Fahrermangel im Fokus: Berufskraftfahrer sollen einfacher in den Job kommen
Wie die neue Verordnung helfen soll
© Adobe Stock | Serhii
Fahrermangel ist eins der größten Probleme der Logistikbranche. In Deutschland fehlen aktuell ca. 120.000 Lkw-Fahrer und auch Busfahrer werden dringend benötigt.
In naher Zukunft ist eine schnelle Lösung des Problems nicht in Sicht – eher im Gegenteil. Jährlich gehen zwischen 30.000 und 35.000 Fahrer in Rente, während nur 15.000 bis 20.000 nachrücken. Zukünftig wird der Mangel also noch deutlich spürbarer werden. Schon jetzt müssen Unternehmen ihre Lkw aufgrund von Personalmangel stehen lassen und Bestellungen stornieren.
© Adobe Stock | Koldo_Studio
Warum gibt es so wenig Nachwuchs in der Branche?
Gründe für die geringe Anzahl an Nachwuchskräften gibt es viele. Vor allem aber liegt es daran, dass der Job als Berufskraftfahrer auf viele unattraktiv wirkt. Lange Arbeitszeiten, kombiniert mit hohem Stress durch Zeitdruck und langen Abwesenheiten von zu Hause werden oft mit einem vergleichsweise geringen Gehalt entlohnt.
Hinzu kommen die hohen Einstiegshürden, die der Beruf mit sich bringt. Der Führerschein für die CE-Klasse muss erworben und entsprechende Schulungen und Weiterbildungen durchgeführt werden. Die dafür anfallenden Kosten sind hoch und werden nicht immer vom Arbeitgeber übernommen.
Die Änderungsverordnung zur Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung
Das Bundesministerium für Verkehr hat deshalb eine Änderungsverordnung zur Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung erarbeitet, welche vom Bundeskabinett am 27.05.2026 beschlossen wurde. Die erarbeiteten Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Einstiegshürden in den Beruf, gerade auch für ausländische Fachkräfte, zu senken und so langfristig dem Fahrermangel entgegenzuwirken. Sie soll noch dieses Jahr in Kraft treten.
© Adobe Stock | littlewolf1989
Dabei wurden folgende Punkte beschlossen:
- Die praktische Prüfung soll gekürzt werden: Derzeit dauert sie 210 Minuten, zukünftig soll sie 90 Minuten kürzer ausfallen und nur noch 120 Minuten dauern
- Die Ukraine und Montenegro werden in die Fahrerlaubnis-Verordnung aufgenommen: Die dort erworbenen Führerscheine können somit zukünftig prüfungsfrei in eine deutsche Fahrerlaubnis umgeschrieben werden.
- In der EU umgetauschte Führerscheine aus einem Drittstaat: diese sollen zukünftig auch in Deutschland anerkannt werden.
- Prüfung für beschleunigte Grundqualifikation in acht Fremdsprachen: Neben Deutsch soll die Prüfung zukünftig auch in Englisch, Hocharabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Türkisch, und Ukrainisch angeboten werden.
- Erweiterung des Sprachenkatalogs für die theoretische Führerscheinprüfung: Diese ist zukünftig auch auf Ukrainisch und Kurmandschi verfügbar.
Damit ist ein erster Schritt getan, um das Problem des Fahrermangels anzugehen. Allerdings appelliert Patrick Schnieder, der Bundesminister für Verkehr, auch an die Branche selbst, aktiv zu werden und einen Beitrag zu leisten. Der Beruf des LKW- und Bus-Fahrers müsse attraktiver gestaltet werden, um mehr Nachwuchskräfte zu begeistern.
Mehr zum Thema Lkw lest ihr hier:
Das Neueste vom Blog
-
2026/06/08Fahrermangel ist eins der größten Probleme der Logistikbranche. Eine neue Verordnung soll dieses Problem angehen.Fahrermangel im Fokus: Berufskraftfahrer sollen einfacher in den Job kommenMehr lesen -
2026/06/01Alles wird teurer – auch das Betreiben einer LKW-Flotte. Die Reifen können der erste Schritt zu einer langfristigen Kosteneinsparung sein.Wie viel Einfluss haben Reifen eigentlich auf die Betriebskosten?Mehr lesen -
2026/05/26Dass die bestellten Reifen für deinen LKW zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geliefert werden, ist einer gut ausgearbeiteten Lieferkette zu verdanken.Damit nichts stillsteht – Auch bei LKW-Reifen ist eine funktionierende Lieferkette entscheidendMehr lesen