# Reifenschäden

Reifenreparatur

Was Sie bei einer Reifenpanne reparieren können und was nicht

Schnelleinstieg

Wenn ein Reifen nicht mehr zu reparieren ist

  • Die Profiltiefe ist geringer als der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert von 1,6 mm.
  • Der Gummi ist rissig, abgenutzt oder beschädigt.
  • Die Größe des Lochs beträgt über 6 mm im Durchmesser.
  • Wenn sich der Einstich außerhalb der Lauffläche und in der Seitenwand befindet.
  • Die strukturelle Integrität des Reifens ist beeinträchtigt oder es liegt ein Schaden durch Reifenpannen vor.
  • Aus Sicherheitsgründen würde Continental niemals empfehlen, einen Reifen zu reparieren, sondern ihn auszutauschen.

Generell sollte bei jedem Reifenschaden der nächstgelegene Reifenfachbetrieb aufgesucht werden.

Eine Reifenpanne ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. In vielen Fällen lässt sich ein platter Reifen reparieren, statt ihn direkt zu ersetzen. Doch nicht jede Reifenreparatur ist zulässig. Welche Vorgaben gelten und wann sich eine Reparatur lohnt, erfahren Sie hier.

Was ist eine Reifenreparatur?

Reifenreparatur ist der Prozess, einen beschädigten Reifen wieder in einen sicheren und funktionsfähigen Zustand zu versetzen, indem eine Reifenpanne abgedichtet oder ein kleiner Schaden im Laufflächenbereich innerhalb des gesetzlich reparierbaren Bereichs behoben wird. Ein PKW-Reifen darf nur repariert werden, wenn das Loch kleiner als 6mm ist, sich im mittleren Dreiviertel der Lauffläche befindet und die innere Struktur des Reifens nicht beschädigt wurde.

Jegliche Beschädigung der Seitenwand, der Schulter oder der inneren Karkassenfäden macht den Reifen irreparabel und er muss ersetzt werden.

Arten von Reifenschäden (und ob sie reparierbar sind)

Die verschiedenen Arten von Reifenschäden erfordern unterschiedliche Lösungen, und nicht alle lassen sich reparieren. Ob eine Reparatur möglich und zulässig ist, entscheidet der Reifenfachbetrieb.

Einstiche oder Schnitte in der Seitenwand

Schäden an der Seitenwand sind niemals reparierbar, da sie den strukturellen Bereich des Reifens betreffen. Jeder Einstich, jede Beule oder jeder Riss in diesem Bereich erfordert einen sofortigen Austausch des Reifens.

Schnitte oder Risse in der Lauffläche

Größere Schnitte, die typischerweise durch Fremdkörper oder Gefahren auf der Straße verursacht werden, können interne Komponenten beschädigen. Wenn der Schaden Karkassenfäden freilegt oder größer als 6 mm ist, muss der Reifen ersetzt werden und darf nicht mehr im Straßenverkehr eingesetzt werden.

Langsame Luftverluste

Diese können durch kleine eingedrungene Gegenstände, defekte Ventile oder Korrosion an der Felge verursacht werden. Zur Beurteilung muss der Reifen vom Fachbetrieb demontiert und von innen begutachtet werden.

Aufprallschäden (Schlaglöcher, Bordsteinkontakte)

Aufpralle können versteckte innere Schäden wie gebrochene Gürtel oder Beulen (nach außen) durch beschädigte Karkassenfäden in der Seitenwand verursachen. Selbst wenn kein Einstich sichtbar ist, machen Aufprallschäden den Reifen häufig unsicher und nicht reparierbar.

Gesetzliche Vorschriften und Grenzen für Reifenreperaturen

In den meisten Ländern ist die Klassifizierung der Reparaturmaterialien und die Anzahl der zulässigen Reparaturen an einem einzelnen Reifen gesetzlich genau festgelegt. Vorschriften wie diese sind notwendig, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Reifenreparaturen sind in folgenden Fällen nicht zulässig:

  • Die Profiltiefe ist geringer als der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert von 1,6 mm.
  • Die strukturelle Integrität des Reifens ist beeinträchtigt oder es liegt ein Runflat-Schaden (zu wenig Luftdruck) vor.
  • Der Gummi ist rissig, abgenutzt oder beschädigt.
  • Es liegt eine Beschädigung durch ein externes Objekt vor.
  • Die Karkassenbauteile/ Fertigkeitsträger/ Gewebe sind freigelegt.
  • Es gibt Anzeichen für fehlerhafte Reparaturen, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden.

