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Taraxagum unter den Finalisten des Deutschen Zukunftspreises 2021

Er ist einer der prestigeträchtigsten Innovationspreise in Deutschland: Am 17.11.21, wurde der Deutsche Zukunftspreis 2021 durch Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier verliehen. In einem mehrstufigen Prozess aus einer Vielzahl an Projekten wählte die Jury des Deutschen Zukunftspreises im September diesen Jahres diese drei Forscherteams und ihre Innovation in die Endrunde des Preises, den „Kreis der Besten“:

  1. „Quantenzählender Computertomograph – revolutionäre Einblicke in den menschlichen Körper“ von Siemens Healthineers AG

  2. „Nachhaltige Reifen durch Löwenzahn – Innovationen aus Biologie, Technik und Landwirtschaft“ als Gemeinschaftsprojekt von Continental, Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME

  3. „mRNA-Impfstoffe für die Menschheit – erster COVID-19-Impfstoff als Beginn einer neuen Ära in der Medizin“ von BioNTech SE


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Dr. Carla Recker

© Deutscher Zukunftspreis

Auch wenn Dr. Carla Recker, Dr. Dirk Prüfer und Dr. Christian Schulze Gronover den Deutschen Zukunftspreis für das Taraxagum-Projekt in diesem Jahr nicht erhalten haben, ist Continental sehr stolz darauf, für diesen Preis nominiert worden zu sein.

Unsere Glückwünsche gehen in diesem Jahr an den Gewinner BioNTech und dessen Forscherteams für die Entwicklung des mRNA-Impfstoffs.

„Für diese prestigeträchtige Auszeichnung nominiert worden zu sein, ehrt uns sehr“, sagt Dr. Carla Recker, Leiterin des Fachgebiets Materialchemie des Reifenbereichs bei Continental. „Die Nominierung zeigt einmal mehr das Potenzial unseres Projekts, welches durch eine alternative sowie nachhaltige Rohstoffquelle für Naturkautschuk zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Reduzierung von CO2-Emissionen und der Ressourcenschonung beiträgt. Denn damit unsere Reifen künftig noch nachhaltiger werden, sind eine Rohstoffbasis, die auf nachwachsenden oder recycelten Materialien basiert sowie eine verbesserte Energie- und CO2-Bilanz, unerlässlich.“

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Dr. Dirk Prüfer

© Deutscher Zukunftspreis

Seit 2011 arbeitet das Projektteam von Continental, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie gemeinsam daran, Naturkautschuk regional aus Löwenzahn zu gewinnen, anstatt ihn ausschließlich aus weit entfernten Tropenregionen importieren zu müssen.

„Es ist schön mitzuerleben, wie unsere Grundlagenforschung zur Entwicklung einer kommerziell nutzbaren Kautschukpflanze beigeträgt“, betont Dr. Dirk Prüfer, Professor für Pflanzenbiotechnologie und Mitverantwortlich für das Löwenzahnprojekt an der Universität Münster. Er fügt hinzu: „Dass wir zukünftig mit dem heimischen Anbau von Löwenzahn auch einen Beitrag zum Schutz der Tropenwälder leisten können, ist umso erfreulicher. Gerade für die Klimastabilität sind diese Naturräume von größter Bedeutung“.

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Dr. Christian Schulze Gronover

© Deutscher Zukunftspreis

„Ohne mutige, motivierte und innovativ denkende Menschen in allen Bereichen des Projekts wären wir nie so weit gekommen. Ich sehe uns als Vorreiter, wie wir zukünftig in Deutschland verstärkt Innovationen mit und aus Pflanzen für ein nachhaltiges, biobasiertes Wirtschaften und Leben generieren können“, erklärt Dr. Christian Schulze Gronover, Leiter des Forschungsbereichs beim Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, Münster.

Bisherige Erfolge basieren auf der Entschlüsselung der Biosynthese von Kautschuk sowie weiteren Merkmalen in den Wurzeln von Russischem Löwenzahn. Darüber hinaus konnte die Pflanze durch eine wissensbasierte, konventionelle Züchtung für eine landwirtschaftliche Nutzung weiterentwickelt werden. Neue Techniken für Ernte und Weiterverarbeitung legen einen Grundstein, um künftig den kontinuierlichen Ausbau für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Reifen mit Naturkautschuk aus Löwenzahn zu ermöglichen. Ein erstes Serienprodukt aus Löwenzahn-Kautschuk, der Fahrradreifen „Urban Taraxagum“, ist bereits auf dem Markt.