#Mobilität der Zukunft
Auf dem Weg zu geschlossenen Materialkreisläufen
Zirkularität und Emissionsmanagement als Innovationstreiber
Wir halten die Zukunft in Bewegung, doch in welche Richtung bewegt sich die Zukunft der Mobilität? Und wie lenken wir das Momentum mit unserem heutigen Handeln? Die Nachhaltigkeitsstrategie von Continental Tires widmet sich diesen Herausforderungen. Sie beschreibt den Weg zu emissionsärmerer Mobilität – beispielsweise durch ressourcenschonende Produktion und erneuerbare und recycelte Materialien.
Innovative Produkte und Technologien für die Mobilität von Morgen
Klimawandel und Treibhausgasemissionen sind zu zentralen Herausforderungen für Unternehmen, Politik und Gesellschaft geworden – kurzum für uns alle. Continental ist bekannt für Innovationen, die die Welt von Morgen mitgestalten. Dies gilt auch für unsere Ambitionen auf dem Gebiet verantwortungsbewusster und sicherer Mobilitätslösungen.
Fast jedes dritte Auto in Europa wird mit unseren Reifen ausgeliefert. Und mit jedem Satz Reifen wächst unsere Verantwortung für die Menschen und den Planeten. Denn Sicherheit und Performance sind uns genauso wichtig wie einen energieeffizienten Verkehr mitzugestalten.
Wir setzen uns aktiv für den Klimaschutz ein – durch energieeffizientere Betriebe und durch die Entwicklung von Produkten, die zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen. Unser Ziel ist es, die immer knapper werdenden Rohstoffe so effizient wie möglich zu nutzen und nachhaltigere Alternativen zu entwickeln. Dafür planen wir beispielsweise den Anteil an recycelten und erneuerbaren Produktionsmaterialien für Reifen bis 2030 auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen. Für eine noch effizientere Produktion, Nutzung und bessere Wiederverwertbarkeit von Materialien investieren wir systematisch in die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien, zirkulärer Materialkreisläufe und smarter Produktionsprozesse.
Hier geht es zu den Details unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und ein wichtiger Motor für Innovation auf jedem Schritt des Wegs. Unsere Bemühungen haben wir in acht strategische Bereiche unterteilt. Diese sind jeweils vier Phasen der Wertschöpfungskette zugeordnet (siehe Infokasten).
Was versteht man unter Wertschöpfungskette?
Eine Wertschöpfungskette ist ein Geschäftsmodell, das die gesamte Bandbreite der Aktivitäten beschreibt, die zur Herstellung eines Produkts oder zum Erbringen einer Leistung erforderlich sind. Für Unternehmen wie Continental, die Waren herstellen, sind damit alle Schritte gemeint, die zur Entwicklung, Herstellung, Vermarktung, Lieferung und Unterstützung eines Produkts beitragen. Durch das Wissen um die Wechselwirkungen von Prozessen können wir unsere Nachhaltigkeit verbessern, indem wir beispielsweise die Produktionseffizienz steigern, um bei möglichst geringen negativen Auswirkungen maximalen Wert zu erzielen.
Unser Ansatz: Emissionsmanagement entlang der Wertschöpfungskette
Materialbeschaffung: Zirkuläre Materialien und eine rückverfolgbare Lieferkette
In dieser Phase unserer Wertschöpfungskette besteht unsere größte Herausforderung darin, Materialien auf möglichst nachhaltige und verantwortungsvolle Weise zu beschaffen. Globaler Handel macht unsere Wertschöpfungsketten komplex und vielgliedrig.
Wir investieren gezielt in Forschung und Entwicklung, neue Technologien, alternative Materialien und energieeffizientere Produktionsabläufe. Wir stellen unsere Reifen schrittweise auf nachhaltigere Materialien um.
Als einer der größten Reifenhersteller weltweit tragen wir eine besondere Verantwortung in der Naturkautschuk-Lieferkette. Daher engagieren wir uns in verschiedensten Projekten und Initiativen, beispielsweise als Gründungsmitglied der Globalen Plattform für nachhaltigen Naturkautschuk (Global Platform for Sustainable Natural Rubber, kurz: GPSNR) oder in einem Projekt zur Stärkung der Nachhaltigkeit im kleinbäuerlichen Naturkautschukanbau. In diesem arbeiten wir mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) seit 2018 im indonesischen West-Kalimantan auf Borneo daran, Kleinbauern zu schulen und qualitativ hochwertigen Naturkautschuk nach klar definierten Nachhaltigkeitskriterien anzubauen. Ein Gewinn für alle: Das Einkommen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist seit Projektbeginn um durchschnittlich 27 Prozent gestiegen. Im Projektgebiet in Indonesien bleiben wertvolle Wald- und Torfgebiete erhalten. Gleichzeitig forschen unsere Expertinnen und Experten an der Entwicklung innovativer alternativer Materialien wie Naturkautschuk aus Löwenzahn.
Werke: Ressourcen- und Energieverbrauch optimieren
Aus Materialien werden Reifen – dafür braucht es Energie. Deshalb verbessern wir kontinuierlich die Ressourcen- und Energieeffizienz unserer Werke.
Dafür setzen wir auf Technologien und Prozesse, die den Verbrauch senken und die Wiederverwendung steigern: Von 2020 bis 2024 konnten wir unseren Wasserverbrauch pro Tonne Produkt bereits um über 10 Prozent senken. Zudem ermöglichen moderne Filtrations- und Membrantechnologien die Wiederverwendung von 90 Prozent des behandelten Abwassers. Der gesamte für unsere Produktionsstätten eingekaufte Strom wurde auf erneuerbare Energien umgestellt.