Auch die genaue Schadensposition am Reifen ist entscheidend:
Die Vorschriften sehen vor, dass die Reifenreparaturen in den mittleren drei Vierteln der Lauffläche liegen müssen, dem so genannten "kleinen Reparaturbereich".

DIY‑Reifenreparatur: Was möglich ist und was nicht empfohlen wird

Bei einem platten oder beschädigten Reifen ziehen viele Autofahrer Do‑it‑yourself‑(DIY‑)Reparaturen in Betracht. Obwohl einige schnelle Notlösungen kurzfristig helfen können, empfiehlt Continental grundsätzlich, beschädigte Reifen zu ersetzen. Es ist entscheidend zu wissen, welche Reparaturmethoden sicher sind und welche Ihre Sicherheit gefährden können.

Erlaubte DIY Reifenreparaturen

Temporärer Reifenstopfen:
Ein Reifenreparaturset mit Stopfen kann eine schnelle Notlösung bei kleinen Einstichen durch Nägel oder Schrauben im Laufflächenbereich sein. Dabei wird ein Gummistopfen in das Loch eingesetzt, um den Luftverlust zu stoppen und den Reifendruck wiederherzustellen. Diese Methode ist jedoch ausschließlich für den Notfall gedacht, um die Fahrt bis zu einer professionellen Werkstatt zu ermöglichen. Sie ist nicht für den dauerhaften Einsatz geeignet und keine zulässige fachgerechte Reparatur.

Reifendichtmittel:
Reifendichtmittel kann nur bei kleinen Sichverletzungen verwendet werden. Bei Seitenwandschäden ist eine Verwendung nicht möglich.

Reifendichtmittel, die als Aerosol oder in Flaschen erhältlich sind, können in den Reifen eingebracht werden, um kleinere Einstiche oder schleichende Luftverluste abzudichten. Diese Lösung ist schnell und praktisch, insbesondere wenn kein Ersatzrad zur Verfügung steht. Sie ist jedoch ebenfalls nur für den Notfall gedacht und ersetzt keine fachgerechte Reparatur. Nach der Anwendung muss der Reifen so schnell wie möglich ersetzt werden. Nach einbringen von Dichtmitteln darf kein Reifen mehr repariert werden.

Hier sind DIY-Reparaturen nicht empfohlen

Reparaturen an der Seitenwand:
Versuche, Schäden an der Reifenflanke zu reparieren, sind nicht zulässig. Die Seitenwand ist ein tragender Bestandteil des Reifens, und jede Beschädigung kann zu einem plötzlichen Reifenausfall führen.

Große Einstiche oder Schnitte:
Ist der Einstich oder Schnitt größer als 6 mm, sind DIY‑Methoden ungeeignet und lediglich als Notlösung zu verstehen, um eine Werkstatt zu erreichen. Große Schäden schwächen die Struktur des Reifens und lassen sich nicht zuverlässig mit Stopfen oder Dichtmitteln abdichten. In solchen Fällen sind eine professionelle Begutachtung und in der Regel ein Reifenwechsel erforderlich, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Reifenstopfen vs. Reifenflicken: Was ist der Unterschied?

Bei der Reparatur kleiner Einstiche im Laufflächenbereich kommen häufig zwei Methoden in Betracht: Reifenstopfen und Reifenflicken. Obwohl beide dazu dienen, ein Loch abzudichten, funktionieren sie auf sehr unterschiedliche Weise und bieten ein unterschiedliches Maß an Sicherheit und Haltbarkeit.

Was ist ein Reifenstopfen?

Ein Reifenstopfen ist ein kleines Gummiteil, das von außen in den Stichkanal des Reifens eingeführt wird.
Er dichtet das Loch vorübergehend ab und ermöglicht es dem Reifen, den Luftdruck ausreichend lange zu halten, um als Notlösung eine Werkstatt zu erreichen.

Wesentliche Merkmale:

  • Wird von außen angewendet
  • Schnelle Notlösung
  • Repariert nicht die innere Struktur des Reifens
  • Nicht als dauerhafte Reparatur gedacht

Was ist ein Reifenflicken?

Ein Reifenflicken wird von der Innenseite des Reifens angebracht, nachdem dieser von der Felge abgezogen und vom Fachbetrieb beurteilt wurde.
Er dichtet den Einstich innen ab und verstärkt den beschädigten Bereich.

Wesentliche Merkmale:

  • Wird von innen angebracht
  • Erfordert das Abziehen des Reifens von der Felge
  • Bietet eine langlebigere und kontrollierte Reparatur
  • Sicherer als ein Reifenstopfen

Stopfen vs. Flicken: Welche Methode ist sicherer?

