# Reifengrundlagen
Reifenprofil
Die verschiedenen Reifenprofilmuster und ihre Eigenschaften
Reifenprofilmuster erklärt
Das Laufflächenprofil eines Reifens ist die Verbindung zur Fahrbahn. Betrachtet man all die verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Reifen, ist die Vielzahl an Profilmustern kaum zu übersehen.
Warum gibt es Unterschiede? Das Profilmuster ist ein einzigartiges Design, das die Griffigkeit und das Handling eines Fahrzeugs für bestimmte Fahrbedingungen verbessert. Genau wie in einem Kriminalroman könnte man eine Reifenmarke anhand der Spuren identifizieren, die sie auf der Straße hinterlässt.
Jedes Laufflächenprofil setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: Rippen, Rillen, Blöcken und Lamellen. All diese Teile spielen eine entscheidende Rolle bei der Herstellung eines sicheren, effizienten und leistungsstarken Reifens.
Profilrippen
- Profilrippen sind die erhöhten Teile des Profils, die aus aneinander gereihten Profilblöcken bestehen.
- Sie sorgen für Kontakt mit der Straße und verbessern die Traktion.
Profilrillen
- Profilrillen sind tiefe Kanäle zwischen den Profilblöcken, die sich umfänglich und seitlich um den Reifen ziehen.
- Rillen machen die Profilblöcke flexibel und leiten Feuchtigkeit ab, die ansonsten die Traktion des Reifens beeinträchtigen könnte.
Profilblöcke
- Profilblöcke sind die erhöhten Gummiteile, die Kontakt mit der Fahrbahn haben. Sie wirken sich direkt auf die Stabilität des Reifens aus.
- Profilblöcke sind außerdem wichtig für die Beschleunigungs- und Bremsleistung des Reifens.
- Größere Blöcke bieten eine größere Kontaktfläche zur Fahrbahn und verbessern somit die Haftung des Reifens.
Profillamellen
- Lamellen sind kleine, dünne Schlitze, die in die Profilblöcke eingeformt sind.
- Beim Rollen des Reifens nehmen die Lamellen kleine Mengen Feuchtigkeit auf und drücken sie unter dem Reifen hervor. Dadurch wird die Traktion erhöht und die Oberfläche des Reifens verbessert.
Die Profilrippen, Profilrillen, Profilblöcke und Profillamellen können in einem einzigartigen Muster angeordnet werden, um die Leistung des Reifens im Hinblick auf Geräuschverursachung, Fahrverhalten, Traktion und Verschleiß zu modulieren.
Dies wiederum gibt Reifenherstellern die Möglichkeit, Profilmuster zu entwickeln, die auf die speziellen Fahrbedürfnisse wie Bremsen bei Nässe, Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn, Beständigkeit gegen Aquaplaning und Traktion auf Eis und Schnee abgestimmt sind.
Wie viele verschiedene Reifenprofilmuster gibt es? Sehr viele. Grob lassen sie sich aber in drei Kategorien einteilen. Zu welcher gehören die Reifen Ihres Fahrzeugs?
Symmetrische Reifenprofilmuster
Die häufigste Art ist ein symmetrisches Profilmuster, das zwar für PKW geeignet ist, jedoch nicht für Hochleistungsfahrzeuge. Reifen mit diesem Profilmuster haben auf der gesamten Lauffläche durchgehende Profilrippen oder einzelne Profilblöcke, und beide Reifenhälften weisen dasselbe Muster auf.
Hauptmerkmale:
- Laufruhe
- Hohe Richtungsstabilität
- Geringer Rollwiderstand
Reifen mit symmetrischen Profilmustern bieten dem Fahrzeughalter die größtmögliche Flexibilität für das Durchtauschen der Reifen, ohne dass die tägliche Leistung beeinträchtigt wird. Außerdem sind sie sehr leise, haben eine lange Lebensdauer und sind kraftstoffeffizient. Sie können sich allerdings den sich ändernden Fahrbedingungen nicht so gut anpassen. Obwohl symmetrische Muster auf trockener Straße stabilen Halt bieten, sind sie bei Nässe nicht so effektiv wie andere Reifen.
Laufrichtungsgebundenes Reifenprofilmuster
Ein Reifen mit einem laufrichtungsgebundenen Reifenprofilmuster wurde dafür entwickelt, nur in eine Richtung vorwärtszurollen. Er verfügt über seitliche Rillen, die in der Mitte der Reifenlauffläche zusammenlaufen und der Form einer Pfeilspitze ähneln. Dies dient nicht nur einer sportlichen Ästhetik, die V-förmigen Profilrillen können auch Aquaplaning bei hohem Tempo besser standhalten, weil sie Wasser effektiver durch das Profilmuster verdrängen können.
