„Viele haben ein schlechtes Gefühl dafür, wie breit ihr Fahrzeug ist“ - Vorsicht in der Baustelle

Tinka und Markus berichten vom Lkw-Steuer

Truck in a construction site © Adobe Stock | Ilhan Balta

Sie gehören leider zum Alltag auf der Autobahn: Enge, unübersichtliche Baustellen. Dennoch sollte man dort Ruhe walten lassen. Insbesondere, wenn auch Lkw dort unterwegs sind, unterstreichen unsere Unermüdlichen Tinka und Markus. 

Man kennt es von unterwegs: Angenehmes Tempo auf der Autobahn, das Ziel kommt stetig näher, doch plötzlich ist Schluss. Eine Baustelle sorgt für langsames Tempo und enge Fahrspuren. 

In solchen Situationen ist besondere Vorsicht vonnöten, da wenig Platz vorhanden ist – und damit umso mehr Potenzial für Gefahr. 

Das bestätigt uns auch Lkw-Fahrer Markus: „Es ist ein ganz großes Thema in den Baustellen, dass ganz viele Menschen ein schlechtes Gefühl dafür haben, wie breit ihr Fahrzeug ist und wo sie auf der Spur fahren“. 

Der Trucker ist tagtäglich in Baustellen unterwegs und fährt mit seinem Lkw das vorgegebene Tempolimit auf der rechten Spur, soweit möglich. Dennoch ziehen immer wieder Autos an ihm vorbei. Ein Punkt, der an und für sich eigentlich schon schwierig in Sachen Sicherheit ist: „Ich fahre mit dem LKW um die 78, 80 herum, es ist schon eng, und du musst ein ganzes Stück schneller fahren, um zu überholen. Wieso kannst du mich überhaupt noch im PKW überholen, wenn du dich an die Geschwindigkeit hältst?“ 

Truck in a construction site © Adobe Stock | Animaflora PicsStock

Wenn die Pkw wenigstens schnell wieder weg sind, ist das Problem zumindest für Markus schnell wieder beendet. Allerdings gibt es immer wieder Situationen, die einfach gefährlich sind. 

„Es fahren immer wieder Pkw neben uns, die auf der Spur eigentlich nichts verloren haben. Nämlich dann, wenn sie noch einen Anhänger haben, oder einen Fahrradträger hinten dran. Die sind gefährlich, weil sie breiter sind, als die Spur eigentlich zulässt, aber das nicht auf dem Schirm haben“, erklärt der Trucker. 

Auch Lkw-Fahrerin Tinka bestätigt: „Gerade gestern war es so, dass die Sonne schon runterging, geblendet hat und der Fahrbahntrenner zur Baustelle einen Schatten geworfen hat. Da konnte ich schlecht einschätzen, wie weit ich noch nach rechts kann. Plötzlich kommt von hinten ein SUV, der auf einer 2,10-Meter-Spur eh nichts zu suchen hat, und will mit 100 vorbeifahren. Da war es wirklich knapp, weil es so eng war, aber der wollte ums Verrecken nicht hinter mir bleiben. Das ist für uns auch eine extrem angespannte Situation.“ 

Truck in a construction site © Adobe Stock | Ilhan Balta

Wie schnell hast du da mal ein paar Zentimeter am Lenkrad hantiert?

Neben der Fahrzeugbreite ist auch das Verweilen neben dem Lkw ein Problem. „Dann starten die einen Überholvorgang, aber so ein Lkw ist ja doch lang. Und dann werden die unsicher und fangen an zu wackeln“, beschreibt Markus. Dann wird es tatsächlich gefährlich: „Du brauchst nur mal zu niesen, nach einer Fliege zu hauen oder in eine Spurrille zu geraten. Wie schnell hast du dann mal ein paar Zentimeter am Lenkrad hantiert? Also ich will nicht dran denken, was passiert, wenn ich mit dem 40-Tonner 30 Zentimeter Abstand zu deinem PKW habe, auf der anderen Seite die Betonwand ist, und wir irgendwie aneinandergeraten“, so der Fahrer. 

Auch Tinka beschreibt: „Wenn du einen hast, der zügig vorbeifährt, das ist die eine Sache. Aber dann hast du welche, die fahren so halb neben dir, dann werden sie unsicher und hängen neben dir. Da denkst du dann auch: Gib entweder Gas oder lass dich zurückfallen. Aber so wird es eine übelst angespannte Situation.“ 

Gewinnen tut in der Situation am Ende niemand: „Ich habe das schon gehabt, da machen Leute dann Lichthupe und Theater, wenn man nicht noch weiter nach rechts fährt. Aber es geht halt nicht“, so Tinka. „Ja, das ist eine ätzende Situation, aber so eine Baustelle, mein Gott, die geht zwei, drei, vielleicht vier Kilometer. Das kostet am Ende auf die Gesamtstrecke eine Minute, wenn man da mit 80 statt mit 100 durchfährt.“ 

Insofern ist es wie immer eine gute Idee, vorausschauend und sicher zu fahren – und im Zweifel vielleicht den Fuß vom Gas zu lassen und das Überholen nach der Baustelle durchzuführen, wenn wieder Platz ist. 

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