„Ein irrer Lärm in der Karre“: Lkw-Fahrer Markus erinnert sich an seinen ersten Truck vor über 30 Jahren

Ein kleiner Trip in die Vergangenheit

Split image showing a truck driving on the road and Markus Trojak smiling with arms crossed next to a parked truck © Adobe Stock | Michael Faust

Markus Trojak ist seit über drei Jahrzehnten Lkw-Fahrer. Seinen „ersten“ Lkw erlebte er aber schon im Kindergartenalter. Wir haben nachgefragt: Wie hat sich die Lkw-Technik über die Jahre verändert?

Vor kurzem hat Markus Trojak einen neuen Lkw bekommen, mit dem er heute für seine Spedition unterwegs ist. Es ist ein topmoderner Wagen, der jede Menge Annehmlichkeiten mitbringt: „Heute fahren wir voll klimatisiert, mit Massagestühlen und luftgefederten Sitzen. Es gibt hohe Fahrerhäuser mit super Matratzen. Die Lenkhilfen sind immer besser geworden, die Helferlein sind insgesamt deutlich besser geworden. Anfangs gab es ja auch keinen Tempomaten, heute bremst der Wagen selbst für dich“, fasst Markus zusammen.

Wie bombastisch der technische Fortschritt aber tatsächlich ist, zeigt der Blick in die Vergangenheit.

„Bei meiner ersten Lkw-Fahrt war ich drei Jahre alt“, erinnert sich Markus. Der kleine Lkw-Fan fuhr damals nämlich immer mal wieder mit seinem Vater mit, der selbst Lkw-Fahrer war. Die Erinnerungen daran hat Markus heute noch bildhaft vor Augen.

„Der Wagen damals nannte sich der ‚Kubische‘, weil er so eine quadratische Box als Fahrerhäuschen hatte“, erklärt Markus: „Das war ein Schaltwagen mit Kupplung. Der war sehr niedrig, der hatte kein Hochdach.“

Einfach mal aufrecht hinstellen, so wie Markus das heute von seinem neuen Lkw gewohnt ist? Undenkbar! „Man musste sich morgens oder abends im Bett die Hose an- und ausziehen, weil das die einzige Stelle war, an der man sich einigermaßen gerade machen konnte.“

Die Dimensionen sind aber lange nicht das Einzige, was sich verändert hat: „Der Wagen hatte keine Klimaanlage, keine Standheizung und natürlich auch kein Standklima. Einen Kühlschrank gab es auch nicht. Wir hatten stattdessen draußen an den Spiegeln so ein Blechding hängen, in das man Coladosen stellen konnte. Die wurden dann bei der Fahrt durch den Fahrtwind gekühlt.“

Auch in Sachen Sitzkomfort hat sich viel getan: „Der hatte keinen luftgefederten Sitz für den Fahrer. Da war nur eine kleine, verschränkte Feder drin, die ein bisschen gefedert hat. Der Beifahrersitz wurde natürlich überhaupt nicht gefedert.“

Heute wird in der Lkw-Konstruktion stark darauf geachtet, dass die Fahrer nicht zu viel Lärm ausgesetzt werden. Damals hingegen sorgten der Motor, die Reifengeräusche und das Blech des Trucks für eine ganz eigene Atmosphäre: „Das war schon ganz großes Kino, ein irrer Lärm in der Karre. Du saßt mit dem Fahrerhaus ja viel tiefer und hattest auf Höhe der Knie quasi den Motor. Das hat im Sommer immer schön geheizt. Wenn du dich unterhalten wolltest, musstest du fast schreien“, so Markus: „Es gab auch kein CD-Radio. Du konntest froh sein, wenn du ein normales Radio drin hattest. Und wenn du ganz großes Glück hattest, gab es ein Kassettenradio.“

Mal eben über das Internet einen Sender streamen oder gar die eigene Playlist an die Box anschließen? Unmöglich! „Im Ausland hast du immer Radio Luxemburg gehört, weil das der einzige deutschsprachige Sender war.“

Vintage photos of Markus Trojak with his first truck, including a childhood moment and as young man standing in front his truck

Als Markus selbst anfing zu fahren, hatte sich die Technik bereits gewandelt. Es ging einige Schritte nach vorne: „Mein erster eigener Lkw, der hatte immerhin schon mal Standheizung, aber auch kein Hochdach. Kühlschränke haben wir uns selber gekauft, die waren nicht drin. Und ein Navi gab es da auch noch nicht, wir sind mit Faltplan gefahren. Das war auch eine wirklich spezielle Geschichte“, erinnert sich Markus heute.

„Telefone gab es auch noch nicht im Wagen. Du konntest beim Kunden nachfragen, ob du zu Hause anrufen konntest. Später kam dann der Europieper, da wurdest du angepiepst, wenn etwas los war. Dann hast du dir eine Telefonzelle gesucht, in der Firma angerufen und gefragt, was es gibt. Dann kamen nach und nach fest eingebaute Telefone, und dann die Handys.“

Kurz: Es war schlichtweg eine ganz andere Welt. Auch heute schaut Markus gerne nochmal darauf zurück, es ist eine Zeit, die er nicht missen möchte. Gleichzeitig sagt er aber auch eindeutig: „Über die letzten Jahre hat sich da unwahrscheinlich viel getan. Heute ist es deutlich angenehmer, als Kraftfahrer unterwegs zu sein.“

Auch unser Bus-Unermüdlicher Mirko hat kürzlich den Blick in die Vergangenheit gewagt. Mehr über seinen ersten Wagen lest ihr hier.

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