Nicht gaffen – helfen! Truckerin Tinka über Hilfe auf der Autobahn

Was tun, wenn man auf der Autobahn Zeuge eines Unfalls wird?

Highway accident © Adobe Stock | MATTHIAS BUEHNER

Unfälle gibt es leider immer wieder. Doch was sollte man eigentlich tun, wenn man unmittelbar Zeuge eines solchen Unfalls wird?

Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird es leider immer mal wieder erleben, dass man in irgendeiner Form mit Unfällen zu tun hat. Im allerbesten Fall nur dann, wenn man das betroffene Fahrzeug auf dem Seitenstreifen sieht - bereits abgesichert, mit den Rettungskräften vor Ort, und allen geht es gut.

Allerdings kann es auch passieren, dass man unmittelbar Zeuge eines Unfalls wird. Truckerin Tinka bekam erst kürzlich eine solche Geschichte von einem ehemaligen Kollegen mitgeteilt: „Er sah, wie ein Lkw vor ihm von der Fahrbahn abkam und in einen Pfeiler fuhr“, erzählt die Fahrerin.

Als das passierte, schaltete der Kollege seinen Warnblinker an, stellte seinen Lkw ab und rannte hin, um zu helfen. Leider konnte der Fahrer nicht mehr gerettet werden: „Die Rettungskräfte haben drei Stunden gebraucht, um ihn aus dem Fahrerhaus zu bergen. Er hatte wohl Stahlringe geladen, die waren auf beiden Seiten überall verteilt.“

Highway accident © Adobe Stock | David Breidert

Was den Kollegen im Nachgang sehr beschäftigte, war das Ausbleiben von weiterer Hilfe: „Die meisten sind einfach weitergefahren, haben nicht angehalten oder gefragt, ob man helfen kann.“ Irgendwann kamen zwei Montagearbeiter dazu, um zu unterstützen.

„Das ist so ein Ding“, sagt Tinka, „das verstehe ich nicht. Du hörst von Staus, weil sie alle gaffen wollen, aber von denen kriegt es keiner auf die Kette, wenn man wirklich helfen kann. Es hätte ja auch sein können, dass ein Fahrer drin ist, der noch lebt, den man sogar rauskriegen könnte, aber der ist vielleicht 120 Kilo schwer und da brauchst du halt ein paar Leute, um den aus dem Fahrerhaus zu kriegen.“

Tinka räumt ein: „Klar, vielleicht haben manche Hemmungen davor, was man sehen könnte, oder dass man selbst in Gefahr gerät. Aber einfach weiterfahren ist halt trotzdem keine Option.“

Das gilt natürlich nicht nur im Lkw-, sondern auch im Pkw-Fall. Aber wie geht man nun eigentlich vor?

Highway accident, Warning vest and warning triangle © Adobe Stock | cineberg

Wie sollte man bei einem Unfall vorgehen?

Wichtig ist erstmal die Entscheidung, zu helfen. Der ADAC empfiehlt dann folgendes Vorgehen:

  • Man schaltet den Warnblinker an und stellt sein Auto auf dem Seitenstreifen bzw. am äußersten Fahrbahnrand ab. Wichtig: Nicht plötzlich bremsen, nicht rückwärts auf der Autobahn fahren. 
  • Mit dem Fahrzeug sollte man sicheren Abstand zur Unfallstelle halten.  
  • Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen.
  • Mit Verbandskasten und Mobiltelefon zum Unfallopfer gehen.

Nun ist es wichtig, das Unfallopfer per Rettungsgriff aus dem Gefahrenbereich zu ziehen, wenn Lebensgefahr besteht. Wichtig: Man sollte sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. 

Wenn das Opfer bewusstlos ist oder nicht auf Ansprache reagiert, ruft man umgehend den Rettungsdienst (112), soweit das noch nicht geschehen ist oder keine andere Person das parallel tun kann. Danach werden die erste Hilfe und Reanimation durchgeführt. Wie das genau geht, hat der ADAC auf dieser Seite aufgeführt.

Weitere Beiträge rund um das Thema Sicherheit findet ihr hier.

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