Ein weiterer Vorteil eines laufrichtungsgebundenen Reifenprofilmusters ist die zusätzliche Traktion, wodurch ein hervorragendes Fahrzeughandling bei Schnee oder Matsch ermöglicht wird. Aus diesem Grund haben die meisten hochwertigen Winter- und Ganzjahresreifen ein laufrichtungsgebundenes Reifenprofilmuster. Die zusätzliche Bodenhaftung ist ebenfalls sehr nützlich für Performance-Reifen, die für Hochleistungsfahrzeuge verwendet werden.
Hauptmerkmale:
- Hoher Schutz vor Aquaplaning
- Hervorragendes Handling auf Schnee und Matsch
- Sehr gute Bodenhaftung bei hohem Tempo
Bei laufrichtungsgebundenen Profilmustern muss allerdings bei der Reifenmontage beachtet werden, dass die Laufrichtung vorgegeben ist. Die Reifen können nur in eine Richtung rotieren. Würde man den Reifen an einer anderen Position montieren, würde das Profil in die falsche Richtung laufen, was wiederrum die Vorteile des Reifens erheblich beeinträchtigen würde.
Nutzen Sie den auf die Seitenwand des Reifens aufgedruckten Pfeil als Orientierungshilfe. Er ist in dieselbe Richtung wie das Profilmuster ausgerichtet und zeigt in die Laufrichtung.
Asymmetrische Reifenprofilmuster
Ein Reifen mit einem asymmetrischen Profilmuster verfügt über zwei verschiedene Profildesigns, eines auf der Innenseite und eines auf der Außenseite des Reifens. Beide mit einem ganz bestimmten Zweck.
Die innere Reifenlauffläche sorgt für die Wasserverdrängung und verhindert Aquaplaning. Die äußere hingegen verfügt dank steifer Profilblöcke über eine höhere Seitensteifigkeit und bietet beim Fahren von Kurven und auf trockenen Fahrbahnen daher einen optimalen Grip und einen leiseren Fahrkomfort. Die Kombination dieser Merkmale machen asymmetrische Reifen vor allem eine beliebte Wahl für Ultra-Hochleistungswagen.
Hauptmerkmale:
- Hervorragendes Handling
- Hohe Kurvenstabilität
- Guter Grip bei nassen Bedingungen
Bei der Reifenrotation ist allerdings ebenso wie bei einem laufrichtungsgebundenen Reifenprofil Vorsicht geboten. Es gibt die Möglichkeit einer vertikalen Rotation zwischen Vorder- und Hinterreifen. Markierungen an der Seitenwand helfen bei der korrekten Montage mit Außenmarkierung.
Kann ich unterschiedliche Reifenprofilmuster für Vorder- und Hinterreifen verwenden?
Wenn Sie Reifen kaufen, vermeiden Sie es, Reifen verschiedener Größen, Arten oder Hersteller an einem einzigen Fahrzeug zu mischen. Für optimale Ergebnisse schaffen Sie sich Reifen an, die von derselben Herstellermarke stammen und die genauso groß sind wie die Reifen, mit denen Sie derzeit fahren, um die optimalen Leistungseigenschaften zu erhalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt beim Reifenwechsel: Wir empfehlen, alle Radpositionen mit Reifen mit dem gleichen Profil auszustatten. Als Kompromiss ist es sicherer, ein Reifenpaar zu wechseln als nur einen einzelnen Reifen. Die neuesten Reifen sollten auf der Hinterachse montiert werden, teilweise abgefahrene Reifen auf der Vorderachse.
Ist dies nicht möglich, wird es empfohlen, dass der neue Reifen wenigstens über dasselbe Profilmuster wie der andere Reifen auf derselben Achse verfügt. Werden Reifen mit verschiedenen Profilmustern vermischt, wirkt sich dies nachteilig auf das Fahrverhalten Ihres Fahrzeugs aus, was sehr gefährlich sein kann.
Nicht vergessen: Überprüfen Sie die Reifenprofiltiefe!
Um eine sichere Nutzung zu gewährleisten und bestimmte Fahrbedingungen zu erfüllen, muss die Profiltiefe der Reifen ausreichend sein.
Ist das Profil nicht tief genug, verliert Ihr Fahrzeug an Traktion und die Bremswege verlängern sich. Zudem erschweren flache Profilrillen die Kontrolle über das Fahrzeug bei nasser Witterung und erhöhen die Gefahr von Aquaplaning. Um Ihre Sicherheit zu gewährleisten, sollten Sie die Profiltiefe im Rahmen der regelmäßigen Fahrzeugwartung messen.
Die ursprüngliche Profiltiefe neuer Reifen kann je nach Verwendung und Reifentyp variieren. Beispielsweise beträgt die Profiltiefe neuer Winterreifen in der Regel 9/32 bis 11/32 Zoll (7–9 mm).
Während der Fahrt nutzt sich das Reifenprofil ab.
