10 Tipps für eine gute Einarbeitung im Lkw – Trucker Markus erklärt’s
„Umso schneller ich die Leute auf gutem Niveau habe, desto schneller können sie entlasten“
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Neue Kräfte braucht die Logistikbranche. Aber wie läuft’s eigentlich, wenn es losgeht? Wir haben mit Trucker Markus Trojak drüber gesprochen.
In Zeiten des Fahrermangels sind neue Arbeitskräfte im Transportbereich ein hohes Gut. Neue Mitarbeitende sollen effizient, schnell und kompetent in ihren neuen Arbeitsalltag eingeführt werden. Das wiederum ist Aufgabe der bereits etablierten Kräfte.
Markus Trojak ist eine solche Kraft: Der Trucker ist seit über 30 Jahren auf den Straßen Europas unterwegs und hat schon die unterschiedlichsten Situationen erlebt. Das Wissen aus diesen Jahren gibt er gerne weiter.
Wir haben mit dem Trucker gesprochen: Worauf kommt es bei der Einarbeitung neuer Leute aus seiner Sicht an?
Markus‘ Tipps für die Lkw-Einarbeitung – Für Berufseinsteiger und Ausbilder
Für Markus ist es immer eine schöne Aufgabe, neue Leute einzuarbeiten: „Ich mache das eigentlich immer gern, weil man dann die neuen Leute schon mal kennenlernt. Wir fahren dann ein paar Tagestouren zusammen, und dann kann ich relativ schnell einschätzen, wo man noch ein bisschen nachbessern müsste“, erklärt Markus.
Zuletzt hatte man beispielsweise neue Kollegen, die noch nicht viel Erfahrung mit dem Lkw hatten: „Da legen wir dann den Fokus mehr auf das Fahren, machen das Staplerfahren auf dem Hof und dann packen wir immer mehr dazu, bis man sagen kann: Okay, der kann jetzt allein fahren.“
Bei neuen Kollegen, die mehr Erfahrung mitbringen, kann der Fokus dann eher auf betriebsspezifische Unterschiede gelegt werden.
Was aber bei allen gleich ist: Für Markus gibt es gewisse „Dos“ and „Don’ts“, die man am besten einhalten sollte, um eine schnelle Einarbeitung zu sichern. Die fassen wir hier für euch zusammen.
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Dos: Markus schätzt an neuen Mitarbeitenden vor allem Offenheit, Interesse und gewisse Standards, die zum Job dazu gehören. Er empfiehlt:
- Fragen stellen: Das zeigt Interesse und Lernbereitschaft. „Ich meine jetzt nicht Löcher in den Bauch fragen, aber es kommt immer gut an, wenn man dem Gegenüber signalisiert, dass man interessiert ist.“
- Respekt und Höflichkeit: Man sollte die Erfahrung der Kollegen respektieren, sich beim ersten Treffen vernünftig vorstellen und viel miteinander reden: „Ich persönlich finde immer gut, wenn man miteinander kommuniziert.“
- Pünktlichkeit: Das ist für den Arbeitsablauf entscheidend und gehört auch dazu, die Kolleginnen und Kollegen zu respektieren. Frühzeitig am Treffpunkt sein, um alle Vorbereitungen stressfrei erledigen zu können, ist ein guter Start.
- Offenheit: Bereit sein, neue oder abweichende Vorgehensweisen zu lernen, auch wenn man eigene Ideen hat.
Don’ts: Es gibt auch Dinge, auf die man gerade in den ersten Wochen dringend verzichten sollte.
- Allwissenheit vorspielen: Man sollte nicht so tun, als wüsste man schon alles oder könnte alles besser. Jede Firma hat eigene Richtlinien und Abläufe, es gibt gewachsene Strukturen, die man respektieren sollte.
- Desinteresse zeigen: Nicht den Eindruck vermitteln, keine Hilfe zu benötigen oder keine Fragen zu stellen. Denn das zeigt in erster Linie, dass man nicht wirklich interessiert an Neuem ist.
- Doch auch für die langfristigen Angestellten, die neue Leute einarbeiten, kann diese Phase eine Herausforderung sein. Markus stellt deshalb heraus, dass man auch sich selbst immer wieder infrage stellen sollte und genauso aufmerksam auf neue Ideen hören sollte, wie man es selbst erwartet, gehört zu werden.
- Perspektivwechsel: Sich daran erinnern, wie es war, selbst neu anzufangen und die Standards nicht zu hoch ansetzen, ist aus Markus Sicht wichtig: „Man muss immer mal wieder back to the roots, wie das so schön heißt. Man sollte sich daran erinnern, dass man am Anfang selbst auch viele Fragen und Unsicherheiten hatte.“
- Freiraum geben: Nach anfänglicher Anleitung müssen neue Mitarbeiter Dinge selbst ausprobieren können, ohne ständige Kontrolle: „Man darf den neuen Leuten nicht immer im Nacken hängen. Man gibt Hilfestellung, wenn nötig.“
- Stress vermeiden: Hektik und Zeitdruck übertragen sich auf den neuen Mitarbeiter und können die Motivation mindern: „Wenn der dann sagt, das ist Mist und ich habe keinen Bock darauf, dann verliert er auch die Lust daran und dann war die Zeit, die man investiert hat, vergebens.“
- Investition ins eigene Interesse: Eine gute Einarbeitung dient dem Ausbilder selbst, da gut geschulte Kollegen entlasten und Aufgaben übernehmen können: „Umso schneller ich die neuen Leute auf einem guten Niveau habe, desto früher können sie den Rest des Teams bei de Arbeit entlasten.“
Die Einarbeitung neuer Kräfte ist auf jeden Fall immer sehr spannend. Ebenso spannend sind die folgenden Themen aus der Lkw-Welt:
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