Reifenwerk Lousado: CO2-neutraler Produktionsprozess erprobt
Seit 2024 können wir in unserem Reifenwerk in Lousado, Portugal, Reifen CO2-neutral produzieren. Möglich wird dies durch die Erzeugung von Dampf mit Hilfe eines Kessels, der rein elektrisch betrieben wird. Wir nutzen für die Dampferzeugung sowohl selbst erzeugten Solarstrom als auch regenerativen Strom aus dem Stromnetz.
„In Lousado zeigen wir, dass auch sehr große Reifenwerke CO2-neutral produzieren können. Dafür ist die Verfügbarkeit erneuerbarer Energiequellen zu wettbewerbsfähigen Preisen entscheidend“
Das erläuterte Dr. Bernhard Trilken, Leiter Produktion und Logistik des Reifenbereichs von Continental. Er fügte hinzu: „Wir bereiten unsere Werke darauf vor, dass sie so viel erneuerbare Energie wie möglich nutzen können. Die Inbetriebnahme unseres Elektrodampfkessels in Lousado ist der Beginn einer spannenden Lernkurve.“
Nutzung: sichere, energieeffizientere und langlebige Produkte
Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet jeden Tag an der Langlebigkeit und Effizienz unserer Produkte – ob für Pkw oder Lkw. Fahrleistung, Verschleißrate und Rollwiderstand werden kontinuierlich verbessert, um sowohl die Energieeffizienz als auch die Reichweite von Fahrzeugen zu steigern.
Ein Beispiel aus dem Lkw-Bereich: Mit dem Conti EfficientPro 5 konnten wir den Rollwiderstand gegenüber seinem Vorgänger um 10 Prozent senken – ein wichtiger Beitrag zur Energieeinsparung und zur Reichweitenverlängerung bei elektrifizierten Nutzfahrzeugen.
Auch im Pkw-Segment setzen wir Maßstäbe: Der EcoContact 7 überzeugt durch besonders niedrigen Rollwiderstand, leise Abrollgeräusche und hervorragende Handhabung. Diese Eigenschaften machen ihn zur idealen Reifenlösung – insbesondere für Elektrofahrzeuge.
Ein weiteres Beispiel ist der PremiumContact 7, der durch seine innovative Profilgestaltung und Materialzusammensetzung ebenfalls einen geringen Rollwiderstand bietet und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards sowie hohen Fahrkomfort erfüllt. Dank des reduzierten Rollwiderstands benötigt der Reifen weniger Kraftstoff oder Energie, sodass er bei jeder Verwendung CO2 einspart oder die Reichweite eines Fahrzeugs vergrößert.
Jede Neuentwicklung ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu emissionsarmer Mobilität der Zukunft.
Rohstoff mit Zukunft: Altreifen als Werkstoffquelle
Recycelte Rohstoffe gewinnen in unserer Reifenproduktion zunehmend an Bedeutung. Für uns ist das Ende der Lebensdauer eines Reifens nur das Ende seiner aktuellen Nutzungsphase. Unser Ziel ist es, Produkte, Komponenten und Materialien auch nach der ersten Nutzungsphase sinnvoll weiterzuverwenden.
Die Kreislauffähigkeit unserer Produkte können wir nur erhöhen, wenn wir umdenken. Mit fortschrittlichen Recyclingtechnologien gelingt es uns beispielsweise, Gummi aus Altreifen in den Produktionsprozess für neue und runderneuerte Reifen zurückzuführen. So schaffen wir geschlossene Materialkreisläufe und leisten einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung.
ContiLifeCycle ist ein gelungenes Beispiel für das, was wir schon heute erreichen können: Unser Werk für Lkw-Reifen in Hannover-Stöcken ist eine Produktionsstätte, die das Recyceln und Runderneuern von Reifen unter einem Dach vereint und damit neue Maßstäbe in Sachen Nachnutzung setzt. Im Vergleich zu einem neuen Reifen spart beispielsweise jeder runderneuerte Reifen bis zu 85 Prozent der Materialien eines neuen Reifens.
Quelle: Interne Tests 2023. Produktion des ContiTread HTR2 S 295 3,25 m mit der Karkasse 385/65 R22.5 im Vergleich zum neuen Reifen.
Mit unserem Partner Pyrum Innovations bauen wir das Recycling von Altreifen weiter aus. Gemeinsam nutzen wir hocheffiziente Verfahren – etwa mechanisches Recycling und Pyrolyse –, um Materialien aus einem Altreifen wieder in unseren Produktionszyklus zurückzuführen. Ein Beispiel dafür: Industrieruß. Der gezielte Einsatz von Ruß in Gummimischungen erhöht die Stabilität, Festigkeit und Haltbarkeit von Reifen. Das macht ihn zu einem wichtigen Rohstoff für die Reifenproduktion. Ruß, der aus Altreifen zurückgewonnen wird, trägt dazu bei, den Einsatz fossiler Rohstoffe und CO2-Emissionen zu reduzieren. In einem Pkw-Reifen von Continental liegt der Rußanteil, der dem Reifen seine schwarze Farbe verleiht, je nach Modell bei 15 bis 20 Prozent. Durch den Einsatz von recyceltem Industrieruß kommen wir unserem Ziel einen Schritt näher, bis 2030 mindestens 40 Prozent erneuerbare und recycelte Produktionsmaterialien in unseren Reifen zu verwenden.