Beide Methoden können den Luftdruck kurzfristig wiederherstellen, jedoch bieten Reifenflicken eine deutlich zuverlässigere und langfristigere Lösung. Sie dichten den Reifen von innen ab und ermöglichen gleichzeitig eine Prüfung der inneren Struktur. Ein Reifenstopfen gilt nicht als vollständige Reparatur.

Nach Einschätzung der Sicherheitsexperten von Continental muss jeder Reifenschaden vor der Reparatur demontiert und von einem Fachmann auf Reparaturfähigkeit überprüft werden. In den meisten Fällen ist der Reifenersatz die sicherste Lösung. Ein Reifenstopfen stellt lediglich eine temporäre Notfallmaßnahme dar.

Wann ein Reifenwechsel notwendig ist

Grundsätzlich ist der Austausch des Reifens immer die sicherste Option, wenn ein Reifen beschädigt ist. In bestimmten Situationen ist er sogar die einzige Lösung, um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Dazu gehören unter anderem folgende Fälle:

  • Einstiche größer als 6 mm:
    Die strukturelle Integrität des Reifens ist beeinträchtigt. Fachliche Richtlinien schreiben in diesem Fall vor, den Reifen zu ersetzen.

  • Reifen mit geringer Profiltiefe:
    Eine geringe Profiltiefe bedeutet, dass der Reifen bereits stark abgenutzt und nicht mehr sicher ist. Abgefahrene Reifen bieten insbesondere bei Nässe weniger Grip und sollten ersetzt werden, um ein optimales Sicherheitsniveau zu gewährleisten.

Können Löcher in der Seitenwand repariert werden?

Mit einem Wort: nein. Genauer gesagt, ein Reifenschaden, der außerhalb des kleinen Reparaturbereichs liegt, kann nicht repariert werden, da er sich in der Nähe der Seitenwand befindet.

Die Seitenwand ist aus einem ganz einfachen Grund tabu. Wenn der Reifen im täglichen Betrieb ist, wird dieser Bereich stark beansprucht. Jeder Reparaturversuch in diesem Bereich kann die strukturelle Integrität des Reifens schwächen.

Ein weiterer Faktor ist, dass die Seitenwand die größte Biegung des Reifens erfährt. Es ist unwahrscheinlich, dass ein hier angebrachtes Reparaturpflaster lange hält und der Reifen erneut versagt.

Wenn Sie Ihren Reifen noch retten möchten, sollten Sie mit einer Reifenpanne nicht weiterfahren – das beschädigt die Seitenwand zusätzlich. Der Luftdruck hält die Form des Reifens während der Fahrt aufrecht; wenn dieser Druck verloren geht, wird die Seitenwand des Reifens zwischen der Felge und der Straße eingeklemmt, so dass eine Weiterfahrt den Schaden über den kleinen Reparaturbereich hinaus vergrößert.

Mit anderen Worten: Fahren Sie nicht mit einem Reifen mit niedrigem Luftdruck, solange sich die Reifenpanne innerhalb des kleinen Reparaturbereichs befindet (und somit reparabel ist). Die Seitenwand des Reifens könnte zusätzliche Schäden erleiden, die eine Reparatur unmöglich machen. Besser ist es, das Fahrzeug abschleppen zu lassen oder den durchstochenen Reifen gegen das Reserverad auszutauschen, bis Sie die nächste Werkstatt erreicht haben.

Häufig gestellte Fragen:

Kann man einen Runflat‑Reifen flicken?

Die meisten Hersteller raten davon ab, Runflat‑Reifen zu reparieren. Diese Reifen verfügen über verstärkte Seitenwände, die das Fahrzeug nach einer Reifenpanne stützen. Herkömmliche Reparaturmethoden können unsicher und unzuverlässig sein und zu einem gefährlichen Reifenausfall führen. Ein Austausch ist die sicherste und empfohlene Lösung.

Kann ich mit einem platten Reifen (fahren mit Minderdruck) weiterfahren?

Das Fahren mit absinkendem Reifendruck ist extrem gefährlich. Es beeinträchtigt nicht nur die Kontrolle über das Fahrzeug, sondern kann auch schwere und kostspielige Schäden an Felge, Bremssystem und Fahrwerk verursachen. Je länger mit einem platten Reifen gefahren wird, desto größer ist das Unfallrisiko.

Wie lange kann man mit einem Reifenstopfen fahren?

Ein Reifenstopfen ist ausschließlich als kurzfristige Notlösung gedacht, um sicher eine Werkstatt zu erreichen. Er stellt keine dauerhafte Reparatur dar. Lassen Sie den Reifen so schnell wie möglich professionell prüfen und reparieren oder ersetzen, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.

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