Nach 35 Jahren erstmals Linksverkehr: „Immerhin hatten wir einen Automatikwagen“
Wie fühlt es sich an, wenn alle andersrum fahren?
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Busfahrer Mirko ist absoluter Vollprofi, was das Fahren angeht – im Bus, aber auch im PKW. Dennoch: Sein erster „richtiger“ Linksverkehr-Versuch war für Mirko eine echte Herausforderung.
Enge Gassen in der Großstadt, schlängelnde Serpentinen in den Bergen, Verkehrschaos auf der Autobahn oder Gäste, die nicht ganz so freundlich sind, wie man sich das erhofft: Reisebusfahrer Mirko kennt das alles. Und eigentlich bringt ihn davon auch nichts mehr aus dem Konzept.
Dennoch: Auch nach 35 berufsbedingten Jahren am Steuer kann man immer noch was neuen Lernen und Erleben. Für Mirko reichten dafür zwei Tage im Urlaub auf Zypern: Denn zum ersten Mal musste er „richtig“ Linksverkehr fahren.
„Also, ich war schon öfter in Großbritannien und kam da ohne große Probleme zurecht“, merkt Mirko an. Aber: „Da habe ich halt in meinem Bus gesessen. Auf der richtigen Seite.“
Auf Zypern, wo ebenfalls Linksverkehr herrscht, mietete Mirko aber einen ganz regulären Mietwagen. Und der war, natürlich, „falsch“ herum gebaut. Und so fand sich Mirko plötzlich auf dem Platz wieder, den sonst der Beifahrer innehat – nur dass hier eben Lenkrad, Gaspedal und Bremse verbaut waren.
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„So einen Linkslenker bin ich vorher noch nie gefahren“, erklärt Mirko – und musste sich direkt mal auf ein paar Dinge einstellen, die man so hierzulande nicht gewohnt ist. Zuvorderst steht da die Bedienung der Armaturen – die erledigt man nun nämlich mit links, statt mit rechts. „Immerhin hatten wir einen Automatikwagen“, lacht Mirko: „Sonst hätte ich auch mit links schalten müssen.“
Bei den Pedalen war zum Glück keine Umgewöhnung nötig, da war alles wie gewohnt. Anders sah das schon beim Einschätzen des Verkehrs aus. Vom Beifahrersitz hieß es immer „Du bist zu weit links“, erklärt Mirko: „Wenn du 35 Jahre lang nur auf der linken Seite gesessen hast, ist es tatsächlich schwierig, einzuschätzen, wie man jetzt quasi verkehrt herum Abstände halten muss – etwa von den Autos, die an der Straße geparkt sind.“ Da musste er sich erstmal dran gewöhnen: „Aber das schaffst du in den zwei Tagen nicht. So schnell geht einem das nicht in Fleisch und Blut über.“
Das Abbiegen wiederum, was ja auch „andersherum“ läuft, war derweil kein Problem: „Da konnte ich mich einfach an den anderen Autos orientieren“, so Mirko.
Generell war der fließende Verkehr der beste Anhaltspunkt für Mirko, wie denn nun zu fahren war. Und zum Glück war der auch ziemlich entspannt: „Was auffiel, waren die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen, mobilen Blitzer und Polizeikontrollen“, so Mirko. Auf Zypern wurde genau geschaut, wer zu viel auf dem Tacho hatte. Die Zyprioten sagten: „An fast jeder Brücke ist ein Blitzer, da wird gebremst.“
Dem Busfahrer kam das sehr entgegen: „Ich finde das gut. So sind alle ein bisschen entschleunigt und man kann etwas entspannter fahren.“
Und vor allem: Sich an das ungewohnte Fahrzeug gewöhnen. Die zwei Tage haben dafür zwar nicht ganz gereicht, aber zumindest ist Mirko nun um eine Erfahrung reicher geworden. Dann steht der nächsten Tour im „Linkslenker“ ja nichts mehr im Wege!
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