Chaos beim Lkw-Parken? „Das ist aus der Not heraus geboren, und dieses Thema haben wir jeden Tag“

„Gefährlich ist der Job eigentlich in jeder Sekunde.“

Aerial drone view of a truck parking lot with Markus Trojak shown in a speech bubble © Adobe Stock | Creative Cat Studio

Ob man auf dem Rastplatz anhält, eine Pause macht oder zum Feierabend den Lkw für die Nacht abstellt: Nach dem anstrengenden Tag hinterm Steuer möchte man eigentlich nur noch die Ruhe genießen. Doch auch auf Rastplätzen lauern allerhand Gefahren.

Auf der Autobahn sind Raststätten und Parkplätze stark ausgelastet. Gerade ab Nachmittag ist es für viele Fahrer oft schon zu spät: Man kommt auf dem Rastplatz an, doch Parkbuchten gibt es keine mehr. Für Lkw gibt es deutschlandweit zu wenig Parkplätze, weshalb Fahrerinnen und Fahrer als letzten Ausweg ihr Fahrzeug falsch parken. 

Das kann nicht nur ein Bußgeld nach sich ziehen, sondern unter Umständen richtig gefährlich werden. Oft stehen Lkw in den Ein- und Auffahrten der Autobahnparkplätze. Im Dunkeln können sie leicht übersehen werden, was zu schweren oder sogar tödlichen Unfällen führen kann. Es ist also wichtig, seinen Lkw ordnungsgemäß abzustellen.

Doch oftmals mangelt es an Optionen: „Es gibt einfach kaum noch Möglichkeiten. Ich sag mal so: So doof ist keiner freiwillig, sich in eine Verzögerungsspur reinzustellen, wo im schlimmsten Fall ein 40-Tonner vollgeladen mit 80 oder 85 km/h ankommt, der bei einer Kollision nichts übriglässt. Das ist aus der Not heraus geboren, und dieses Thema haben wir jeden gottverdammten Tag“, erklärt Markus Trojak.

Eines der Hauptprobleme: Schon früh am Tag sind die ersten Plätze voll. „Montags ist ganz extrem, weil ein Teil ja schon sonntagsabends um 22:00 Uhr anfängt, zu fahren. Das heißt: Wenn du am Montagnachmittag nicht um 15:00 Uhr schon einen Parkplatz hast, dann wird das hier und da schon extrem schwierig, überhaupt noch einen Platz zu kriegen.“

Die Konsequenz: Die Plätze sind voll. Und das sorgt für Gefahrenzonen auf den Rastplätzen. Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer machen Pause, Familien rasten mit ihren Kindern und Pendelnde wollen sich die Beine vertreten. Zwischen all diesen Menschen beginnt die stressige Suche nach einem Parkplatz. Hier treffen viele Risikofaktoren aufeinander, weshalb man besonders aufmerksam unterwegs sein sollte – sowohl als Fahrerin oder Fahrer, aber auch als Fußgänger. 

Am Steuer gilt: Das Tempo deutlich reduzieren, Fußgänger besonders aufmerksam beobachten und jederzeit bremsbereit sein. Zudem hilft es, andere Fahrzeuge im Auge zu behalten und mit Abstand zu fahren. Der Parkplatz wird vielen Fahrern, besonders denjenigen im Pkw, unbekannt sein. Es kann deshalb vorkommen, dass ein anderes Fahrzeug unsicher unterwegs ist und nicht zielstrebig auf eine Parklücke zuhält. Auf Überholmanöver sollte verzichtet werden. 

„Das ist im Grunde Tagesgeschäft, dass es eng zugeht für uns“, erklärt Markus: „Das ist auch nicht anders als an einer Be- oder Entladestelle. Im Hamburger Hafen, da stehen 50 Lkws und jeder versucht, irgendwie an die Rampe dranzukommen. Da ist nicht weniger los und es ist auch nicht enger“, so der Trucker.

Dennoch betont er: Bei engen Verhältnissen sollte man ganz besondere Vorsicht walten lassen. Mittlerweile gibt es viele Assistenzsysteme, die dabei helfen. Doch „noch hat nicht jeder das Glück, die alle zu haben“, erklärt auch Markus.

Wie im fließenden Verkehr gilt: Augen auf, und zwar immer. Denn, so Markus: „Gefährlich ist der Job eigentlich in jeder Sekunde.“

Close-up of a truck parked in a wet parking area at dusk, with reflections of lights on the pavement and other trucks in the background © Adobe Stock | Media Srock

Ein paar Beispiele auf dem Parkplatz:

  •  Fußgänger tragen durch unaufmerksames Verhalten zum Unfallrisiko bei. Oft wechseln sie auf Parkplätzen die Straßenseite an Stellen, die eigentlich nicht dafür geeignet sind. Sie stehen in freien Parklücken oder laufen zwischen geparkten Autos hervor. 
  • Familien sind mit ihren kleinen Kindern unterwegs, die froh sind, raus aus dem Auto zu können. Diese sind besonders unberechenbar und können plötzlich auf die Straße huschen.
  • Durch die vielen geparkten Autos und Lkw herrschen oft schlechte Sichtverhältnisse, die Situation wird unübersichtlich. Als Fahrerin oder Fahrer sollte man daher auf einen umsichtigen Fahrstil setzen, um einen Unfall zu vermeiden.
  • Als Fußgänger muss man an Raststätten und auf Parkplätzen vorsichtig unterwegs sein und bedenken, dass man momentan der schwächste Verkehrsteilnehmende ist.
  • Manche Leute am Steuer halten sich auf Parkplätzen nicht an die Schrittgeschwindigkeit. Wenn man also zu Fuß unterwegs ist, sollte stets auf andere Fahrzeuge geachtet werden.
  • Viele Unfälle passieren zudem beim Ein- und Ausparken. Daher sollte man als Fußgänger nicht durch freie Parklücken oder zwischen geparkten Fahrzeugen hindurch laufen, sondern aufmerksam und vor allem sichtbar unterwegs sein. 

Schnell kann man übersehen, dass ein Lkw gerade am Ausparken ist und sich in Gefahr begeben. Als Lkw-Fahrerin oder -Fahrer kennt man den toten Winkel selbst sehr gut. Auch als Fußgänger auf dem Parkplatz sollte man darauf achten, sich nicht in diesen hineinzubegeben. 

Wenn beide Seiten – Fußgänger und Fahrerinnen und Fahrer – auf gegenseitige Rücksichtnahme setzen, können viele Unfälle vermieden werden. Auch während der Pause auf einem Parkplatz sollte man also volle Aufmerksamkeit zeigen. 

Wie kann man möglichst gut einen Parkplatz für den Lkw finden?
Die Unermüdliche Christina Scheib teilt hier ihre Tipps.

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