belén Bandiera ein Glücksfall: Datenanalytiker sind Mangelware. Ohne sie können Unternehmen die vielen Daten, die sie erheben, nicht wirtschaftlich nutzen.

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