Wenn Ihre Winterreifen Spikes haben, nutzen sich diese ebenfalls ab. Beachten Sie bitte, dass die Mindestprofiltiefe 2/32 Zoll (1,6 Millimeter) beträgt.
Ein Reifen mit geringerer Profiltiefe hat weniger Grip. Der Bremsweg und die Fahrzeugkontrolle sind bei Nässe beeinträchtigt. Reifen mit einer Profiltiefe von weniger als 1,6 mm sind nicht verkehrssicher und müssen ersetzt werden.
Bitte beachten Sie, dass die Profiltiefe, das Profilmuster und die Gummimischung der Lauffläche Ihrer Reifen das sichere Fahren bei nassen und verschneiten Wetterbedingungen beeinflussen. Auf nassen oder schneebedeckten Straßen nimmt die Bremsleistung mit abnehmender Profiltiefe zunehmend ab. Auf nassen Straßen besteht bei abnehmender Profiltiefe außerdem ein erhöhtes Aquaplaning-Risiko.
Überprüfen Sie daher regelmäßig Ihre Reifen, reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit auf nassen und verschneiten Straßen und erwägen Sie einen rechtzeitigen Reifenwechsel.
Wir empfehlen außerdem, den Reifendruck einmal im Monat zu überprüfen.
Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Fahrzeug mit den richtigen Winter-, Sommer- oder Ganzjahresreifen ausgestattet ist.
Reifenverschleißanzeige
Sie fragen sich, wie Sie die Profiltiefe Ihrer Reifen messen oder überprüfen können? Schauen Sie sich die Reifenverschleißanzeige an oder verwenden Sie eine Profiltiefenmesslehre.
Reifenverschleißanzeiger (TWI) oder Verschleißleisten sind kleine, erhabene Gummistreifen, die gleichmäßig über die Hauptrillen im Reifenprofil verteilt sind. Wenn sie bündig mit der Profiltiefe abschließen, sollte der Reifen ersetzt werden.
Einige Winterreifenmodelle sind mit Winterreifen-Verschleißindikatoren ausgestattet. Wenn diese bündig mit der Lauffläche abschließen, ist der Reifen nicht mehr für winterliche Fahrbedingungen geeignet. In einigen Ländern gelten sie dann möglicherweise auch rechtlich nicht mehr als Winterreifen. In Österreich beispielsweise ist für Winterreifen eine Profiltiefe von 4 mm vorgeschrieben.
Verwendung eines Reifenprofiltiefenmessers
Wenn Sie eine Reifenprofiltiefenmesslehre besitzen, verwenden Sie diese, um die Profiltiefe genau zu ermitteln. Führen Sie dazu die Messstange in die Rille ein und drücken Sie die Schultern bündig mit dem Profil. Lesen Sie den Messwert an der Oberseite der Lehre ab. Alternativ können Sie auch ein kleines Lineal verwenden.
Achten Sie darauf, an verschiedenen Stellen zu messen. Ein falsch ausgerichtetes Rad kann zu ungleichmäßiger Abnutzung des Profils führen. Achten Sie auf Bereiche, die stärker abgenutzt sind als die umgebende Oberfläche. Das Profil des Reifens sollte anhand der geringsten gemessenen Tiefe beurteilt werden.
Achten Sie beim Messen des Profils auf Abflachungen oder Aushöhlungen. Dabei handelt es sich um kleine Vertiefungen oder Kerben, die sich im Profil gebildet haben. Sie können auf eine Fehlausrichtung oder andere Probleme mit Ihrem Fahrzeug hinweisen. Achten Sie auch auf Beulen im Reifenprofil oder an der Seitenwand.
Wenn Sie sich bei den Messungen unsicher sind oder unebene Stellen an Ihren Reifen feststellen, bringen Sie Ihr Fahrzeug in eine Werkstatt.
Leistung verbessern mit dem richtigen Reifenprofil
Reifenprofilmuster spielen eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von Fahrzeugen. Darüber hinaus erhöhen sie den Fahrkomfort. Innovative Profilmuster verringern den Rollwiderstand, indem sie die Form des Reifens erhalten und ungleichmäßige Verformungen reduzieren. Durch die Verwendung fortschrittlicher Materialien und stromlinienförmiger Rillen gewährleisten sie zudem einen reibungslosen Kontakt mit der Straße. Das Ergebnis: Es wird weniger Energie benötigt, um das Fahrzeug in Bewegung zu halten, was zu einer besseren Kraftstoffeffizienz führt.
Reifenprofilmuster sind auch für ein leiseres und komfortableres Fahren wichtig: Verschiedene Profilblockmuster und Geräuschunterdrückungstechnologien reduzieren die Fahrgeräusche der Reifen deutlich. Dies erhöht den Komfort für die Passagiere und sorgt für ein ruhigeres Fahrerlebnis, insbesondere auf langen Fahrten.
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